Arbeitsvertrag Schweiz Vorlage
OR-konformer Mustervertrag mit 14 Paragraphen: Arbeitszeit, Probezeit, Lohn, Ferien, Kündigungsfristen 335c. Unbefristet oder befristet.
Hinweis: Muster ohne Rechtsgewähr. Vor Verwendung im Einzelfall durch eine Schweizer Anwältin oder einen Schweizer Anwalt prüfen lassen.
Was die Vorlage enthält
- Vertragsparteien mit allen Pflichtangaben (UID, AHV-Nummer)
- Probezeit (max. 3 Monate) und Beendigungsregelungen
- Funktion, Arbeitsort und Home-Office-Klausel
- Arbeitszeit-Formulierung mit Wochenarbeitszeit (42h-Vollpensum), Pensumangabe und Überstundenregelung (OR Art. 321c)
- Lohn inkl. AHV/ALV/BVG/NBU-Hinweis und BVG-Anschluss
- Ferienanspruch (mindestens 4 Wochen nach OR Art. 329a)
- Krankheit, Unfall, Mutterschaft (14 Wochen) und Vaterschaft (2 Wochen)
- Kündigungsfristen nach OR Art. 335c (1/2/3 Monate)
- Optional als befristeter Arbeitsvertrag nutzbar: Hinweise zu Vertragsende und Verlängerung (OR Art. 334)
- Geheimhaltung, optionales Konkurrenzverbot und IP-Klausel (OR Art. 332)
- DSG-konforme Datenschutzklausel
Warum diese Vorlage
Schweizer Arbeitsverträge sind im Obligationenrecht detailliert geregelt. Dieser Mustervertrag deckt alle Pflichtangaben ab und enthält die in der Schweiz üblichen Klauseln. Pro-Memo: GAV-Branchen brauchen zusätzliche Anpassungen.
Für wen: Für Schweizer KMU und Startups, die unbefristete Einzelarbeitsverträge erstellen, als Ausgangsbasis vor anwaltlicher Prüfung.
Häufige Fragen
Wie formuliere ich die Arbeitszeit im Schweizer Arbeitsvertrag?
Die Arbeitszeit-Klausel benennt drei Elemente: die wöchentliche Arbeitszeit (für Vollzeitstellen typisch 42 Stunden, in einzelnen Branchen 40 oder 45), das Pensum in Prozent (100 % bei Vollzeit, sonst anteilig) und die Regelung zu Überstunden nach OR Art. 321c. Üblich ist die Formulierung «Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 42 Stunden bei einem Vollpensum von 100 %. Überstunden werden mit Freizeit von gleicher Dauer kompensiert, alternativ mit einem Zuschlag von 25 % entschädigt.» Die Lage der Arbeitszeit (Gleitzeit, fixe Zeiten, Home-Office) wird im selben Paragraphen geregelt.
Wann brauche ich einen befristeten statt unbefristeten Arbeitsvertrag?
Ein befristeter Arbeitsvertrag ist sinnvoll bei klar abgegrenzten Projekten, Saisonstellen, Elternzeit-Vertretungen oder Praktika. Er endet automatisch zum vereinbarten Datum, ohne dass eine Kündigung nötig wäre (OR Art. 334). Kettenverträge (mehrere aufeinanderfolgende befristete Verträge ohne sachlichen Grund) gelten in der Schweiz als unbefristet. Diese Vorlage lässt sich für beide Varianten nutzen: für befristete Anstellungen das Enddatum in § 1 ergänzen und die Kündigungsfristen-Klausel (§ 9) durch einen Hinweis auf das Vertragsende ersetzen.
Was muss alles in einen Schweizer Mustervertrag?
Das Schweizer Obligationenrecht schreibt keine Form vor (Art. 320 OR), ein schriftlicher Vertrag ist aber dringend zu empfehlen. Inhaltlich sollten 14 Punkte geregelt sein: Vertragsparteien, Funktion und Arbeitsort, Beginn (und ggf. Ende), Probezeit, Arbeitszeit und Überstunden, Lohn und Lohnbestandteile, Sozialversicherungen, Ferienanspruch, Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall, Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, Kündigungsfristen, Geheimhaltung und Konkurrenzverbot, geistiges Eigentum sowie Datenschutz. Diese Vorlage deckt alle 14 Punkte als bearbeitbare Paragraphen ab.
Brauche ich einen Anwalt zur Prüfung?
Für Standardfälle in nicht-regulierten Branchen ist dieser Mustervertrag eine solide Basis. Bei Kaderfunktionen, Konkurrenzverboten mit Karenzentschädigung, internationalen Sachverhalten oder Branchen mit Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ist eine Anwältin oder ein Anwalt unerlässlich.
Gilt der Vertrag auch für Teilzeit?
Ja. Den Beschäftigungsgrad in § 4.2 entsprechend anpassen. Ferien und Lohn werden anteilig zum Vollpensum berechnet.