Säule 3a für Selbständige Schweiz 2026: Anbieter-Vergleich VIAC, finpension, Frankly, Swiss Life, Helvetia, Liberty, Baloise

2. Juni 20269 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Selbständige ohne Pensionskasse können 2026 bis zu 20 Prozent ihres Netto-Erwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal CHF 36'288 pro Jahr (5-fach der Standardgrenze von CHF 7'258 für Arbeitnehmende mit PK).
  • Die Steuerersparnis beträgt typisch 25 bis 40 Prozent des Einzahlungsbetrags, abhängig vom Grenzsteuersatz im Wohnsitzkanton und der Gemeinde.
  • VIAC, finpension und Frankly dominieren den digitalen Säule-3a-Markt mit niedrigen Gebühren (0.40 bis 0.49 Prozent), breiten Aktienquoten (bis 99 Prozent) und vollständig digitalen Prozessen.
  • Versicherungs-Säule-3a (Swiss Life, Helvetia, Baloise) kombinieren Sparen mit Risiko-Versicherung (Tod, Invalidität), kosten dafür 0.8 bis 1.5 Prozent jährlich und haben weniger Anlage-Flexibilität.
  • Liberty Vorsorge ist eine Schweizer Vorsorgestiftung mit Schwerpunkt auf indexierten Strategien und transparenter Kostenstruktur, geeignet für mittelfristige Anleger zwischen ETF-Bank (VIAC) und Versicherung.
  • Schweizer Selbständige nutzen typisch eine Kombination: ein digitaler ETF-Anbieter (VIAC oder finpension) für reine Vermögensanlage und gelegentlich eine Versicherungs-Säule-3a für Risikoabsicherung.

Die Säule 3a ist für Schweizer Selbständige ohne Pensionskasse das wichtigste Vorsorge- und Steueroptimierungs-Instrument. Statt der Standardgrenze von CHF 7'258 für Arbeitnehmende mit BVG-Anschluss können Selbständige 2026 bis zu CHF 36'288 jährlich einzahlen, was bei mittlerem Grenzsteuersatz CHF 10'000 bis 12'000 Steuerersparnis pro Jahr bringt.

Dieser Vergleich zeigt die sieben dominierenden Schweizer Säule-3a-Anbieter für Selbständige 2026, ihre Gebührenstrukturen, Anlage-Strategien und Eignungsprofile, plus die Strategie der gestaffelten Eröffnung mehrerer Konten für die spätere Steueroptimierung bei der Auszahlung.

Kurze Antwort

Für die reine Vermögensanlage mit niedrigsten Kosten dominieren VIAC und finpension (ETF-basiert, 0.39 bis 0.40 Prozent jährlich, vollständig digital). Frankly als ZKB-Tochter ist die ETF-Alternative für Selbständige mit Wunsch nach Kantonalbank-Verbindung. Liberty Vorsorge eignet sich für transparente Schweizer Indexstrategien. Versicherungs-Säule-3a (Swiss Life, Helvetia, Baloise) lohnt sich nur, wenn Risikoabsicherung gegen Tod oder Invalidität benötigt wird.

Die Säule 3a für Selbständige: Grundlagen 2026

Wer ist «Selbständig» für die Säule 3a?

Selbständig erwerbende sind Personen, die von der AHV-Ausgleichskasse als selbständig anerkannt sind. Voraussetzungen: Arbeit für mehrere Auftraggeber, eigenes Arbeitsmaterial, eigene Geschäftsräume, wirtschaftliches Risiko. Inhaber von Einzelunternehmen, einfachen Gesellschaften und Personengesellschaften (KlG, KG) sind typisch selbständig.

Inhaber von GmbH oder AG sind formal angestellte ihrer eigenen Gesellschaft und unterliegen der normalen Säule-3a-Grenze von CHF 7'258, sofern die Gesellschaft ihnen einen Pensionskassen-Anschluss bietet. Ohne PK-Anschluss kann auch der Inhaber einer GmbH/AG die grosse Säule 3a nutzen, was bei Solo-GmbH-Strukturen ein wichtiges steueroptimierendes Element ist.

Maximal-Einzahlung 2026

StatusMaximum jährlich
Arbeitnehmer mit PK-AnschlussCHF 7'258
Selbständig OHNE PK-Anschluss20 Prozent des Netto-Erwerbseinkommens, max. CHF 36'288
Selbständig MIT zusätzlichem PK-Anschluss (Teilzeit-Anstellung)CHF 7'258

Steuerersparnis pro CHF 10'000 Einzahlung (Wohnsitzkanton, Grenzsteuersatz)

Kanton (Wohnort)GrenzsteuersatzSteuerersparnis pro CHF 10'000
Zug22 ProzentCHF 2'200
Schwyz24 ProzentCHF 2'400
Nidwalden23 ProzentCHF 2'300
Luzern26 ProzentCHF 2'600
Aargau30 ProzentCHF 3'000
Zürich (Stadt)32 ProzentCHF 3'200
Bern (Stadt)35 ProzentCHF 3'500
Basel-Stadt36 ProzentCHF 3'600
Waadt38 ProzentCHF 3'800
Genf41 ProzentCHF 4'100

Anbieter-Übersicht 2026

AnbieterTypVerwaltungsgebührAktienquote maxStärken
VIACETF-Bank (WIR Bank)0.40 Prozent99 ProzentNiedrigste Gebühr, viele Strategien, intuitive App
finpensionETF-Stiftung0.39 Prozent99 ProzentNiedrigste Gebühr, transparente Schweizer Fonds
FranklyETF-Bank (ZKB)0.47 Prozent95 ProzentZKB-Verbindung, einfache Strukturen
Liberty VorsorgeVorsorgestiftung0.50 Prozentbis 95 ProzentTransparente Schweizer Indexierung
Swiss LifeVersicherer0.8 bis 1.5 Prozenttypisch 50 ProzentRisikoabsicherung integriert
HelvetiaVersicherer0.8 bis 1.5 Prozenttypisch 50 ProzentRisikoabsicherung, Beratung
BaloiseVersicherer0.8 bis 1.5 Prozenttypisch 50 ProzentRisikoabsicherung, ausgewogen

VIAC: ETF-Bank mit Schweizer Marktführerschaft

Stärken

  • Tiefe jährliche Gebühr: 0.40 Prozent (Verwaltung) plus typisch 0.05 bis 0.20 Prozent TER für ETFs, total ca. 0.45 bis 0.60 Prozent
  • Über 50 vordefinierte Strategien plus individuelle Anpassung
  • Aktienquote bis 99 Prozent möglich
  • Vollständig digital (App-basiert, kein Filialbesuch)
  • Kostenlose Strategie-Wechsel
  • Stiftungs-Träger: WIR Bank Genossenschaft

Schwächen

  • Strategie-Tiefe für sehr individuelle Wünsche begrenzt
  • Kein Filial-Beratungsnetz
  • WIR-Bank-Verbindung weniger bekannt als Kantonalbank-Pendants

Eignung für Selbständige

Ideal für Selbständige, die ein reines Vermögensanlage-Säule-3a-Konto suchen, mit langfristigem Anlagehorizont (10 Jahre plus) und mittlerem bis hohem Aktien-Anteil. Detaillierte Bewertung in VIAC Bewertung.

finpension: ETF-Stiftung mit Transparenz-Fokus

Stärken

  • Tiefste Verwaltungsgebühr: 0.39 Prozent
  • Transparente Schweizer Index-Fonds (Credit Suisse Indexfonds nun UBS, Indexfonds Schweiz)
  • Aktienquote bis 99 Prozent
  • Online-Plattform mit detaillierten Berichten
  • Stiftungs-Träger: finpension AG

Schwächen

  • Weniger bekannt als VIAC und Frankly
  • Weniger Strategie-Vielfalt als VIAC
  • Kein Filial-Beratungsnetz

Eignung für Selbständige

Ideal für Selbständige, die maximale Transparenz und niedrigste Kosten suchen, mit Schwerpunkt auf Schweizer indexierten Strategien. Detaillierte Bewertung in finpension Bewertung.

Frankly: ZKB-ETF-Säule-3a

Stärken

  • ZKB-Verbindung als Sicherheits-Anker für konservativere Anleger
  • Gebühr 0.47 Prozent, akzeptabel im Marktvergleich
  • Aktienquote bis 95 Prozent
  • Vollständig digital mit App
  • Kombination mit ZKB-Geschäftskonto vorteilhaft

Schwächen

  • Etwas höhere Gebühr als VIAC und finpension
  • Strategie-Vielfalt weniger als VIAC
  • Aktienquote nur bis 95 Prozent (vs 99 Prozent bei VIAC/finpension)

Eignung für Selbständige

Ideal für Selbständige mit ZKB-Geschäftsbeziehung, die Konsistenz im Bank-Ökosystem schätzen. Detaillierte Bewertung in Frankly Bewertung.

Liberty Vorsorge: Schweizer Vorsorgestiftung

Stärken

  • Transparente Schweizer Indexstrategien
  • Gebühr 0.50 Prozent plus TER
  • Aktienquote bis 95 Prozent
  • Beratungs-Hotline und teils Filialberatung
  • Stiftungs-Träger: Liberty Vorsorge AG

Schwächen

  • Etwas weniger digital als VIAC und finpension
  • Weniger Strategie-Vielfalt
  • Höherer Mindestbetrag bei einigen Strategien

Eignung für Selbständige

Ideal für Selbständige im mittleren Segment, die zwischen reiner ETF-Bank (VIAC) und Versicherer (Swiss Life) suchen, mit Wunsch nach Beratung. Detaillierte Bewertung in Liberty Vorsorge Bewertung.

Swiss Life: Versicherungs-Säule-3a für Selbständige

Stärken

  • Risikoabsicherung integriert (Tod, Invalidität)
  • Garantierte Mindest-Rendite bei klassischen Verträgen
  • Vorsorgeberatung in Generalagenturen
  • Grösster Schweizer Lebensversicherer

Schwächen

  • Hohe Gebühren: 0.8 bis 1.5 Prozent jährlich plus Versicherungs-Komponente
  • Langjährige Vertragsbindung (typisch 10 bis 30 Jahre)
  • Bei vorzeitiger Auflösung Rückkaufswert oft unter Einzahlungen
  • Reduzierte Anlage-Flexibilität

Eignung für Selbständige

Sinnvoll, wenn neben dem Säule-3a-Sparen Risikoabsicherung gegen Tod oder Invalidität benötigt wird (z.B. Selbständige mit Familienverantwortung und ohne KTG-Versicherung). Detaillierte Bewertung in Swiss Life Bewertung.

Helvetia: Versicherungs-Säule-3a mit Beratungsnähe

Stärken

  • Generalagentur-Netz für persönliche Beratung
  • Risikoabsicherung integriert
  • Sammelstiftung mit Vollversicherung verfügbar
  • St. Galler Tradition mit ausgewogenen Konditionen

Schwächen

  • Hohe Gebühren ähnlich Swiss Life
  • Geringere digitale Self-Service als VIAC und finpension
  • Langjährige Vertragsbindung

Eignung für Selbständige

Sinnvoll für regional verwurzelte Selbständige mit Wunsch nach persönlicher Beratung im eigenen Ort. Detaillierte Bewertung in Helvetia Versicherung Bewertung.

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Baloise: Versicherungs-Säule-3a mit ausgewogenem Profil

Stärken

  • Branchenneutrale Beratung
  • Solide Mischung aus Sparen und Risikoabsicherung
  • Basler Standort mit langjähriger Tradition

Schwächen

  • Hohe Gebühren ähnlich Konkurrenz
  • Standard-Pakete ohne spezifische Selbständigen-Optimierung
  • Vergleichsweise weniger digital

Eignung für Selbständige

Sinnvoll für Selbständige mit Basler Verbindung oder bestehender Baloise-Versicherungsbeziehung. Detaillierte Bewertung in Baloise Bewertung.

Strategie: gestaffelte Eröffnung mehrerer Konten

Eine zentrale Steueroptimierungs-Strategie für Schweizer Selbständige ist die Eröffnung mehrerer Säule-3a-Konten und die gestaffelte Auszahlung in unterschiedlichen Steuerjahren.

Mechanik

  • Bei Auszahlung wird das gesamte Säule-3a-Vermögen pro Konto getrennt zum reduzierten Vorsorgekapital-Tarif besteuert
  • Die Schweizer Steuersätze sind progressiv: höhere Auszahlungen werden zu höheren Sätzen besteuert
  • Bei Auszahlung mehrerer Konten in unterschiedlichen Steuerjahren wird jedes Konto separat zum reduzierten Tarif besteuert
  • Gestaffelte Auszahlung über 5 bis 10 Jahre reduziert die kumulative Steuerbelastung um 30 bis 50 Prozent gegenüber einer einmaligen Auszahlung

Beispielrechnung

Selbständiger mit CHF 600'000 Säule-3a-Vermögen bei Pensionierung:

StrategieSteuerbelastung
Einmalige Auszahlung CHF 600'000 in einem Jahrca. CHF 65'000 bis 80'000 (10 bis 13 Prozent)
Gestaffelte Auszahlung über 5 Jahre (5 × CHF 120'000)ca. CHF 35'000 bis 50'000 (6 bis 8 Prozent)
Gestaffelte Auszahlung über 10 Jahre (10 × CHF 60'000)ca. CHF 22'000 bis 35'000 (4 bis 6 Prozent)

Praktische Umsetzung

  • 3 bis 5 Säule-3a-Konten bei unterschiedlichen Anbietern eröffnen
  • Einzahlungen über die Jahre möglichst gleichmässig auf die Konten verteilen
  • Bei Pensionierung über 5 bis 10 Jahre gestaffelt beziehen
  • Jährliche Auszahlung möglichst gleich gross, um progressionsbedingte Mehrbelastung zu vermeiden

Vergleich nach Selbständigen-Profil

Solo-Beratungs-KMU, 30 Jahre alt, hohes Einkommen, Familie

  • Hauptkonto: VIAC oder finpension mit 99 Prozent Aktienquote (langer Anlagehorizont)
  • Optional: Helvetia oder Swiss Life Risiko-Lebensversicherung für Familienabsicherung
  • Strategie: 3 bis 4 Konten eröffnen, gestaffelte Auszahlung planen

Designer-Solo-KMU, 45 Jahre alt, mittleres Einkommen

  • Hauptkonto: Frankly (ZKB-Verbindung) oder VIAC mit 80 Prozent Aktienquote
  • Strategie: 2 bis 3 Konten, kombiniertes Sparen und Risikoabsicherung über Helvetia

Selbständiger Berater, 55 Jahre alt, geringerer Risikoappetit

  • Hauptkonto: Liberty Vorsorge mit 50 Prozent Aktienquote (Verlustpuffer wegen kürzerer Restlaufzeit)
  • Risikoabsicherung über Helvetia oder Baloise
  • Strategie: 2 Konten, gestaffelte Auszahlung über 3 bis 5 Jahre

Selbständige Frau, 35 Jahre alt, mittleres Einkommen, plant Mutterschaft

  • Hauptkonto: VIAC mit 90 Prozent Aktienquote
  • Risikoabsicherung über Swiss Life mit Kollektiv-Krankentaggeld
  • Strategie: jährliche Einzahlungen mit Unterbruch während Mutterschaftspause

Häufige Fehler bei Selbständigen-Säule-3a

Nur ein Konto eröffnen

Ein einzelnes Säule-3a-Konto erlaubt keine gestaffelte Auszahlung und führt bei Pensionierung zu höherer Steuerbelastung. Empfehlung: 3 bis 5 Konten eröffnen.

Vollanlage in Aktien ohne Liquiditätsreserve

Bei 99 Prozent Aktienquote und Marktcrash kurz vor geplanter Auszahlung droht erheblicher Vermögensverlust. Empfehlung: Aktienquote ab 5 Jahre vor Pensionierung schrittweise reduzieren.

Versicherungs-Säule-3a ohne Risikobedarf

Versicherungs-Säule-3a-Verträge kosten 0.8 bis 1.5 Prozent jährlich plus Versicherungs-Prämie. Ohne tatsächlichen Risikobedarf (z.B. Solo-Selbständige ohne Familienverantwortung) sind sie meist teurer als nötig.

Maximal-Beitrag nicht ausnutzen

Wer als Selbständige nur den Standardbetrag von CHF 7'258 einzahlt statt der Selbständigen-Grenze von CHF 36'288, lässt jährlich CHF 5'000 bis 12'000 Steuerersparnis liegen.

AHV-Selbständigkeit nicht offiziell bestätigt

Ohne offizielle AHV-Anerkennung der Selbständigkeit kann die Säule-3a-Stiftung den höheren Maximalbetrag verweigern. Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse vor der ersten erhöhten Einzahlung.

Vorzeitiger Bezug ohne Bezugsgrund

Säule-3a-Mittel können nur aus definierten Gründen vorzeitig bezogen werden (Eigenheim, Selbständigkeit, Auswanderung). Wer ohne anerkannten Grund versucht zu beziehen, wird abgelehnt; bei vorgetäuschten Gründen droht steuerliche Nachveranlagung.

Schritt-für-Schritt: Säule 3a für Selbständige einrichten

Phase 1: Vorbereitung

  • AHV-Anerkennung als selbständig bei der zuständigen Ausgleichskasse sicherstellen
  • Erwerbseinkommen der letzten 2 Jahre dokumentieren (für die 20-Prozent-Grenze)
  • Anlage-Strategie und Risiko-Profil festlegen

Phase 2: Konten eröffnen

  • 3 bis 5 Konten bei unterschiedlichen Anbietern eröffnen
  • Mindestens ein digitaler ETF-Anbieter (VIAC, finpension oder Frankly)
  • Optional Versicherungs-Säule-3a für Risikoabsicherung
  • Optional Liberty Vorsorge oder Bankstiftung als Ergänzung

Phase 3: Einzahlungen

  • Maximal-Betrag berechnen: 20 Prozent vom Netto-Erwerbseinkommen, max. CHF 36'288
  • Auf Konten gleichmässig verteilen
  • Vor 31. Dezember einzahlen, damit Steueroptimierung im selben Jahr greift
  • Einzahlungs-Bestätigung für Steuererklärung aufbewahren

Phase 4: Strategie-Anpassung

  • Jährlich Anlage-Strategie prüfen
  • Bei sich änderndem Risiko-Appetit Aktienquote anpassen
  • 5 bis 10 Jahre vor Pensionierung Aktienquote sukzessive reduzieren

Phase 5: Auszahlung

  • Auszahlungsplan 5 bis 10 Jahre vor Pensionierung erstellen
  • Gestaffelte Auszahlung über mehrere Steuerjahre
  • Steueroptimierung mit Steuerberater abklären

Weiterführende Ressourcen

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Haeufige Fragen

Wie hoch ist die maximale Einzahlung in die Säule 3a für Selbständige?
Selbständige ohne Anschluss an eine Pensionskasse (BVG) können 2026 bis zu 20 Prozent ihres Netto-Erwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen, maximal CHF 36'288 pro Jahr (sogenannter «grosse 3a», 5-fach der Standardgrenze von CHF 7'258 für Arbeitnehmende mit PK-Anschluss). Wer als Selbständige zusätzlich einen Teilzeit-Anstellungsverhältnis mit PK-Anschluss hat, fällt unter die niedrigere Grenze.
Welche Steuerersparnis bringt die Säule 3a für Selbständige?
Die Einzahlung wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Effektive Steuerersparnis hängt vom Grenzsteuersatz ab: in Niedrigsteuer-Kantonen (Zug, Schwyz, Nidwalden) typisch 20 bis 28 Prozent, in mittleren Kantonen (Zürich, Bern, Aargau) 30 bis 35 Prozent, in Hochsteuer-Kantonen (Genf, Waadt, Basel-Stadt) 35 bis 42 Prozent. Bei CHF 30'000 Einzahlung und 35 Prozent Grenzsteuersatz spart der Selbständige CHF 10'500 Steuern pro Jahr.
Welcher Säule-3a-Anbieter ist 2026 der beste für Selbständige?
Es gibt keinen pauschal besten Anbieter, sondern Kategorien. Für reine Vermögensanlage mit niedrigsten Kosten: VIAC (0.40 Prozent), finpension (0.39 Prozent), Frankly (0.47 Prozent). Für Schweizer Indexstrategien mit transparenter Kostenstruktur: Liberty Vorsorge. Für Risikoabsicherung kombiniert mit Sparen: Swiss Life, Helvetia oder Baloise als Versicherungs-Säule-3a. Selbständige nutzen typisch eine Kombination: Digital-Anbieter für die Hauptanlage, eventuell Versicherer für Risikoabsicherung.
Was sind die Unterschiede zwischen Bank-Säule-3a und Versicherungs-Säule-3a?
Bank-Säule-3a (VIAC, finpension, Frankly, Bankstiftungen): reine Vermögensanlage in Aktien-, Obligationen- oder gemischten Strategien. Keine Risikoabsicherung. Jederzeit kündbar, keine Mindestlaufzeit. Versicherungs-Säule-3a (Swiss Life, Helvetia, Baloise, Allianz): kombiniert Sparen mit Risikoabsicherung (Tod, Invalidität). Verträge meist über 10 bis 30 Jahre mit Rückkaufswerten. Höhere Kosten, weniger Anlage-Flexibilität. Für Selbständige mit Familienverantwortung sinnvoll, sonst typisch teurer als nötig.
Wann werden Säule-3a-Gelder ausbezahlt?
Drei Standard-Anlässe: erstens AHV-Rentenalter (Frauen 64, Männer 65, ab 2025 schrittweise Erhöhung); zweitens definitiver Wegzug aus der Schweiz; drittens Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder Wechsel in eine andere selbständige Erwerbstätigkeit. Zusätzliche Sonderanlässe: Erwerb von Wohneigentum (Eigenheim, einmal alle 5 Jahre), Amortisation einer Hypothek auf das Eigenheim, Invalidität, Tod (Auszahlung an Begünstigte).
Wie wird die Säule-3a-Auszahlung besteuert?
Die Auszahlung wird getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Sondersatz besteuert (Vorsorgekapital-Tarif). Bundessteuer-Tarif: 1/5 des ordentlichen Tarifs. Kantonssteuer: variabel, typisch reduziert. Effektive Steuerbelastung 5 bis 12 Prozent, deutlich tiefer als der Grenzsteuersatz beim Einzahlen (25 bis 42 Prozent). Strategie: gestaffelte Auszahlung über mehrere Steuerjahre reduziert die kumulative Belastung.
Kann ich die Säule 3a vorzeitig beziehen, um in mein Startup zu investieren?
Ja, bei Aufnahme oder wesentlichem Wechsel einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Voraussetzung: AHV-Anerkennung als selbständig und Vorlage des Geschäftsplans bei der Säule-3a-Stiftung. Die Auszahlung erfolgt einmalig zum reduzierten Vorsorgekapital-Tarif. Steuerliche Behandlung: getrennte Besteuerung mit Sondersatz. Wer mehrere Säule-3a-Konten hat, sollte gestaffelt beziehen, um die kumulative Steuerbelastung zu minimieren.
Michael Bauer

Michael Bauer

Startup-Finanzierung und Investoren

Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.