HubSpot vs. Mailchimp Schweiz: E-Mail-Marketing und CRM im Vergleich (2026)
Das Wichtigste in Kürze
- Beide bieten einen kostenlosen Einstieg: HubSpot Free CRM (unbegrenzte Nutzer), Mailchimp Free (bis 500 Kontakte, 1'000 E-Mails/Monat).
- Mailchimp ist primär ein E-Mail-Marketing-Tool; HubSpot ist ein vollständiges CRM mit E-Mail-Marketing als einem Modul.
- Mailchimp rechnet in USD ab; für Schweizer KMU entstehen Währungsrisiken und keine CHF-Rechnungsstellung.
- HubSpot verarbeitet Daten in der EU (Frankfurt); Mailchimp (Intuit) verarbeitet Daten primär in den USA, mit EU-SCC als Rechtsgrundlage.
- Für reine E-Mail-Newsletter und einfache Kampagnen ist Mailchimp intuitiver und günstiger; für CRM-integriertes E-Mail-Marketing ist HubSpot überlegen.
HubSpot und Mailchimp werden oft im selben Atemzug genannt, obwohl sie unterschiedliche Produkte sind. Mailchimp begann als reines E-Mail-Marketing-Tool und hat sich zur Marketing-Plattform mit E-Commerce-Features erweitert. HubSpot begann als Inbound-Marketing-System und hat ein vollständiges CRM integriert. Der Vergleich ist deshalb weniger ein Apfel-mit-Apfel-Vergleich als ein Frage der richtigen Kategorie für den eigenen Use Case.
Kurze Antwort
Für Schweizer KMU, die hauptsächlich E-Mail-Newsletter, Kampagnen und einfache Automatisierungen brauchen, ist Mailchimp günstiger und einfacher zu bedienen. Für Unternehmen, die E-Mail-Marketing als Teil eines umfassenderen CRM-Systems mit Vertrieb, Lead-Scoring und Attribution betreiben wollen, ist HubSpot die überlegene Wahl.
Auf einen Blick: HubSpot vs. Mailchimp
| Kriterium | HubSpot | Mailchimp |
|---|---|---|
| Free-Tier | CRM kostenlos, E-Mail begrenzt | Bis 500 Kontakte / 1'000 E-Mails / Monat |
| Einstiegskosten bezahlt | Ca. CHF 20 / Monat (Starter) | Ab USD 13 / Monat (ca. CHF 11) |
| Vollständiges CRM | Ja | Nein (Audience-Verwaltung) |
| E-Mail-Automatisierung | Sehr gut | Gut |
| Landing Pages | Ja | Ja (ab Standard) |
| Transaktions-E-Mails | Nein | Separates Produkt (Mandrill) |
| Abrechnung in CHF | Nein (USD/EUR) | Nein (USD) |
| Datenhaltung | EU (Frankfurt) | Primär USA (EU-SCC vorhanden) |
| DSG / DSGVO | Ja | Ja (SCC-basiert) |
| Für wen | CRM + Marketing-Teams | E-Mail-Marketing-fokussierte Teams |
HubSpot Marketing Hub: E-Mail-Marketing als Teil des CRM
HubSpot wurde nicht als E-Mail-Tool entwickelt, sondern als komplette Inbound-Plattform. E-Mail-Marketing ist ein Modul in einem System, das auch CRM-Daten, Website-Besucher-Tracking, Formulare, Landing Pages und Vertriebspipelines verwaltet.
Was das Free-Tier beinhaltet HubSpot Free erlaubt bis 2'000 E-Mails pro Monat an bis zu 100 Kontakte über den E-Mail-Marketing-Bereich. Das ist für echte Kampagnenzwecke zu klein. Das CRM hingegen (Kontaktverwaltung, Deal-Tracking, E-Mail-Templates, Meeting-Links) ist dauerhaft und vollständig kostenlos für unbegrenzte Nutzer. HubSpot Free eignet sich als reines CRM-Tool, aber nicht als vollständiges E-Mail-Marketing-Tool.
Starter-Plan für E-Mail-Marketing Marketing Hub Starter (ca. CHF 20 pro Monat für 1'000 Marketing-Kontakte) schaltet vollständige E-Mail-Kampagnen frei: kein HubSpot-Branding, A/B-Tests für Betreffzeilen, einfache Automatisierungs-Workflows und Formulare. Für viele Schweizer KMU mit kleinerer Kontaktliste ist das der sinnvolle Einstieg.
Professional: Marketing-Automatisierung im vollen Umfang Marketing Hub Professional (ab ca. CHF 400 pro Monat für 2'000 Kontakte) bietet vollständige Workflow-Automatisierung: E-Mail-Sequenzen basierend auf Nutzerverhalten, Lead-Scoring, A/B-Tests für komplette E-Mails, Kampagnen-Management und mehrstufige Attribution. Kontakte über 2'000 werden separat berechnet (ca. CHF 50 pro 1'000 zusätzliche Kontakte).
CRM-Integration als Kernvorteil Der stärkste Vorteil von HubSpot gegenüber Mailchimp ist die nahtlose CRM-Integration. Wenn ein Kontakt auf einer Landing Page konvertiert, erscheint er sofort in der Vertriebspipeline mit dem gesamten Marketing-Touchpoint-Verlauf. Lead-Scoring basiert auf E-Mail-Öffnungen, Website-Besuchen und Formular-Ausfüllungen gleichermassen. Ein Vertriebsmitarbeitender sieht, welche E-Mails ein Kontakt geöffnet hat, bevor er anruft.
Schwächen von HubSpot als reines E-Mail-Tool Wer nur E-Mail-Newsletter versenden will, zahlt für viele CRM-Funktionen, die nicht genutzt werden. Das Professional-Paket ist für rein E-Mail-fokussierte Anwendungen deutlich teurer als Mailchimp. Die E-Mail-Template-Bibliothek ist kleiner als bei Mailchimp.
Mailchimp: der Pionier des E-Mail-Marketings
Mailchimp wurde 2001 gegründet und ist nach wie vor das bekannteste E-Mail-Marketing-Tool weltweit. Die Plattform hat sich über die Jahre zur Marketing-Plattform mit Website-Baukasten, Social-Media-Planung und einfachem CRM erweitert.
Das Free-Tier im Detail Mailchimp Free erlaubt bis 500 Kontakte und 1'000 E-Mails pro Monat. Alle gesendeten E-Mails tragen einen Mailchimp-Branding-Footer. A/B-Tests, erweiterte Segmentierung und Automatisierungen sind im Free-Tier nicht verfügbar. Für Startups, die ihre ersten E-Mail-Abonnenten aufbauen, reicht das Free-Tier für die Anfangsphase.
Bezahlte Pläne Mailchimp Essentials (ab USD 13 pro Monat für 500 Kontakte) entfernt das Mailchimp-Branding und schaltet A/B-Tests und einfache Automatisierungen frei. Standard (ab USD 20 für 500 Kontakte) fügt Behavioural-Automatisierungen, Retargeting-Ads und erweiterte Segmentierung hinzu. Premium (ab USD 350 für 10'000 Kontakte) bietet multivariate Tests, unbegrenzte Sitze und Prioritätssupport.
Skalierung nach Kontaktzahl Mailchimp skaliert aggressiv nach Kontaktanzahl. Standard für 50'000 Kontakte kostet ca. USD 270 pro Monat. Bei grossen Listen lohnt sich ein Vergleich mit EU-Alternativen wie Brevo, die oft günstigere Skalierungsmodelle haben.
E-Mail-Automatisierungen Mailchimp bietet eine grosse Bibliothek an vorgefertigten Automatisierungen: Willkommens-E-Mails, Geburtstags-E-Mails, Reaktivierungs-Kampagnen, Warenkorbabbrecher-E-Mails (für E-Commerce). Die Einrichtung ist intuitiv und ohne technisches Wissen möglich. Für fortgeschrittene Multi-Step-Automatisierungen basierend auf komplexem Nutzerverhalten ist HubSpot leistungsfähiger.
E-Commerce-Integration Mailchimp hat starke E-Commerce-Verbindungen: Shopify, WooCommerce, Magento und andere Onlineshops lassen sich direkt verbinden. Produktempfehlungen, Kaufhistorie-basierte Segmentierungen und Revenue-Tracking sind direkt verfügbar. Für Schweizer E-Commerce-Unternehmen ist das ein relevanter Vorteil.
Mailchimp und die Schweiz: Währungsthema Mailchimp rechnet ausschliesslich in USD ab. Für Schweizer KMU entstehen Währungsschwankungen, und die Buchhaltung muss Wechselkursdifferenzen verbuchen. Eine CHF-Rechnung ist nicht erhältlich; Kreditkartenbelastungen in USD erzeugen zusätzliche Bankgebühren für Fremdwährungstransaktionen.
Datenhaltung und DSG Mailchimp gehört seit 2021 zu Intuit und verarbeitet Daten primär auf US-amerikanischen Servern. Für EU- und Schweizer Nutzer gelten EU-Standardvertragsklauseln als Rechtsgrundlage für den transatlantischen Datentransfer. Mailchimp bietet Datenverarbeitungsverträge nach DSGVO an, die für die Schweiz adaptiert werden können. Eine EU- oder Schweizer Datenhaltung ist nicht verfügbar.
Gebühren im direkten Vergleich
Szenario: Schweizer KMU mit 5'000 E-Mail-Abonnenten, 4 Kampagnen pro Monat.
Mailchimp Standard (5'000 Kontakte):
- Monatliche Kosten: ca. USD 75 (ca. CHF 66)
- Jahreskosten: ca. USD 900 (ca. CHF 793)
- Hinweis: Fremdwährungsgebühren der Bank nicht eingerechnet
HubSpot Marketing Hub Starter (5'000 Kontakte):
- Monatliche Kosten: ca. CHF 20 (Starter-Basis 1'000 Kontakte) plus Kontakt-Skalierung
- Für 5'000 Kontakte: ca. CHF 20 + CHF 160 Skalierung = ca. CHF 180 / Monat
- Jahreskosten: ca. CHF 2'160
- Hinweis: inkludiert CRM für alle Vertriebsmitarbeitenden
Fazit Kosten bei 5'000 Kontakten: Mailchimp ist für reine E-Mail-Marketing-Nutzung deutlich günstiger. HubSpot ist teurer, beinhaltet aber ein vollständiges CRM, das bei Mailchimp separat beschafft werden muss.
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Typische Anwendungsfälle
Szenario 1: Onlineshop mit Shopify, 3'000 Newsletter-Abonnenten Mailchimp Standard mit nativer Shopify-Integration, Warenkorbabbrecher-Kampagnen und Kaufhistorie-Segmentierung ist für diesen Use Case optimal. HubSpot hat keine vergleichbare native E-Commerce-Integration für Shopify.
Szenario 2: B2B-Softwareunternehmen, Inbound-Leads per Content Für ein Unternehmen, das Leads über Blogposts gewinnt, per E-Mail nurturiert und an das Vertriebsteam übergibt, ist HubSpot die überlegene Plattform. Die End-to-End-Sichtbarkeit von erstem Website-Besuch bis Abschluss ist mit Mailchimp allein nicht abbildbar.
Szenario 3: NGO oder Verein, monatlicher Newsletter, bis 2'000 Mitglieder Mailchimp Free oder Essentials reicht für diesen Use Case vollständig. CRM-Funktionen sind nicht notwendig; die einfache Bedienung und die Template-Bibliothek von Mailchimp sind für diese Anwendung ideal.
Szenario 4: Startup, 0 Abonnenten, erstes E-Mail-Marketing Mailchimp Free (bis 500 Kontakte) oder HubSpot Free (CRM unbegrenzt, aber E-Mail begrenzt) sind beide sinnvolle Einstiegspunkte. Wer absehbar CRM und E-Mail kombinieren will, startet besser mit HubSpot Free.
Häufige Fehler
Fehler: Mailchimp für CRM nutzen
Mailchimp ist kein CRM. Die Audience-Verwaltung erlaubt Kontakt-Tagging und einfache Segmentierung, aber keine Deal-Pipelines, keine Aktivitätenerfassung und keine Vertriebssteuerung. Wer Mailchimp als Kundendatenbank nutzt und darauf Vertriebsaktivitäten aufbaut, hat ein Datensilo-Problem. Ein separates CRM (HubSpot, Pipedrive) ist dann notwendig.
Fehler: HubSpot-Kontaktkosten falsch kalkulieren
HubSpot berechnet separate Marketing-Kontakte (für E-Mail-Marketing) und CRM-Kontakte (kostenlos, unbegrenzt). Viele Nutzer kaufen HubSpot Marketing Hub Professional und merken erst nach dem Onboarding, dass ihre 20'000 Kontaktliste die monatliche Gebühr verdreifacht. Vor dem Kauf: Kontaktliste bereinigen und das Preismodell für die eigene Kontaktgrösse exakt kalkulieren.
Fehler: Mailchimp-Abonnenten nicht DSG-konform erfassen
Viele Schweizer KMU integrieren Mailchimp-Formulare auf ihrer Website, ohne Double-Opt-In zu aktivieren oder eine DSG-konforme Datenschutzerklärung zu verlinken. Das revidierte Schweizer DSG verlangt eine informierte Einwilligung für Marketing-E-Mails. Mailchimp unterstützt Double-Opt-In; es muss aber explizit aktiviert werden.
Datenschutz und DSG im Detail
HubSpot und das DSG HubSpot ist DSGVO-konform und bietet Datenschutz-Tools direkt in der Plattform: Cookie-Consent-Banner, Double-Opt-In-Formulare, Abonnenten-Opt-out-Verwaltung und DSGVO-konforme Datenlöschung. Das Datenschutz-Dashboard zeigt den Einwilligungs-Status pro Kontakt. HubSpot verarbeitet Daten in EU-Rechenzentren (Frankfurt).
Mailchimp und das DSG Mailchimp bietet Opt-in-Management, Double-Opt-In und Abmelde-Links in jeder E-Mail (gesetzlich vorgeschrieben). Ein Datenverarbeitungsvertrag ist über die Mailchimp-Datenschutzseite abrufbar. Da Daten primär in den USA verarbeitet werden, ist eine EU-SCC-Basis für den Transfer notwendig. Für die Schweiz gilt: der Schweizerische Datenschutzbeauftragte (EDÖB) akzeptiert EU-SCCs als angemessene Garantie für Drittstaaten-Transfers.
Empfehlung für sensible Daten Für E-Mail-Listen mit besonders schützenswerten Personendaten (Gesundheit, Finanzen, religiöse Zugehörigkeit) empfiehlt sich ein EU-natives Werkzeug wie Brevo, das Daten ausschliesslich in der EU verarbeitet.
Checkliste: HubSpot oder Mailchimp?
HubSpot wählen, wenn:
- CRM und E-Mail-Marketing im selben System geführt werden sollen
- Leads automatisch qualifiziert und an Vertrieb übergeben werden sollen
- B2B-Inbound-Marketing mit mehrwöchigen oder mehrmonatigen Sales-Cycles betrieben wird
- Multi-Step-Automatisierungen basierend auf CRM-Daten und Website-Verhalten geplant sind
- CHF-Abrechnung oder EU-Datenhaltung bevorzugt werden
Mailchimp wählen, wenn:
- Hauptsächlich Newsletter und einfache Kampagnen ohne CRM-Integration benötigt werden
- E-Commerce über Shopify oder WooCommerce betrieben wird
- Die Kontaktliste unter 5'000 liegt und das Budget begrenzt ist
- Transaktions-E-Mails über Mailchimp Transactional (Mandrill) gesendet werden sollen
- Eine einfache, schnell erlernbare Plattform ohne CRM-Overhead gesucht wird
Fazit
HubSpot und Mailchimp sind komplementäre, keine direkt austauschbaren Werkzeuge. Mailchimp ist das günstigere, benutzerfreundlichere E-Mail-Marketing-Tool ohne CRM-Ballast. HubSpot ist das umfassendere System für Unternehmen, die Marketing und Vertrieb zusammenführen wollen.
Für die meisten Schweizer Startups gilt: Mailchimp für den schnellen, günstigen Newsletter-Einstieg. Sobald Vertriebsprozesse, Lead-Qualifizierung und Automatisierungen aufgebaut werden sollen, ist der Wechsel zu HubSpot oder die Kombination aus Pipedrive plus E-Mail-Tool sinnvoller als Mailchimp allein weiterzuführen. Für E-Commerce-Unternehmen bleibt Mailchimp auch langfristig eine starke Option, dank der tiefen Shopify- und WooCommerce-Integration.
HubSpot Marketing Hub
Integriertes CRM und E-Mail-Marketing für Schweizer KMU: Lead-Nurturing, Automatisierung und Vertrieb-Marketing-Alignment in einer Plattform
CHF 0 / Monat (Free CRM) oder ab CHF 20 / Monat (Starter)
Mailchimp
Das meistgenutzte E-Mail-Marketing-Tool weltweit: intuitive Kampagnenerstellung, E-Commerce-Integration und einfache Automatisierungen für Schweizer KMU
Ab USD 13 / Monat (ca. CHF 11)
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Haeufige Fragen
Ist Mailchimp für Schweizer Unternehmen DSG-konform?
Kann ich von Mailchimp zu HubSpot wechseln?
Hat Mailchimp ein CRM?
Was kostet Mailchimp für 10'000 Kontakte in der Schweiz?
Welches Tool ist besser für Transaktions-E-Mails?
Kann Mailchimp A/B-Tests durchführen?
David Mueller
Banking und Buchhaltungs-Tools
David Mueller vergleicht Geschäftskonten, Buchhaltungssoftware und SaaS-Tools für Schweizer KMU. Er ist selbst Gründer und CFO.