Finanzierung

Fondsstrukturierung Schweiz 2026: KAG, FINIG, SCmK, KGK und Vehikel-Wahl im Vergleich

25. Mai 20268 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wahl der Schweizer Fondsstruktur hängt von Anlegerkreis, Anlagestrategie, Fondsvolumen und Geografie ab: SCmK für institutionelle Schweizer LPs, AG mit Anlagereglement für kleinere Family-Office-Strukturen, Luxemburger SCSp für internationale LPs.
  • Das Kollektivanlagengesetz (KAG) regelt alle kollektiven Anlagen in der Schweiz; das Finanzinstitutsgesetz (FINIG) ergänzt die Aufsicht über Vermögensverwalter mit Mindestkapital CHF 100'000.
  • Die SCmK (Société en commandite de placements collectifs) ist die Schweizer Standardform für VC- und PE-Fonds: Kommanditgesellschaft mit Komplementär-GmbH und LP-Kommanditären, unter FINMA-Aufsicht.
  • Die KGK (Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen) ist eine alternative Bezeichnung für die SCmK in der deutschen Sprache; rechtlich identische Struktur.
  • Strukturkosten Jahr 1 reichen von CHF 80'000 (AG-Privatregister) bis CHF 800'000 (Luxemburger SCSp plus Schweizer Advisor); jährliche laufende Kosten 0.5 bis 1.5 Prozent des NAV.
  • FINIG-Lizenzpflicht für Vermögensverwalter ab CHF 100 Mio. AuM bzw. 20 Kunden mit individuellen Mandaten; darunter gelten leichtere Anforderungen oder die Tätigkeit als Independent Asset Manager unter Aufsichtsorganisation.

Die Wahl der Fondsstruktur ist eine der wichtigsten Entscheidungen jedes Schweizer VC-, Private-Equity- oder Family-Office-Vehikels. Vehikel-Form, Aufsichtsregime und Geografie bestimmen Steuerbelastung, Strukturkosten, regulatorische Komplexität und LP-Akzeptanz. Dieser Guide ordnet die Schweizer Fondsstrukturen 2026, vergleicht SCmK, AG mit Anlagereglement und Luxemburger SCSp und erklärt KAG- und FINIG-Regime.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel informiert allgemein über Schweizer Fondsstrukturen und Aufsichtsregime. Konkrete Strukturwahl, FINMA-Bewilligungen und Steuerimplikationen müssen mit einem Schweizer Fondsanwalt und Steuerberater geklärt werden. Die regulatorische Lage entwickelt sich; aktuelle Anforderungen mit der FINMA prüfen.

Schweizer Fondsregime: KAG und FINIG

Kollektivanlagengesetz (KAG)

Das KAG (Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen) regelt alle Vehikel, die als kollektive Anlagen qualifizieren. Anwendung:

  • Vehikel mit mehreren Anlegern und gepoolter Anlagestrategie
  • Anlageziel: Risiko-/Renditeoptimierung über Diversifikation
  • Strukturen: SCmK, Anlagefonds (vertraglich), SICAV, SICAF, Investmentgesellschaft mit fixem Kapital

Anlegerkreis-Differenzierung

  • Öffentliche Anlagen: Alle Anleger, höchste Schutzanforderungen (Prospektpflicht, Anlagebeschränkungen, FINMA-Genehmigung)
  • Qualifizierte Anleger: institutionelle, professionelle und vermögende Privatpersonen (ab CHF 500'000 freie Vermögenswerte oder Opting-In nach Wissen und Erfahrung)
  • Private Strukturen: geschlossener Kreis, keine kollektive Anlage im Sinne KAG (Family-Office-Strukturen, Investorenclubs unter 20 Personen)

Finanzinstitutsgesetz (FINIG)

Das FINIG (seit 2020) regelt Vermögensverwalter, Trustees, Verwalter kollektiver Vermögen und Wertpapierhäuser. Anwendung:

TätigkeitAufsichtsregime
Vermögensverwalter < CHF 100 Mio. AuM und < 20 MandateUnterstellt einer Aufsichtsorganisation (AO)
Vermögensverwalter > CHF 100 Mio. AuM oder > 20 MandateFINIG-Lizenz der FINMA
Verwalter kollektiver Vermögen (Fondsmanager)FINIG-Lizenz der FINMA (parallel zu KAG)
TrusteesFINIG-Lizenz
WertpapierhäuserFINIG-Lizenz

Mindestkapital

  • Vermögensverwalter: CHF 100'000
  • Verwalter kollektiver Vermögen: CHF 200'000
  • Trustees: CHF 200'000
  • Wertpapierhäuser: CHF 1'500'000

Schweizer Fondsvehikel im Detail

SCmK (Société en commandite de placements collectifs)

Die SCmK ist das in der Schweiz dominante Vehikel für VC- und PE-Fonds. Rechtlich eine Kommanditgesellschaft nach KAG (Art. 98 bis 109).

Struktur

  • Komplementärin: Schweizer GmbH oder AG mit unbeschränkter Haftung
  • Kommanditäre: LP-Investoren mit beschränkter Haftung bis Commitment-Höhe
  • Fondsmanager: typisch identisch mit Komplementärin oder separate AG, in beiden Fällen mit FINIG/KAG-Bewilligung
  • Anlegerkreis: ausschliesslich qualifizierte Anleger

Vorteile

  • Schweizer Rechtsumgebung und FINMA-Aufsicht
  • Steuerliche Transparenz auf Anlegerebene
  • Etabliertes Vertragsregime mit Standardklauseln
  • Akzeptanz bei Schweizer institutionellen LPs

Nachteile

  • Strukturkosten (FINMA-Bewilligung, Komplementärin, Treuhand)
  • Aufsichts-Reporting (Quartalsberichte, jährlicher Audit)
  • Begrenzte EU-Anerkennung

Geeignet für

  • VC- und PE-Fonds mit Schweizer institutionellen LPs
  • Fondsvolumen ab CHF 30 Mio. (darunter wird die Kostenstruktur ineffizient)
  • Klassische 10-jährige Closed-End-Strukturen

AG mit Anlagereglement

Eine klassische Schweizer Aktiengesellschaft, die als Investment-Vehikel agiert mit privatem Anlagereglement statt KAG-Lizenz. Voraussetzung: kein öffentliches Angebot, kein kollektives Anlageziel im Sinne KAG.

Struktur

  • Aktiengesellschaft mit CHF 100'000 Mindestkapital
  • Verwaltungsrat als Investment-Komitee
  • Anleger als Aktionäre (statt Kommanditäre)
  • Statuten und Anlagereglement als Vertragsgrundlage
  • Aktionärsbindungsvertrag mit Vesting, Tag-Along, Drag-Along

Vorteile

  • Niedrigere Strukturkosten (keine FINMA-Bewilligung erforderlich, falls strukturell richtig aufgesetzt)
  • Höhere Governance-Flexibilität
  • Bekannte Schweizer Rechtsform für Anleger

Nachteile

  • Keine steuerliche Transparenz (Doppelbesteuerung auf AG-Ebene)
  • Limitierter LP-Kreis (typisch < 20 Anleger)
  • Höhere Reporting-Pflichten gegenüber Aktionären

Geeignet für

  • Family-Office-Strukturen
  • Kleinere Fonds (CHF 5 bis 30 Mio.)
  • Investorenclubs mit etabliertem Personenkreis
  • Single-Asset-Strukturen oder thematische Co-Investment-Vehikel

Luxemburger SCSp (Société en commandite spéciale)

Internationale Standardstruktur für VC-Fonds mit europäischen LPs. Schweizer GPs nutzen die SCSp häufig in Kombination mit einer Schweizer Investment-Advisor-Gesellschaft.

Struktur

  • Komplementärin: Luxemburger GP-Gesellschaft (oft S.à r.l.)
  • Kommanditäre: LP-Investoren
  • AIFM: Luxemburger Alternative Investment Fund Manager
  • Advisor: Schweizer AG mit FINIG-Lizenz, beratend tätig
  • Anlegerkreis: qualifizierte EU- und Drittland-Anleger

Vorteile

  • EU-Passport für Vertrieb in EU
  • Tax-Transparenz auf LP-Ebene
  • Etablierte Service-Industrie in Luxemburg
  • Hohe Akzeptanz bei internationalen LPs

Nachteile

  • Höhere Strukturkosten (Luxemburger und Schweizer Strukturierung)
  • Reise- und Koordinationsaufwand zwischen Schweizer GP und Luxemburger Service-Provider
  • Substanz-Anforderungen in Luxemburg

Geeignet für

  • Fonds mit dominantem EU-LP-Anteil
  • Fondsvolumen ab CHF 75 Mio.
  • Strukturen mit längerfristigem internationalen Wachstumsplan

Andere Schweizer Vehikel

SICAV (Société d'Investissement à Capital Variable)

  • Investmentgesellschaft mit variablem Kapital nach KAG
  • Hauptsächlich für offene Anlagefonds (Liquid Securities, Hedge Fund-Strukturen)
  • Selten bei klassischen VC/PE-Fonds

SICAF (Société d'Investissement à Capital Fixe)

  • Investmentgesellschaft mit fixem Kapital
  • Geschlossener Fonds, börsenkotiert oder privat
  • Selten genutzt

Vertraglicher Anlagefonds

  • Anlegerverhältnis durch Fondsvertrag mit Fondsleitung
  • Hauptsächlich für offene Publikumsfonds
  • Nicht typisch für VC/PE

Investment-Holding (AG)

  • Klassische Schweizer Holding-AG mit Anlagestrategie
  • Eignet sich für Family-Office-Strukturen ohne Drittinvestoren
  • Beteiligungsabzug nach Art. 69 ff. DBG

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Vehikel-Wahl: Entscheidungs-Matrix

KriteriumSCmKAG mit AnlagereglementLuxemburger SCSp
Fondsvolumenab CHF 30 Mio.CHF 5 bis 30 Mio.ab CHF 75 Mio.
LP-Profilinstitutionell SchweizFamily Office, vermögende PrivatpersonenEU-institutionell, international
AufsichtFINMA (KAG plus FINIG)meist keine (private Struktur)Luxemburger CSSF (AIFM) plus Schweizer FINMA (Advisor)
Steuerliche TransparenzJaNein (AG-Ebene)Ja
Strukturkosten Jahr 1CHF 200k bis 500kCHF 80k bis 200kCHF 300k bis 800k
Laufende Kosten0.5 bis 1.0 Prozent NAV0.3 bis 0.6 Prozent NAV0.8 bis 1.5 Prozent NAV
EU-VertriebslizenzNeinNeinJa (EU-Passport)
Strukturierungsaufwandhochmittelsehr hoch

Strukturkosten-Vergleich: Beispielfonds CHF 50 Mio.

SCmK Jahr 1

  • FINMA-Bewilligung Fondsmanager: CHF 60'000 bis 120'000
  • Komplementär-GmbH (Gründung, Verträge): CHF 30'000 bis 50'000
  • LPA und Side Letters: CHF 80'000 bis 180'000
  • Notar für notarielle Beurkundungen: CHF 5'000 bis 15'000
  • Strukturierungs-Steuer-Ruling ESTV: CHF 15'000 bis 60'000
  • Total Jahr 1: CHF 190'000 bis 425'000

SCmK Laufende Kosten (jährlich)

  • Fondsmanager-Aufsichts-Reporting FINMA: CHF 15'000 bis 30'000
  • Audit (Swiss GAAP FER): CHF 30'000 bis 60'000
  • Treuhand und Buchhaltung: CHF 40'000 bis 80'000
  • Depotbank-Gebühren: 0.1 bis 0.3 Prozent NAV
  • Compliance und MLI: CHF 15'000 bis 30'000
  • Total laufend: CHF 100'000 bis 200'000 plus 0.1 bis 0.3 Prozent NAV

AG mit Anlagereglement Jahr 1

  • AG-Gründung mit notarieller Beurkundung: CHF 5'000 bis 8'000
  • Aktionärsbindungsvertrag und Anlagereglement: CHF 40'000 bis 80'000
  • Steuer-Ruling: CHF 10'000 bis 30'000
  • Total Jahr 1: CHF 55'000 bis 118'000

Luxemburger SCSp plus Schweizer Advisor Jahr 1

  • Luxemburger Strukturierung (Komplementär, AIFM, LPA): CHF 150'000 bis 350'000
  • Schweizer Advisor-AG (FINIG): CHF 60'000 bis 150'000
  • Substanz-Strukturierung Luxemburg: CHF 40'000 bis 80'000
  • Steuer-Ruling Schweiz und Luxemburg: CHF 50'000 bis 100'000
  • Total Jahr 1: CHF 300'000 bis 680'000

FINMA-Bewilligung: Vorgehen

Für SCmK-Fonds ist die FINMA-Bewilligung des Fondsmanagers (Verwalter kollektiver Vermögen) zwingend.

Phasen

  1. Pre-Filing-Gespräche mit FINMA (typisch 4 bis 8 Wochen): informelle Klärung der Struktur
  2. Bewilligungsantrag (typisch 100 bis 200 Seiten plus Anhänge): Geschäftsplan, Organisation, Compliance-Konzept, Geschäftsleitung, Aktionärsstruktur
  3. FINMA-Prüfung (typisch 6 bis 12 Monate): Rückfragen, Nachbesserungen, finale Bewilligung
  4. Aufnahme des Geschäftsbetriebs: Bewilligung erteilt, Erstmandat möglich

Anforderungen

  • Mindestkapital CHF 200'000 (Verwalter kollektiver Vermögen)
  • Mindestens 2 qualifizierte Geschäftsleiter (Banking/Investment-Erfahrung, Schweizer Wohnsitz)
  • Geschäftsorganisation mit Risk-, Compliance- und Audit-Funktionen
  • Schriftlicher Geschäftsplan
  • Bewilligte Geschäftsräume in der Schweiz

Steuer-Strukturierung der Fondsvehikel

Schweizer Fondsvehikel (SCmK)

  • Auf Stufe Fondsvehikel: steuerlich transparent, keine Gewinnsteuer
  • Auf Stufe LP: Erträge als Wertschriftenerträge oder Beteiligungserträge steuerbar
  • Verrechnungssteuer: 35 Prozent auf Schweizer Dividenden, mit DBA-Rückerstattung
  • Mehrwertsteuer: Fondsmanagement typisch steuerbefreit

AG mit Anlagereglement

  • Auf Stufe AG: Gewinnsteuer plus Verrechnungssteuer auf Ausschüttungen
  • Beteiligungsabzug nach Art. 69 ff. DBG bei Beteiligungen ab 10 Prozent oder CHF 1 Mio.
  • Doppelbesteuerung kann durch Holding-Strukturierung gemildert werden

Luxemburger SCSp

  • Auf Stufe SCSp: steuerlich transparent (Luxemburger Recht)
  • Auf Stufe Schweizer LP: Erträge als ausländische Investitions-Erträge steuerbar
  • Verrechnungssteuer-Behandlung gemäss Schweiz-Luxemburg-DBA

Häufige Fehler bei der Fondsstrukturierung

Falsche Vehikel-Wahl für die LP-Basis

Eine SCmK mit überwiegend EU-LPs leidet unter mangelhafter EU-Akzeptanz; eine Luxemburger SCSp mit überwiegend Schweizer LPs verursacht unnötige Kosten und Komplexität.

FINMA-Bewilligungsprozess unterschätzt

Die Bewilligung dauert 6 bis 12 Monate. Wer ohne Bewilligung Fondraising betreibt, riskiert Aufsichtsverfahren.

Substanz-Anforderungen ignoriert

Sowohl die Schweizer Beteiligungs-AG für Carry als auch die Luxemburger SCSp verlangen echte Substanz (Büros, Mitarbeiter, lokale Geschäftsleitung). «Letter-Box-Strukturen» werden von der ESTV und CSSF erkannt.

Side Letters zu generös

Most-Favored-Nation-Klauseln in mehreren Side Letters können später nicht mehr harmonisiert werden. Vorab klare Hierarchie und Quoren festlegen.

Falsche steuerliche Annahmen

Carry-Strukturierung ohne ESTV-Ruling, Anwendung Beteiligungsabzug ohne Substanznachweis, falsche Verrechnungssteuer-Annahmen: alles häufige Fehler, die im Audit oder bei der ersten Distribution auffallen.

Weiterführende Ressourcen

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Haeufige Fragen

Welche Fondsstruktur eignet sich für einen Schweizer VC-Fonds?
Für institutionelle Schweizer LPs (Pensionskassen, Versicherungen) ist die SCmK unter KAG-Regime mit FINMA-Bewilligung Standard. Für kleinere Fonds mit qualifizierten Anlegern (Family Offices, vermögende Privatpersonen) ist die AG mit Anlagereglement effizienter. Für internationale LPs mit EU-Schwerpunkt ist die Luxemburger SCSp mit Schweizer Investment-Advisor-Gesellschaft die etablierte Wahl. Die Entscheidung hängt von Anlegerkreis, Fondsvolumen und Strategie ab.
Was ist eine SCmK?
Die SCmK (Société en commandite de placements collectifs) ist eine Schweizer Kommanditgesellschaft für kollektive Anlagen nach KAG (Art. 98 ff. KAG). Eine GmbH oder AG agiert als Komplementärin mit unbeschränkter Haftung, LPs als Kommanditäre mit beschränkter Haftung. Die SCmK steht ausschliesslich qualifizierten Anlegern offen und ist die in der Schweiz dominante Vehikel-Form für VC- und PE-Fonds. FINMA bewilligt den Fondsmanager.
Brauche ich eine FINMA-Lizenz für einen Schweizer Fonds?
Die FINMA-Lizenzpflicht hängt von der Struktur ab. SCmK und andere kollektive Anlagen unter KAG verlangen eine Bewilligung des Fondsmanagers (Verwalter kollektiver Vermögen). Vermögensverwalter unter FINIG benötigen ab CHF 100 Mio. AuM bzw. 20 Kunden mit Individualmandaten eine Lizenz. Family-Office-Strukturen ohne Drittkunden sind oft lizenzfrei. Schweizer Privat-AG-Strukturen ohne kollektives Angebot fallen häufig nicht unter KAG.
Was sind die Strukturkosten eines Schweizer Fonds?
Jahr 1: SCmK CHF 200'000 bis 500'000 (FINMA-Bewilligung, Strukturierung, Notar). AG mit Anlagereglement CHF 80'000 bis 200'000. Luxemburger SCSp CHF 300'000 bis 800'000 inkl. Schweizer Advisor. Laufende Kosten: 0.5 bis 1.5 Prozent NAV jährlich für Verwaltung, Audit, Compliance, Depotbank, Treuhand. Bei kleineren Fonds (CHF 20 Mio.) frisst die fixe Kostenstruktur signifikante Renditeanteile; ab CHF 50 Mio. NAV ist die Kostenstruktur effizient.
Was ist der Unterschied zwischen SCmK und KGK?
SCmK (französisch) und KGK (deutsch: Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen) bezeichnen die identische Rechtsform. SCmK ist die offizielle KAG-Bezeichnung; im deutschsprachigen Raum wird oft KGK verwendet. Die Struktur ist nach Art. 98 ff. KAG für ausschliesslich qualifizierte Anleger reserviert und untersteht der FINMA-Aufsicht.
Wann lohnt sich Luxemburg statt Schweiz?
Drei Hauptgründe sprechen für Luxemburg: erstens internationale LPs (insbesondere EU-institutionelle) bevorzugen Luxemburger Strukturen wegen EU-Passport und vertrauter Rechtsumgebung. Zweitens steuerlich transparente Strukturierung über die Luxemburger SCSp ist etabliert. Drittens die Luxemburger Service-Industrie (Treuhand, Depotbank, Tax-Reporting) ist auf Fonds spezialisiert. Schweizer LPs bevorzugen demgegenüber meist Schweizer Strukturen wegen vertrauter Rechtsumgebung und Schweizer Domizil-Vorteilen.
Was ist FINIG und wann gilt es?
FINIG (Finanzinstitutsgesetz, seit 2020 in Kraft) regelt die Aufsicht über Schweizer Vermögensverwalter, Trustees, Verwalter kollektiver Vermögen und Wertpapierhäuser. Mindestkapital CHF 100'000 für Vermögensverwalter. Lizenzpflicht ab CHF 100 Mio. AuM oder ab 20 Kunden mit Individualmandaten. Independent Asset Manager (IAM) unterstehen Aufsichtsorganisationen (AOOS, BOVV, Polyreg, OSIF). Für Fonds-Manager unter KAG gilt die FINMA-Bewilligungspflicht.
Sarah Brunner

Sarah Brunner

Steuer- und Sozialversicherungsrecht

Sarah Brunner schreibt zu MWST, AHV und der direkten Bundessteuer. Sie hat einen Abschluss in Steuerrecht und mehrere Jahre Beratungspraxis.