Frankly vs. Swiss Life 3a: Digitale 3a-App gegen Versicherungslösung im Vergleich (2026)
Das Wichtigste in Kürze
- Frankly ist eine digitale Säule-3a-App der ZKB mit bis zu 95% Aktienquote, ca. 0.45% Gebühren und der breitesten ESG-Strategieauswahl im digitalen 3a-Markt.
- Swiss Life 3a ist ein versicherungsbasiertes Vorsorgeprodukt vom grössten Schweizer Lebensversicherer: Tod- und Invaliditätsschutz direkt einbaubar, persönliche Beratung durch Swiss Life Select.
- Ohne Versicherungsbedarf ist Frankly signifikant günstiger und flexibler; die Rendite profitiert von tieferen Gesamtkosten über den langen Anlagehorizont.
- Swiss Life 3a ist sinnvoll, wenn Altersvorsorge und Risikoabsicherung (Todesfall, Erwerbsunfähigkeit) in einem Steuerabzug und einem Vertrag gebündelt werden sollen.
- Die Wahl ist keine Qualitätsfrage, sondern eine Bedarfsfrage: Anlageprodukt oder Vorsorgeprodukt mit Versicherungscharakter?
Frankly und Swiss Life 3a repräsentieren zwei grundlegend verschiedene Ansätze in der Schweizer Säule 3a: Frankly ist die digitale ZKB-App, die günstiges Index-Investieren mit ausgeprägter ESG-Tiefe verbindet. Swiss Life 3a ist das Vorsorgeprodukt des grössten Schweizer Lebensversicherers, bei dem die Integration von Versicherungsschutz in die Altersvorsorge das zentrale Merkmal ist. Die Entscheidung zwischen beiden hängt primär davon ab, ob ein Versicherungsbedarf besteht.
Kurze Antwort
Ohne Versicherungsbedarf ist Frankly günstiger, flexibler und für ESG-orientierte Anleger klarer überlegen. Mit Absicherungsbedarf (Todesfall, Invalidität, Erwerbsunfähigkeit) ist Swiss Life 3a die umfassendere Option: Versicherungsschutz, Altersvorsorge und Steuerabzug in einem einzigen Vertrag, begleitet durch das Swiss Life Select-Beraternetzwerk.
Auf einen Blick: Frankly vs. Swiss Life 3a
| Kriterium | Frankly (ZKB) | Swiss Life 3a |
|---|---|---|
| Anbietertyp | Digitale App (Kantonalbank) | Lebensversicherungsprodukt |
| Backing | ZKB (AA-Rating, S&P) | Grösster Schweizer Lebensversicherer |
| Max. Aktienquote | 95% | Variabel (fondsgebunden) |
| All-in-Gebühren/Jahr | ca. 0.43–0.48% | Deutlich höher (inkl. Risikoprämien) |
| Versicherungsschutz | Nein | Ja (optional: Tod, Invalidität) |
| Persönliche Beratung | Nein | Ja (Swiss Life Select) |
| ESG-Strategien | Sehr breit | Vorhanden, begrenzt |
| Vertragsbindung | Keine | Lang (bei klassischen Policen) |
| Digitaler Einstieg | Vollständig per App | Begrenzt; Beratungsgespräch nötig |
| Mehrere Konten | Ja (mehrere) | Begrenzt |
| Freizügigkeitskonto | Nein | Nein (separates Produkt) |
Frankly: Die ZKB-Säule-3a-App mit ESG-Stärke
Hintergrund und Positionierung
Frankly wurde 2019 von der Zürcher Kantonalbank lanciert und hat sich schnell als eine der relevantesten digitalen Säule-3a-Lösungen der Schweiz etabliert. Das Produkt richtet sich an Anleger, die einfach, kostengünstig und nachhaltig für die Pensionierung sparen wollen, ohne eine Versicherungskomponente zu benötigen.
Die institutionelle Glaubwürdigkeit der ZKB als grösste Schweizer Kantonalbank mit AA-Rating ist ein klares Differenzierungsmerkmal gegenüber reinen Fintech-Anbietern. Frankly verbindet dieses Vertrauen mit der Effizienz einer modernen Vorsorge-App und den Swisscanto-Fonds, die zu den qualitativ hochwertigsten institutionellen Fondsangeboten der Schweiz gehören.
Anlagestrategien und Gebührenstruktur
Frankly bietet Strategien von 0% (reines Kontosparen ohne Marktrisiko) bis 95% Aktienquote. Die Fonds stammen von Swisscanto, der Fondstochter der Schweizer Kantonalbanken, und verfolgen einen indexnahen Ansatz mit globaler Diversifikation. Die All-in-Gebühren liegen bei ca. 0.43 bis 0.48% pro Jahr, was im digitalen 3a-Markt sehr wettbewerbsfähig ist.
Der direkte Kostenvergleich mit Swiss Life 3a fällt deutlich zugunsten von Frankly aus: Während Frankly transparent alle Kosten in einem einzigen Gebührensatz ausweist, setzt sich die Gesamtbelastung bei Swiss Life aus Verwaltungskosten, Fondskosten und altersabhängigen Risikoprämien zusammen. Für Anleger ohne Versicherungsbedarf ergibt sich über 30 Jahre ein erheblicher Kostenvorteil bei Frankly.
Strategiewechsel sind bei Frankly jederzeit kostenlos und ohne Beratungsgespräch per App möglich. Das gibt Anlegern die Freiheit, die Aktienquote dem Lebensalter und der Risikobereitschaft anzupassen, ohne administrative Hürden.
ESG als zentrales Alleinstellungsmerkmal
Im digitalen 3a-Bereich bietet Frankly die umfangreichste Nachhaltigkeitsauswahl. Das geht über einfache Ausschlüsse hinaus:
Klassische ESG-Ausschlüsse: Branchen wie Tabak, kontroverse Waffen, Kohle und Glücksspiel werden systematisch aus den Portfolios ausgeschlossen. Das reduziert das Exposure gegenüber umstrittenen Industrien ohne bedeutenden Renditeabzug.
Impact-Strategien: Frankly bietet Strategien mit aktiver Stimmrechtsausübung bei Unternehmenshauptversammlungen. Das bedeutet, dass Swisscanto als Aktionär aktiv auf Unternehmen einwirkt, um bessere ESG-Praktiken durchzusetzen. Für Anleger, die mehr als passives Ausschlussinvestieren wollen, ist das ein echter Mehrwert.
Swisscanto-Nachhaltigkeitsstandards: Die Fonds unterstehen den Swisscanto-eigenen ESG-Leitlinien und werden regelmässig nach definierten Kriterien überprüft. Die Qualität ist institutionell und transparent dokumentiert.
Swiss Life hat in seinen fondsgebundenen Produkten ebenfalls ESG-Optionen, aber die Auswahl ist schmaler und weniger spezifiziert als bei Frankly.
Mehrere Konten für Steuerstaffelung
Frankly erlaubt das Führen mehrerer 3a-Konten, was eine wichtige steuerliche Strategie ermöglicht: Da jeder 3a-Bezug als Einkommen versteuert wird, können Anleger durch das Führen mehrerer Konten die Auszahlungen auf mehrere Jahre verteilen und so die progressive Einkommenssteuer abfedern. Die Eröffnung eines weiteren Kontos ist per App in wenigen Minuten erledigt.
Grenzen von Frankly
Frankly ist ein reines Anlageprodukt ohne Versicherungskomponente. Wer Tod- oder Invaliditätsschutz benötigt, muss diesen separat abschliessen. Das macht die Gesamtlösung komplexer und möglicherweise teurer, als wenn beides bei Swiss Life in einem Produkt kombiniert wird.
Zudem bietet Frankly kein persönliches Beratungsangebot. Wer eine professionelle Analyse der Gesamtvorsorgesituation wünscht (BVG-Lücken, Steueroptimierung, Familienabsicherung), muss einen unabhängigen Finanzberater hinzuziehen.
Swiss Life 3a: Vorsorge mit Versicherungsschutz und persönlicher Beratungstiefe
Der grösste Schweizer Lebensversicherer
Swiss Life wurde 1857 in Zürich gegründet und ist heute der grösste Schweizer Lebensversicherer. Diese Marktführerschaft im Lebens- und Vorsorgebereich spiegelt sich in der Produkttiefe, der Finanzkraft und dem Umfang des Beraternetzwerks wider. Das 3a-Angebot von Swiss Life ist nicht primär ein Anlageprodukt, sondern ein integriertes Vorsorgeprodukt: Altersvorsorge und Risikoabsicherung in einem einzigen Vertrag und einem einzigen Steuerabzug.
Produktvarianten im Detail
Klassische Sparversicherung: Eine gemischte Lebensversicherung mit garantiertem Mindestzins auf den Sparanteil und einem Risikoanteil für den Todesfall- und Invaliditätsschutz. Für sehr konservative Anleger, die kein Marktrisiko eingehen wollen und absolute Planungssicherheit bevorzugen. Der garantierte Zins ist in der aktuellen Zinsphase moderat; die Sicherheit ist der primäre Vorteil.
Swiss Life Flex: Die fondsgebundene Variante mit wählbarer Aktienquote. Der Sparanteil wird in Anlagefonds investiert; der Versicherungsschutz bleibt integriert. Die Renditechance ist höher als bei der Sparversicherung, das Marktrisiko trägt der Versicherungsnehmer. Strategieanpassungen erfordern Kontakt zum Berater.
Banksparlösung über Partnerbanken: Für Anleger ohne Versicherungsbedarf bietet Swiss Life Zugang zu reinen 3a-Sparlösungen über Partnerbanken. Diese sind günstiger als die Versicherungsprodukte, aber bei der Aktienquote und den Gebühren nicht mit Frankly oder finpension konkurrenzfähig.
Versicherungsschutz als Kernargument
Swiss Life kann folgende Risikodeckungen direkt in das 3a-Produkt integrieren:
Todesfallschutz: Bei vorzeitigem Tod des Versicherungsnehmers wird das versicherte Kapital oder eine Rente an die begünstigten Hinterbliebenen ausbezahlt. Für Personen mit Familienverantwortung, laufender Hypothek oder von ihnen abhängigen Angehörigen ist das ein zentraler Schutz.
Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit: Wenn der Versicherungsnehmer durch Krankheit oder Unfall dauerhaft oder vorübergehend erwerbsunfähig wird, übernimmt Swiss Life die Prämieneinzahlungen. Das Alterskapital in der Säule 3a wird weiter aufgebaut, ohne dass die betroffene Person einzahlen muss.
Erwerbsunfähigkeitsrente: Eine ergänzende monatliche Rente bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Besonders für Selbständige ohne ausreichenden BVG-Invaliditätsschutz ist das eine relevante Ergänzung.
Frankly bietet keine dieser Schutzkomponenten. Wer Versicherungsschutz benötigt, muss ihn separat abschliessen, was die Verwaltungskomplexität erhöht.
Swiss Life Select: Das Beratungsnetzwerk als Mehrwert
Swiss Life Select ist das eigene Finanzberaternetzwerk mit Experten in der ganzen Schweiz. Select-Berater analysieren die Gesamtvorsorgesituation: BVG-Lücken, vorhandener Invaliditätsschutz, Todesfallabsicherung, Steuerstrategie und die Rolle der Säule 3a im gesamten Vorsorgeportfolio. Für Personen mit komplexer Lage (Selbständige, Kaderleute, Familien in Veränderungssituationen) bietet diese Beratungstiefe einen echten Mehrwert.
Frankly bietet kein Beratungsangebot. Wer professionelle Unterstützung benötigt, muss einen unabhängigen Finanzberater beauftragen.
Grenzen von Swiss Life 3a
Die Gesamtkosten von Swiss Life 3a sind deutlich höher als bei Frankly. Für Personen ohne Versicherungsbedarf ergibt sich durch Risikoprämien, Verwaltungskosten und Fondskosten eine Gesamtbelastung, die die Rendite spürbar reduziert. Über einen 30-jährigen Anlagehorizont kann der Kostenunterschied zwischen Swiss Life und Frankly einen fünfstelligen Betrag ausmachen.
Klassische Swiss Life-Policen sind langfristige Verträge. Ein vorzeitiger Rückkauf ist mit finanziellen Einbussen verbunden. Die Flexibilität ist eingeschränkter als bei Frankly, wo das Kapital nach den gesetzlichen Regeln (Pensionierung, Wohneigentum, Selbständigkeit) ebenfalls nicht frei abrufbar ist, aber keine vertragliche Strafgebühr anfällt.
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Wann eignet sich welches Produkt?
Frankly wählen, wenn:
- kein Versicherungsbedarf besteht und Kosteneffizienz und Rendite priorisiert werden
- ESG-Investieren mit breiter Nachhaltigkeitsauswahl wichtig ist
- eine vollständig digitale Lösung per App ohne Beratungsgespräch bevorzugt wird
- mehrere 3a-Konten für die Steuerstaffelung bei der Auszahlung geführt werden sollen
- Swisscanto-Fondsqualität und ZKB-Backing kombiniert gewünscht werden
Swiss Life 3a wählen, wenn:
- Versicherungsschutz (Todesfall, Invalidität, Erwerbsunfähigkeit) gewünscht ist und dieser mit dem 3a-Steuerabzug gebündelt werden soll
- eine persönliche Beratungsbeziehung für die Gesamtvorsorge gesucht wird
- ein garantierter Mindestzins ohne Marktrisiko bevorzugt wird
- die finanzielle Stabilität des grössten Schweizer Lebensversicherers ein Entscheidungskriterium ist
Drei Szenarien aus der Praxis
Szenario 1: Software-Entwicklerin, Zürich, 32 Jahre, angestellt, keine Kinder Sie will günstig und renditeorientiert für die Pensionierung sparen, hat keinen Versicherungsbedarf und einen langen Anlagehorizont. Frankly ist die klare Wahl: tiefe Gebühren, hohe Aktienquote, ESG-Fokus, alles per App. Swiss Life 3a würde ihre Rendite durch Risikoprämien für Versicherungsschutz belasten, den sie gar nicht braucht.
Szenario 2: Selbständiger Architekt, Bern, 45 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, Hypothek Er hat keine Pensionskasse und ist vollständig auf seine Erwerbsfähigkeit angewiesen. Todesfallschutz für die Familie und Erwerbsunfähigkeitsschutz sind existenzielle Anforderungen. Swiss Life 3a mit Swiss Life Flex und integriertem Versicherungsschutz ist die umfassendere Lösung. Die höheren Kosten sind durch den echten Versicherungsnutzen gerechtfertigt.
Szenario 3: Nachhaltigkeitsmanagerin, Winterthur, 38 Jahre, angestellt, BVG vorhanden Sie will ausschliesslich ESG-konform investieren, hat kein Absicherungsproblem und schätzt die Transparenz der Swisscanto-Fonds. Frankly ist die passende Wahl: breiteste ESG-Auswahl, Swisscanto-Impact-Strategien, ZKB-Glaubwürdigkeit, günstige Gebühren.
Fazit
Frankly und Swiss Life 3a lösen grundverschiedene Bedürfnisse. Frankly ist das richtige Werkzeug für selbstverantwortliche Sparer, die kostengünstig und nachhaltig anlegen wollen. Swiss Life 3a ist das richtige Werkzeug für Personen, die Versicherungsschutz und Altersvorsorge in einem Produkt bündeln und eine professionelle Beratungsbeziehung wünschen. Die Entscheidung ist keine Qualitätsfrage: Beide Anbieter sind seriös und reguliert. Es ist eine Bedarfsfrage: Wer seine Versicherungsabsicherung bereits anderweitig geregelt hat oder keinen Bedarf hat, fährt mit Frankly günstiger. Wer beides in einem Produkt vereinen will, ist bei Swiss Life richtig.
Frankly (ZKB)
Digitale ZKB-Säule-3a-App: bis zu 95% Aktienquote, breiteste ESG-Auswahl und tiefe Gebühren ohne Versicherungskomponente
Ab 0.00% Gebühren/Jahr
Swiss Life 3a
Säule 3a vom grössten Schweizer Lebensversicherer: Versicherungsschutz integrierbar, persönliche Beratung durch Swiss Life Select
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Haeufige Fragen
Was kostet Frankly im Vergleich zu Swiss Life 3a?
Hat Frankly eine Staatsgarantie der ZKB?
Kann ich bei Swiss Life 3a die Anlagestrategie selbst wählen?
Welches Produkt eignet sich für ESG-Investoren?
Kann ich Frankly und Swiss Life 3a gleichzeitig führen?
Michael Bauer
Startup-Finanzierung und Investoren
Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.