VIAC vs. Liberty Vorsorge: Säule 3a im Vergleich, WIR Bank oder Liberty Stiftung? (2026)
Das Wichtigste in Kürze
- VIAC operiert über die Vorsorgestiftung der WIR Bank; Liberty Vorsorge ist eine eigenständige Vorsorgestiftung, die auch hinter finpension steht.
- Liberty Vorsorge bietet direkten Zugang zur Stiftung ohne die finpension-Benutzeroberfläche, oft zu ähnlichen oder günstigeren Gebühren.
- VIAC hat eine der bekanntesten und meistgenutzten 3a-Apps der Schweiz; Liberty Vorsorge ist weniger bekannt, aber funktional gleichwertig.
- Beide Anbieter ermöglichen hohe Aktienquoten (VIAC 97 Prozent, Liberty Vorsorge bis 95 bis 99 Prozent je nach Produkt) und ETF-basierte Investitionen.
- Die Wahl zwischen den beiden ist primär eine Frage der Benutzeroberfläche und der Stiftungspräferenz, nicht einer fundamentalen Leistungsdifferenz.
VIAC und Liberty Vorsorge stehen beide für digitales, ETF-basiertes Säule-3a-Sparen mit tiefen Gebühren. Das macht den Vergleich subtiler als den zwischen einem Digitalanbieter und einer traditionellen Versicherung. Der Hauptunterschied liegt in der Trägerstruktur und der Benutzerführung: VIAC mit der WIR-Bank-Stiftung, Liberty Vorsorge als eigenständige Stiftung, die auch das Fundament von finpension bildet.
Kurze Antwort
VIAC und Liberty Vorsorge sind gleichwertige digitale 3a-Lösungen. VIAC bietet eine etabliertere, bekanntere Plattform mit ausgezeichneter App. Liberty Vorsorge ermöglicht den direkten Stiftungszugang und ist die Grundlage hinter finpension. Die pragmatische Empfehlung: ein Konto bei VIAC, eines bei finpension (über Liberty Vorsorge), für optimale steuerliche Staffelung und Risikostreuung.
Auf einen Blick: VIAC vs. Liberty Vorsorge
| Kriterium | VIAC | Liberty Vorsorge |
|---|---|---|
| Trägerstruktur | Vorsorgestiftung WIR Bank | Liberty Vorsorge Stiftung (auch hinter finpension) |
| TER Gebühren (ca.) | Ca. 0,44 Prozent / Jahr | Ca. 0,39 bis 0,45 Prozent / Jahr |
| Maximale Aktienquote | 97 Prozent | Bis 99 Prozent (via finpension) |
| ETF-basiert | Ja | Ja |
| Digitale Benutzeroberfläche | VIAC-App (ausgezeichnet) | Liberty Vorsorge direkt oder finpension-App |
| Freizügigkeitskonto | Nein (primär 3a) | Ja (über finpension) |
| Mehrere 3a-Konten | Ja | Ja |
| Nachhaltige Strategie | Ja | Ja |
| Bekanntheit | Hoch (Marktpionier) | Mittel (als Liberty), hoch (als finpension) |
| Für wen | Alle 3a-Sparer | Anleger, die finpension oder den direkten Stiftungszugang bevorzugen |
VIAC: Pionier des digitalen 3a-Sparens
VIAC hat seit der Gründung 2017 mehr Kundinnen und Kunden für das digitale Anlage-3a gewonnen als fast jeder andere Anbieter und gilt als Referenz für günstige, transparente Säule-3a-Lösungen.
Die Stärke der WIR-Bank-Stiftung VIAC operiert über die Vorsorgestiftung der WIR Bank. Die WIR Bank ist eine FINMA-regulierte Schweizer Bank, die 1934 gegründet wurde und auf das Schweizer KMU-Geschäft spezialisiert ist. Das 3a-Kapital ist als Stiftungsvermögen rechtlich von der WIR-Bank-Bilanz getrennt. Die WIR Bank ist bekannt und etabliert, aber verglichen mit kantonalen Banken weniger institutionell prominent.
Portfoliostrategien und ETF-Auswahl VIAC bietet Strategien von Global 0 (kein Aktienanteil) bis Global 100 (97 Prozent Aktien). Alle Strategien investieren in kostengünstige globale Indexfonds: MSCI World, MSCI Emerging Markets, Schweizer Immobilien und Obligationen. Die Währungssicherung (CHF Hedge) ist optional wählbar. Der TER liegt bei ca. 0,44 Prozent pro Jahr.
App-Erfahrung als Differenzierungsmerkmal VIAC hat eine der meistgelobten Finanz-Apps der Schweiz entwickelt. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und für alle Erfahrungsniveaus zugänglich. Einzahlungen in wenigen Klicks, Echtzeit-Portfolioansicht, automatisches Rebalancing und steuerliche Dokumentation sind standardmässig enthalten.
Schwächen VIAC bietet keine Freizügigkeitskonten an (für Personen zwischen zwei Stellen) und ist auf die Säule 3a fokussiert. Die maximale Aktienquote von 97 Prozent ist leicht tiefer als die 99 Prozent von finpension (über Liberty Vorsorge).
Liberty Vorsorge: die Stiftung hinter finpension
Liberty Vorsorge ist eine unabhängige Schweizer Vorsorgestiftung, die eine wichtige Doppelrolle spielt: Sie ist die Trägerinstitution für das finpension-Angebot und bietet auch direkte Vorsorgelösungen an.
Die Stiftungsstruktur Liberty Vorsorge ist als eigenständige Stiftung organisiert. Das Stiftungsvermögen ist rechtlich selbständig und von keinem einzelnen Unternehmen abhängig. Das macht Liberty Vorsorge strukturell unabhängiger als Stiftungen, die eng mit einer einzelnen Bank verbunden sind (wie VIAC mit der WIR Bank).
finpension als digitale Benutzeroberfläche Für die meisten Anleger, die Liberty Vorsorge nutzen wollen, ist finpension der praktische Einstieg. finpension ist die digitale App, die auf der Liberty Vorsorge Stiftung aufbaut, mit sehr tiefen TER-Gebühren (ca. 0,39 Prozent), 99 Prozent maximaler Aktienquote und granularen Portfolioeinstellungen. Der Vorteil der Liberty-Stiftung wird so mit einer ausgezeichneten Benutzeroberfläche kombiniert.
Direktzugang zur Liberty Vorsorge Stiftung Liberty Vorsorge kann in einigen Fällen auch direkt zugänglich sein, ohne finpension als Zwischenlayer. Das ist vor allem für institutionelle Anleger oder für Anleger relevant, die direkten Stiftungszugang bevorzugen.
Freizügigkeitskonto, ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal Ein konkreter Vorteil von finpension (über Liberty Vorsorge) gegenüber VIAC: finpension bietet auch Freizügigkeitskonten für die berufliche Vorsorge (2. Säule) an. Wenn Sie den Job wechseln und das BVG-Guthaben vorübergehend bei einem Freizügigkeitsanbieter parken müssen, können Sie das bei finpension/Liberty Vorsorge direkt in ETFs investieren, mit denselben tiefen Kosten wie beim 3a-Konto. VIAC bietet diese Funktion nicht.
Schweizer Aktien und Immobilien Liberty Vorsorge (via finpension) bietet eine hohe Flexibilität bei der Allokation von Schweizer Aktien, internationalen Aktien, Schwellenländern, Immobilien und Obligationen. Das ermöglicht es Anlegern, das Portfolio genauer auf ihre Präferenzen abzustimmen als bei standardisierten Strategien.
Gebühren im direkten Vergleich
| Position | VIAC | Liberty Vorsorge / finpension |
|---|---|---|
| TER Verwaltungsgebühr | Ca. 0,44 Prozent / Jahr | Ca. 0,39 Prozent / Jahr (via finpension) |
| Auf CHF 20'000 Guthaben | Ca. CHF 88 / Jahr | Ca. CHF 78 / Jahr |
| Auf CHF 50'000 Guthaben | Ca. CHF 220 / Jahr | Ca. CHF 195 / Jahr |
| Auf CHF 100'000 Guthaben | Ca. CHF 440 / Jahr | Ca. CHF 390 / Jahr |
| Abschlussgebühr | Keine | Keine |
| Jahresgebühr | Keine | Keine |
Der Kostenunterschied von ca. 0,05 Prozentpunkten ergibt bei CHF 100'000 Guthaben ca. CHF 50 pro Jahr. Über 30 Jahre akkumuliert sich das zu ca. CHF 7'000 bis 10'000 Differenz im Endkapital, spürbar, aber nicht entscheidend. Wichtiger als die Wahl zwischen den beiden ist die Frage, ob überhaupt investiert wird.
Langzeitsimulation
Annahmen: Jährlicher Beitrag CHF 7'000, Anlagehorizont 30 Jahre, Bruttorendite vor Kosten 6 Prozent.
VIAC (0,44 Prozent TER): Endkapital nach 30 Jahren: ca. CHF 498'000.
finpension / Liberty Vorsorge (0,39 Prozent TER): Endkapital nach 30 Jahren: ca. CHF 505'000.
Differenz: ca. CHF 7'000 über 30 Jahre. Der Unterschied ist real, aber gering. Die grosse Outperformance kommt nicht aus der Wahl zwischen VIAC und Liberty Vorsorge, sondern aus der Wahl beider gegenüber einem teuren Versicherungsprodukt (CHF 100'000+ Differenz über 30 Jahre).
Die Mehrfachkonto-Strategie: VIAC und Liberty Vorsorge kombinieren
Die beste Strategie ist nicht die Wahl zwischen VIAC und Liberty Vorsorge, sondern die Kombination beider.
Warum mehrere 3a-Konten? Bei der Auszahlung des 3a-Guthabens wird jede Auszahlung separat als Einkommen besteuert (zu reduziertem Satz). Wer CHF 200'000 aus einem einzigen Konto auszahlt, zahlt auf CHF 200'000. Wer vier Konten à CHF 50'000 über vier separate Jahre auflöst, zahlt viermal auf CHF 50'000, und kommt dank der Progression des Steuersatzes auf eine deutlich tiefere Gesamtsteuerlast.
Die Ersparnis hängt vom Kanton, dem persönlichen Steuersatz und der Gesamtkapitalhöhe ab. Bei grossen Guthaben kann die Steuerersparnis durch Staffelung CHF 10'000 bis 30'000 betragen.
Empfohlene Aufteilung:
- Konto 1: VIAC (WIR-Bank-Stiftung, ausgezeichnete App)
- Konto 2: finpension (Liberty Vorsorge Stiftung, tiefste Gebühren, Freizügigkeitsoption)
- Optional Konto 3: frankly oder weiterer Anbieter
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Praxisbeispiele
Szenario 1: 27-jährige Angestellte, erstes 3a-Konto VIAC ist die zugänglichere Einstiegslösung: bekanntere Marke, hervorragende App, einfache Strategie-Auswahl. Sobald das erste Konto etabliert ist, ein zweites bei finpension (Liberty Vorsorge) eröffnen für die steuerliche Staffelung.
Szenario 2: 35-jährige Selbständige, kein BVG, hohe Beitragsmöglichkeit Selbständige können bis ca. CHF 36'288 pro Jahr in die Säule 3a einzahlen (20 Prozent des Nettoeinkommens). Bei hohen Beitragsvolumen empfehlen sich mehrere Konten von Beginn an. Aufteilung: CHF 15'000 bei VIAC, CHF 15'000 bei finpension, Rest bei einem dritten Anbieter. Zusätzlich ein Freizügigkeitskonto bei finpension für maximale Vorsorgeflexibilität.
Szenario 3: 45-jähriger Angestellter, 3a-Optimierung nach Jahren auf Sparkonto Wer sein 3a-Guthaben bisher auf einem zinsarmen Sparkonto gehalten hat und jetzt auf Investment umstellen will, profitiert am stärksten davon, das Guthaben auf mehrere Anlage-3a aufzuteilen. Übertragung des bestehenden Guthabens zu VIAC, gleichzeitig neues Konto bei finpension eröffnen.
Häufige Fehler
Häufiger Fehler: kein Freizügigkeitskonto planen
Wer bei einem Stellenwechsel das BVG-Guthaben beim alten Arbeitgeber liegen lässt oder auf ein zinsarmes Freizügigkeitskonto einer traditionellen Bank überweist, verliert Rendite. finpension (über Liberty Vorsorge) bietet eines der besten Freizügigkeitskonten in der Schweiz mit ETF-Investition zu tiefen Kosten. VIAC bietet diese Option nicht; finpension / Liberty Vorsorge sind hier im Vorteil.
Häufiger Fehler: nur einen Anbieter für alle 3a-Guthaben nutzen
Die steuerliche Staffelung beim 3a-Bezug ist einer der wenigen Steueroptimierungseffekte, die im Schweizer Vorsorgesystem noch vollständig legal und einfach umsetzbar sind. Wer alle 3a-Ersparnisse auf einem einzigen Konto konzentriert, verschenkt diese Möglichkeit. Mehrere Konten bei verschiedenen Anbietern sind der erste Schritt.
Häufiger Fehler: Aktienquote nicht dem Anlagehorizont anpassen
Sowohl VIAC als auch Liberty Vorsorge erlauben eine Anpassung der Aktienquote. Wer 20 Jahre bis zur Pensionierung hat, sollte nicht in einer 40-Prozent-Aktien-Strategie verharren. Eine schrittweise Erhöhung der Aktienquote in jungen Jahren und graduelles Absenken ab 10 Jahre vor der Pensionierung ist die evidenzbasierte Strategie.
Häufiger Fehler: 3a-Guthaben nicht für Wohneigentum nutzen
Säule-3a-Guthaben können vorzeitig für den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum bezogen werden. Dieser Vorbezug ist steuerbar, aber kann bei günstigem Timing einen erheblichen Eigenkapital-Beitrag leisten. Wer Wohneigentumspläne hat, sollte diesen Bezug frühzeitig planen und mit einem Steuerberater optimieren.
Sicherheit: Stiftungsvergleich
| Merkmal | VIAC (WIR Bank Vorsorgestiftung) | Liberty Vorsorge Stiftung |
|---|---|---|
| Stiftungsform | Gebundene Vorsorgestiftung | Unabhängige Vorsorgestiftung |
| Rechtsgrundlage | Schweizerisches Stiftungsrecht | Schweizerisches Stiftungsrecht |
| Verbundene Institution | WIR Bank AG | Eigenständig (nicht direkt bank-abhängig) |
| FINMA-Aufsicht | Ja | Ja |
| Insolvenzschutz | Stiftungsvermögen getrennt | Stiftungsvermögen getrennt |
Beide Stiftungen sind strukturell gleichwertig sicher. Die Liberty Vorsorge Stiftung ist als eigenständige Stiftung leicht weniger von einer einzelnen Institution abhängig, was ein marginales strukturelles Argument für Diversifikation ist.
Checkliste: VIAC oder Liberty Vorsorge?
VIAC wählen, wenn:
- Eine bekannte, meistgenutzte 3a-Plattform mit exzellenter App gewünscht ist
- Die WIR-Bank-Stiftung als Träger bevorzugt wird
- 97 Prozent Aktienquote ausreicht
- Kein Freizügigkeitskonto benötigt wird
Liberty Vorsorge / finpension wählen, wenn:
- Die tiefsten Gebühren im Markt (ca. 0,39 Prozent TER) gewünscht werden
- Eine Aktienquote bis 99 Prozent benötigt wird
- Neben der Säule 3a auch ein Freizügigkeitskonto benötigt wird
- Granulare Portfoliokonfiguration geschätzt wird
- Die eigenständige Stiftungsstruktur bevorzugt wird
Beide wählen (Empfehlung), wenn:
- Steuerliche Staffelung beim 3a-Bezug geplant ist
- Risikostreuung auf verschiedene Trägerinstitutionen gewünscht ist
- Mehrere 3a-Konten ohnehin Teil der Vorsorgestrategie sind
Fazit
VIAC und Liberty Vorsorge sind zwei der besten verfügbaren Säule-3a-Lösungen in der Schweiz. Die Unterschiede sind subtil: marginal tiefere Gebühren bei Liberty Vorsorge (via finpension), ausgezeichnete App-Erfahrung bei VIAC, Freizügigkeitskonto nur bei finpension. Beide sind den traditionellen Versicherungsprodukten weit überlegen.
Die Entscheidung zwischen den beiden muss nicht final sein. Die empfehlenswerte Strategie: VIAC als erstes Konto für den einfachen Einstieg, finpension (Liberty Vorsorge) als zweites Konto für tiefste Gebühren und Freizügigkeitsoptionen, steuerliche Staffelung beim Bezug als primäres Planungsziel. Diese Kombination maximiert das Endkapital und minimiert die Steuerbelastung bei der Auszahlung.
VIAC
Meistgenutzter digitaler 3a-Anbieter der Schweiz: ca. 0,44 Prozent TER, 97 Prozent Aktienquote, WIR-Bank-Stiftung und ausgezeichnete App-Erfahrung
Ca. 0,44 Prozent TER / Jahr, keine Grundgebühr
Liberty Vorsorge
Die unabhängige Vorsorgestiftung hinter finpension: tiefste Gebühren, 99 Prozent Aktienquote und das einzige Angebot mit günstigem ETF-Freizügigkeitskonto
Ca. 0,39 Prozent TER / Jahr, keine Grundgebühr
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Haeufige Fragen
Was ist Liberty Vorsorge genau?
Was ist der Unterschied zwischen Liberty Vorsorge und finpension?
Bietet VIAC auch Freizügigkeitskonten an?
Welche Aktienquote erlaubt Liberty Vorsorge?
Sind meine 3a-Guthaben bei Liberty Vorsorge sicher?
Lohnt es sich, sowohl bei VIAC als auch bei Liberty Vorsorge ein Konto zu führen?
David Mueller
Banking und Buchhaltungs-Tools
David Mueller vergleicht Geschäftskonten, Buchhaltungssoftware und SaaS-Tools für Schweizer KMU. Er ist selbst Gründer und CFO.