Betrieb

Pflichtversicherungen KMU Schweiz 2026: Gesetzlich vorgeschriebene Arbeitgeber-Versicherungen im Überblick

18. Juli 20266 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs gesetzlich vorgeschriebene Arbeitgeber-Versicherungen für Schweizer KMU 2026: UVG (Unfallversicherung ab erstem Mitarbeitenden), BVG (2. Säule ab Lohn CHF 22'050), AHV/IV/EO (1. Säule, 10.6 Prozent paritätisch), ALV (Arbeitslosenversicherung, 2.2 Prozent paritätisch), FAK (Familienzulagen, kantonal 1.2 bis 3.6 Prozent), teilweise MTV/Vaterschafts-Versicherungen kantonal.
  • Arbeitgeber-Anteil 2026 an Pflicht-Versicherungen typisch 12 bis 20 Prozent der Lohnsumme: AHV/IV/EO 5.3 Prozent, ALV 1.1 Prozent, FAK 1.2 bis 3.6 Prozent (kantonal, voll Arbeitgeber), UVG BU 0.1 bis 6.0 Prozent (voll Arbeitgeber), BVG mindestens 50 Prozent der Beiträge. Mitarbeiter-Anteil ähnlich 12 bis 18 Prozent.
  • Anmelde-Pflichten beim ersten Mitarbeitenden 2026: AHV-Ausgleichskasse (kantonal, sofort); UVG-Versicherer (Suva bei Suva-Branchen, sonst Privatversicherer, sofort); FAK-Ausgleichskasse (sofort); BVG-Sammelstiftung innert 6 Monaten nach erster Anstellung mit versicherungspflichtigem Lohn; Quellensteuer-Anmeldung bei Mitarbeitenden mit B- oder C-Bewilligung.
  • Suva-Pflicht für rund 130 risikoreiche Branchen 2026: Bau, Industrie, Handwerk, Transport, Gastronomie, Forst- und Landwirtschaft. Alle anderen Branchen wählen frei zwischen Privatversicherern (Axa, Helvetia, Allianz, Mobiliar, Baloise, Zurich, Generali). Zuordnung nach NOGA-Code beim BFS.
  • Praktisch unverzichtbar aber nicht gesetzlich Pflicht 2026: KTG-Krankentaggeld (ohne KTG gilt Lohnfortzahlung nach Berner Skala), UVGZ (bei Hochlohn-Mitarbeitenden), Betriebshaftpflicht, Sachversicherung, Cyber-Versicherung, Rechtsschutz. Bei branchen-spezifischen KMU zusätzlich Berufshaftpflicht (E&O) und Bauwesenversicherung.
  • Häufigste Fehler bei Schweizer Startups 2026: BVG-Anmeldung verzögert (Frist 6 Monate); falsche UVG-Branchen-Klassifikation (NOGA-Code prüfen); Quellensteuer bei ausländischen Mitarbeitenden vergessen; KTG-Lücke ohne KTG mit Lohnfortzahlungs-Pflicht; MTV in Genf oder anderen Kantonen mit eigener MTV übersehen.

Schweizer KMU müssen 2026 sechs gesetzliche Arbeitgeber-Versicherungen abschliessen: UVG, BVG, AHV/IV/EO, ALV, FAK und je nach Kanton MTV. Arbeitgeber-Anteil typisch 12 bis 20 Prozent der Lohnsumme.

Diese Übersicht zeigt 2026 die Pflicht-Versicherungen, Eintrittsschwellen, Beitragssätze, Anmelde-Pflichten, Anbieter und praktisch unverzichtbare Ergänzungs-Versicherungen.

Kurze Antwort

Pflicht 2026: UVG (Suva bei 130 Branchen), BVG (ab CHF 22'050 Lohn), AHV/IV/EO, ALV, FAK, kantonale MTV. Arbeitgeber-Anteil 12 bis 20 Prozent der Lohnsumme. Anmelde-Pflichten beim ersten Mitarbeitenden: sofort bei AHV-, UVG- und FAK-Kassen; innert 6 Monaten bei BVG. Praktisch unverzichtbar zusätzlich: KTG, UVGZ, Betriebshaftpflicht, Sach, Cyber, Rechtsschutz.

Sechs gesetzlich vorgeschriebene Arbeitgeber-Versicherungen 2026

1. UVG-Unfallversicherung

Pflichtgrundlage: UVG (Bundesgesetz über die Unfallversicherung) ab erstem Mitarbeitenden

Anbieter-Wahl

  • Suva-Pflicht für rund 130 risikoreiche Branchen (Bau, Industrie, Handwerk, Transport, Gastronomie, Forst)
  • Freie Wahl zwischen Privatversicherern für alle anderen Branchen: Axa, Helvetia, Allianz, Mobiliar, Baloise, Zurich, Generali

Prämie 2026

  • BU (Berufsunfall, Arbeitgeber): 0.1 bis 6.0 Prozent Lohnsumme
  • NBU (Nichtberufsunfall, typisch Mitarbeitende): 1.2 bis 2.4 Prozent

Anmelde-Frist: sofort mit erster Anstellung

Detail in UVG Versicherungen für KMU Schweiz.

2. BVG-Berufliche Vorsorge (2. Säule)

Pflichtgrundlage: BVG ab Lohn CHF 22'050 pro Jahr (Eintrittsschwelle 2026)

Anmelde-Frist: innert 6 Monaten nach erster Anstellung

Anbieter-Wahl

  • Branchen-Sammelstiftung (HOTELA für Gastgewerbe, Spida für Bau)
  • Versicherungs-Sammelstiftung (Swiss Life, Helvetia, Allianz, Axa, Baloise)
  • Unabhängige Sammelstiftung (Asga, Profond)
  • Eigene Pensionskasse

Beitragssätze 2026 (gestaffelt nach Alter)

AlterMindest-Beitrag
25 bis 34 Jahre7 Prozent koordinierter Lohn
35 bis 44 Jahre10 Prozent
45 bis 54 Jahre15 Prozent
55 bis 65 Jahre18 Prozent

Koordinierter Lohn 2026: Jahreslohn minus Koordinationsabzug CHF 25'725, maximal CHF 88'200 versichert

Arbeitgeber-Anteil: mindestens 50 Prozent der Beiträge

3. AHV/IV/EO (1. Säule plus Erwerbsersatz)

Pflichtgrundlage: AHVG, IVG, EOG ab erstem Mitarbeitenden

Anbieter: kantonale Ausgleichskasse (keine Wahl)

Beitragssatz 2026: 10.6 Prozent Bruttolohn, paritätisch (5.3 Prozent Arbeitgeber, 5.3 Prozent Mitarbeiter)

Anmelde-Frist: sofort mit erster Anstellung

4. ALV-Arbeitslosenversicherung

Pflichtgrundlage: AVIG ab erstem Mitarbeitenden

Anbieter: über kantonale Ausgleichskasse

Beitragssatz 2026:

  • 2.2 Prozent bis Jahreslohn CHF 148'200, paritätisch (1.1 Prozent Arbeitgeber, 1.1 Prozent Mitarbeiter)
  • Zusätzlicher Solidaritätsbeitrag 1.0 Prozent für Lohnanteile darüber

5. FAK-Familienzulagen

Pflichtgrundlage: FamZG plus kantonale Gesetzgebung ab erstem Mitarbeitenden

Anbieter: kantonale Familien-Ausgleichskasse

Beitragssatz 2026 (kantonal, voll Arbeitgeber)

KantonFAK-Satz
Zürich1.2 Prozent
Bern1.6 Prozent
Genf2.4 Prozent
Waadt2.0 Prozent
Tessin2.7 Prozent
Basel-Stadt1.6 Prozent
St. Gallen1.6 Prozent
Zug1.4 Prozent

6. MTV-Mutterschafts-Versicherung (kantonal)

Pflichtgrundlage: kantonal unterschiedlich

Verbreitung 2026: Genf mit eigener MTV; sonstige Kantone via EO-Erwerbsersatz

Beitragssatz Genf 2026: 0.038 Prozent Arbeitgeber-Anteil

Anbieter: kantonale Sozialversicherungs-Anstalt

Sechs praktisch unverzichtbare (nicht-Pflicht) Versicherungen

1. KTG-Krankentaggeld

Funktion: Lohnersatz bei Krankheit (80 Prozent ab 30. Tag, 720 Tage)

Ohne KTG: Lohnfortzahlungs-Pflicht nach Art. 324a OR (Berner, Basler oder Zürcher Skala)

Prämie 2026: 1.0 bis 2.5 Prozent Lohnsumme

2. UVGZ-Unfallversicherungs-Zusatz

Funktion: Lohnersatz über UVG-Höchstlohn CHF 148'200 hinaus

Wann nötig: bei Mitarbeitenden über CHF 100'000 Jahreslohn

Prämie 2026: 0.3 bis 1.0 Prozent Lohnsumme

Detail in Axa UVGZ vs Helvetia UVGZ Schweiz.

3. Betriebshaftpflicht

Funktion: Personen-, Sach-, Vermögensschäden Dritter

Prämie 2026: 0.5 bis 2.5 Promille Umsatz

Detail in Betriebshaftpflichtversicherung KMU Kosten Schweiz.

4. Sachversicherung

Funktion: Inventar, Geräte, Waren, Lager, Betriebsunterbruch

Prämie 2026: 0.1 bis 0.5 Prozent Versicherungssumme

Detail in Geschäftsinhaltsversicherung KMU Schweiz.

5. Cyber-Versicherung

Funktion: Cyber-Angriffe, Datenschutz-Vorfälle, Business-Interruption

Prämie 2026: CHF 1'500 bis 6'000 pauschal

Detail in Cyberversicherung KMU Schweiz.

6. Rechtsschutz

Funktion: Anwalts- und Gerichtskosten

Prämie 2026: CHF 600 bis 2'000 pauschal

Brauchen Sie Hilfe bei der Gründung?

Wir vermitteln kostenlos geprüfte Schweizer Experten.

Anmelde-Pflichten beim ersten Mitarbeitenden

VersicherungFristStelle
AHV-Ausgleichskassesofortkantonale Ausgleichskasse
UVG-VersicherersofortSuva oder Privatversicherer
FAK-Ausgleichskassesofortkantonale FAK
ALVsofortüber AHV-Ausgleichskasse
BVG-Sammelstiftunginnert 6 Monatengewählte Sammelstiftung
Quellensteuerbei ausländischen MAkantonale Steuerverwaltung

Suva-pflichtige Branchen 2026

Vollständige Kategorien

BrancheBeispiele
Bau und BaunebengewerbeHochbau, Tiefbau, Sanitär, Elektro, Maler, Gipser
Industrie und ProduktionMaschinenbau, Chemie, Pharma, Metallbau
HandwerkSchreinerei, Metzgerei, Bäckerei
Transport und LogistikLKW, Speditionen, Kurier
Gastronomie und HotellerieRestaurants, Hotels, Catering
Forst- und LandwirtschaftLandwirte, Forstbetriebe
BergbauSteinbrüche

Zuordnung

Zuordnung erfolgt nach NOGA-Code (Nomenclature Générale des Activités économiques) beim BFS. Bei Mischbranchen entscheidet Suva selbst.

Kosten-Beispiel 2026: KMU mit 10 Mitarbeitenden

Setup: Beratungs-KMU (nicht Suva-pflichtig), Lohnsumme CHF 800'000, Sitz Zürich

Arbeitgeber-Anteil Pflicht-Versicherungen

VersicherungSatzArbeitgeber-Anteil
AHV/IV/EO5.3 ProzentCHF 42'400
ALV1.1 ProzentCHF 8'800
FAK (ZH)1.2 ProzentCHF 9'600
UVG BU0.2 ProzentCHF 1'600
BVG (mindestens)ca. 8 ProzentCHF 32'000
Total PflichtCHF 94'400

Als Prozent Lohnsumme: 11.8 Prozent

Ergänzende (nicht-Pflicht) Versicherungen

VersicherungPrämie
KTG (1.2 Prozent)CHF 9'600
UVGZ (0.5 Prozent)CHF 4'000
BetriebshaftpflichtCHF 2'000
SachversicherungCHF 800
Cyber-VersicherungCHF 3'000
RechtsschutzCHF 1'200
Total empfohlenCHF 20'600

Total Arbeitgeber-Belastung

CHF 115'000 jährlich (14.4 Prozent Lohnsumme)

Sanktionen bei Nichteinhaltung

BVG-Verzögerung

  • Rückwirkende Beitrags-Forderung mit Verzugszinsen 4 Prozent
  • Sanktionen der BVG-Aufsichtsbehörde
  • Persönliche Haftung Geschäftsführung

UVG-Verzögerung

  • Nachzahlung Beiträge mit Verzugszinsen
  • Bei Unfall in ungedeckter Zeit: persönliche Haftung des Arbeitgebers für Unfall-Kosten

AHV-Verzögerung

  • Nachzahlung mit Verzugszinsen 4.75 Prozent
  • Bei wiederholter Verzögerung: Verfahren durch Ausgleichskasse

Quellensteuer-Versäumnis

  • Nachzahlung mit Verzugszinsen
  • Bussen bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit

Häufigste Fehler bei Schweizer Startups

BVG-Anmeldung verzögert

Frist 6 Monate wird oft überschritten. Bei Verzögerung Sanktionen.

Falsche UVG-Branchen-Klassifikation

NOGA-Code definiert Branche und Tarif. Bei falscher Klassifikation rückwirkende Anpassungen.

Quellensteuer bei ausländischen Mitarbeitenden vergessen

B- oder C-Bewilligung (ohne Schweizer Pass-Anspruch) sind quellensteuer-pflichtig. Bei Versäumnis Sanktionen.

KTG-Lücke ohne KTG-Versicherung

Bei langer Krankheit trägt Arbeitgeber Lohn-Fortzahlung nach Berner Skala selbst. Kann existenzbedrohend sein.

MTV in Genf oder anderen Kantonen mit eigener MTV übersehen

Genf und einige andere Kantone haben eigene MTV. Übersehen führt zu Nachzahlungen.

UVGZ vergessen bei Hochlohn-Mitarbeitenden

Bei Lohn über CHF 100'000 Jahreslohn ohne UVGZ Lohn-Lücken bei Unfall. Bei Geschäftsführer besonders kritisch.

Bündel-Strategie 2026

Empfehlung: alle nicht-Pflicht-Versicherungen (UVGZ, KTG, Sach, Betriebshaftpflicht, Rechtsschutz) bei einem Hauptversicherer für 5 bis 15 Prozent Bündel-Rabatt.

Empfohlene Anbieter

  • Klassisch (regionale Verwurzelung): Mobiliar, Helvetia
  • Digital-affin: Axa Schweiz
  • Konzern-Bündel: Allianz Suisse
  • Standard-KMU: Baloise

Detail in KMU-Komplettversicherung für Dienstleister Schweiz.

Weiterführende Ressourcen

Brauchen Sie Hilfe beim Gründen?

Wir vermitteln Ihnen kostenlos und unverbindlich passende geprüfte Schweizer Experten, in 2 Minuten.

Kostenlos & unverbindlich

Haeufige Fragen

Welche Versicherungen sind für Schweizer KMU gesetzlich Pflicht?
Sechs Pflicht-Versicherungen 2026: erstens UVG-Unfallversicherung ab erstem Mitarbeitenden (Suva für rund 130 risikoreiche Branchen, sonst freie Wahl zwischen Privatversicherern); zweitens BVG (Berufliche Vorsorge, 2. Säule) ab Lohn CHF 22'050 pro Jahr; dritten AHV/IV/EO (1. Säule) ab erstem Mitarbeitenden; viertens ALV (Arbeitslosenversicherung) ab erstem Mitarbeitenden; fünftens FAK (Familienzulagen) ab erstem Mitarbeitenden mit kantonal unterschiedlichen Sätzen; sechstens je nach Kanton MTV (Mutterschafts-Versicherung, z.B. Genf) oder Vaterschafts-Versicherung. Quellensteuer-Abzug bei Mitarbeitenden mit B- oder C-Bewilligung ist Pflicht des Arbeitgebers, ist aber keine Versicherung sondern Steuer-Erhebung.
Was kostet die volle Versicherungs-Pflicht für ein Schweizer KMU 2026?
Pflicht-Versicherungen 2026 als Prozent der Lohnsumme: Arbeitgeber-Anteil 12 bis 20 Prozent, Mitarbeiter-Anteil 12 bis 18 Prozent, Total 24 bis 38 Prozent. Beispiel: KMU mit Lohnsumme CHF 800'000 zahlt jährlich CHF 96'000 bis CHF 160'000 nur an Pflicht-Versicherungs-Arbeitgeber-Anteile. Aufteilung typisch: AHV/IV/EO CHF 42'400 (5.3 Prozent Arbeitgeber-Anteil); ALV CHF 8'800 (1.1 Prozent); FAK CHF 9'600 bis CHF 28'800 (1.2 bis 3.6 Prozent kantonal); UVG BU CHF 800 bis 48'000 (0.1 bis 6.0 Prozent branchen-abhängig); BVG-Arbeitgeber-Anteil CHF 32'000 bis 60'000 (Mindest 50 Prozent der BVG-Beiträge).
Wann muss ich mich bei BVG anmelden?
BVG-Anmeldung Pflicht innert 6 Monaten nach erster Anstellung mit versicherungspflichtigem Lohn 2026 (über Eintrittsschwelle CHF 22'050 pro Jahr). Bei Verzögerung: Sanktionen durch BVG-Aufsichtsbehörde, rückwirkende Beitrags-Forderung mit Verzugszinsen 4 Prozent, persönliche Haftung Geschäftsführung. Auswahl der Pensionskasse: Branchen-Sammelstiftung (z.B. HOTELA für Gastgewerbe, Spida für Bau, Proparis für Industrie), Versicherungs-Sammelstiftung (Swiss Life, Helvetia, Allianz, Axa, Baloise), unabhängige Sammelstiftung (Asga, Profond, Pensionskasse Pro), oder eigene Pensionskasse (ab gewisser Grösse). Bei Wahl mit Sammelstiftungs-Anschluss innerhalb der 6-Monats-Frist bleiben.
Wer muss zu Suva und wer kann zu Privatversicherer?
Suva-Pflicht 2026 für rund 130 risikoreiche Branchen: erstens Bau und Baunebengewerbe; zweitens Industrie und Produktion; dritten Handwerk (Schreiner, Elektriker, Maler, Gipser, Sanitär, Schlosser, Spengler, Dachdecker); viertens Transport und Logistik; fünftens Forst- und Landwirtschaft; sechstens Gastronomie und Hotellerie; siebtens Bergbau. Alle anderen Branchen wählen frei zwischen Privatversicherern: IT, Beratung, Finanzen, Handel ohne körperliche Last, Bildung, Medizin (ausserhalb Klinik), Kreativwirtschaft. Zuordnung erfolgt nach NOGA-Code beim BFS. Bei Mischbranchen entscheidet Suva selbst über Zuteilung.
Was ist der Unterschied zwischen Pflicht- und empfohlenen Versicherungen?
Sechs Pflicht-Versicherungen 2026 sind gesetzlich vorgeschrieben (UVG, BVG, AHV/IV/EO, ALV, FAK, MTV je nach Kanton) mit Sanktionen bei Nichteinhaltung. Sechs praktisch unverzichtbare aber nicht-Pflicht-Versicherungen 2026: erstens KTG-Krankentaggeld (ohne KTG gilt Lohnfortzahlung nach Berner Skala, kann Arbeitgeber finanziell belasten); zweitens UVGZ-Unfallversicherungs-Zusatz bei Mitarbeitenden über CHF 100'000 Jahreslohn (ohne UVGZ Lohn-Lücken bei Unfall); dritten Betriebshaftpflicht (Personen-, Sach-, Vermögensschäden Dritter); viertens Sachversicherung (Geschäftsinhalt); fünftens Cyber-Versicherung; sechstens Rechtsschutz. Branchen-spezifisch: Berufshaftpflicht (E&O) für Beratungs-KMU, Bauwesenversicherung für Bau-KMU. Detail in [KMU Versicherungscheck Schweiz](/vergleich/kmu-versicherungscheck-schweiz).
Welche Anmelde-Fristen gibt es beim ersten Mitarbeitenden?
Sechs Anmelde-Pflichten 2026: erstens AHV-Ausgleichskasse (sofort mit erster Anstellung; kantonal); zweitens UVG-Versicherer (sofort; Suva bei Suva-Branchen, sonst Privatversicherer); dritten FAK-Ausgleichskasse (sofort; kantonal); viertens ALV (über AHV-Ausgleichskasse, sofort); fünftens BVG-Sammelstiftung (innert 6 Monaten nach erster Anstellung mit versicherungspflichtigem Lohn); sechstens Quellensteuer-Anmeldung bei kantonaler Steuerverwaltung (bei ausländischen Mitarbeitenden mit B- oder C-Bewilligung; sofort). Bei Nichteinhaltung Sanktionen mit Nachzahlungen und Verzugszinsen. Empfehlung: 1 Monat vor erster Anstellung alle Anmeldungen vorbereiten; typischer Aufwand 4 bis 8 Stunden.
Welche Anbieter für Pflicht-Versicherungen?
Verschiedene Kategorien 2026: erstens AHV/IV/EO plus ALV: kantonale Ausgleichskasse (keine Wahl möglich; Zuordnung nach Kanton). Zweitens FAK: kantonale Familien-Ausgleichskasse oder Branchen-Kassen (je nach Kanton). Dritten UVG: Suva bei Suva-Branchen; sonst freie Wahl zwischen Axa Schweiz, Helvetia, Allianz Suisse, Mobiliar, Baloise, Zurich Versicherung, Generali Schweiz und weiteren. Viertens BVG: Branchen-Sammelstiftung (HOTELA Gastgewerbe, Spida Bau, Proparis Industrie), Versicherungs-Sammelstiftung (Swiss Life, Helvetia, Allianz, Axa, Baloise), unabhängige Sammelstiftung (Asga, Profond, Pensionskasse Pro), oder eigene Pensionskasse ab gewisser Grösse. Empfehlung: bei UVG plus UVGZ plus KTG plus Sach plus Betriebshaftpflicht Bündel bei einem Hauptversicherer mit 5 bis 15 Prozent Rabatt.
Anna Weber

Anna Weber

Compliance und Datenschutz

Anna Weber schreibt zu DSG, FINMA-Regulierung und branchenspezifischen Anforderungen. Sie arbeitet als Compliance-Beraterin.