Banana Accounting vs. Run my Accounts: Software selbst führen oder auslagern? (2026)

10. Mai 20269 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Banana Accounting ist Do-it-yourself-Software: Nutzerinnen und Nutzer führen die Buchhaltung selbst und sparen Geld, investieren aber Zeit.
  • Run my Accounts ist ein ausgelagerter Buchführungsservice: professionelle Buchhaltungsteams übernehmen die laufende Buchführung und liefern fertige Zahlen.
  • Der Preisunterschied ist erheblich: Banana kostet ab ca. CHF 149/Jahr; Run my Accounts beginnt je nach Belegvolumen ab ca. CHF 149/Monat.
  • Für Gründerinnen und Gründer, die ihre Zeit voll auf das Kerngeschäft fokussieren und administrative Aufgaben vollständig delegieren wollen, kann Run my Accounts trotz höherer Kosten sinnvoll sein.
  • Banana eignet sich für buchhaltungsaffine Selbständige; Run my Accounts für Startups und KMU, die Buchhaltung konsequent auslagern möchten.

Banana Accounting und Run my Accounts lösen dasselbe Problem auf grundlegend verschiedene Arten. Banana ist eine Software, mit der Unternehmen ihre Buchhaltung selbst führen. Run my Accounts ist ein Dienstleister, der die laufende Buchführung für das Unternehmen übernimmt. Der Vergleich ist weniger ein Softwarevergleich als ein grundlegender Entscheid: Soll die Buchführung eine eigene Aufgabe sein, oder soll sie vollständig delegiert werden?

Kurze Antwort

Banana Accounting ist die richtige Wahl für buchhaltungsaffine Selbständige und Kleinstunternehmen, die Zeit aufwenden können und wollen, um die Buchführung selbst zu erledigen. Run my Accounts eignet sich für Startups und KMU, die administrative Aufgaben konsequent auslagern möchten und bereit sind, dafür einen monatlichen Servicebetrag zu zahlen.

Auf einen Blick: Banana Accounting vs. Run my Accounts

KriteriumBanana AccountingRun my Accounts
ArtDIY-SoftwareBuchführungsservice (inkl. Software)
Wer bucht?Die Unternehmerin / der UnternehmerRun-my-Accounts-Fachleute
EinstiegspreisAb ca. CHF 149/JahrAb ca. CHF 149/Monat
ZeitaufwandHoch (manuelle Buchführung)Gering (Belege einsenden genügt)
LohnbuchhaltungNicht integriertAls Zusatzservice verfügbar
Monatliche BerichteSelbst erstellenAutomatisch geliefert
MWST-AbrechnungManuell vorbereitenService übernimmt
Treuhänder nötig?Für Abschluss und SteuerKoordiniert durch Run my Accounts
DatenkontrolleVollständig lokalIn der Cloud beim Anbieter
Ideal fürSelbständige, VereineStartups, KMU ohne Bookkeeper

Buchführungspflicht nach OR: was die Schweiz von Unternehmen verlangt

Das Schweizer Obligationenrecht (OR) regelt, wer eine Buchhaltung führen muss und in welchem Umfang. GmbH und AG sind unabhängig vom Umsatz zu einer vollständigen doppelten Buchhaltung verpflichtet. Einzelunternehmen müssen ab einem Jahresumsatz von CHF 500'000 ebenfalls eine vollständige Buchhaltung führen. Wer darunter liegt, genügt mit einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung der gesetzlichen Pflicht.

Banana Accounting deckt beide Varianten ab. Run my Accounts führt ebenfalls vollständige OR-konforme Buchführung für alle Rechtsformen. Der entscheidende Unterschied: bei Banana erfüllt der Inhaber die Pflicht selbst; bei Run my Accounts erfüllt ein externer Dienst die Pflicht im Auftrag des Inhabers. Verantwortlich bleibt jedoch immer die Unternehmerin oder der Unternehmer; die Buchführung auslagern heisst nicht, die Verantwortung abgeben.

Banana Accounting: vollständige Kontrolle zum Tiefpreis

Stärken

Sehr günstiger Einstieg. Banana Accounting gehört zu den günstigsten vollständigen Buchhaltungslösungen im Schweizer Markt. Wer bereit ist, die Buchführung selbst zu erledigen, spart gegenüber Run my Accounts erheblich. Über ein Jahr berechnet kostet Banana einen Bruchteil des Run-my-Accounts-Abonnements.

Vollständige Datenkontrolle. Die Buchhaltungsdaten liegen als lokale Datei auf dem eigenen Gerät. Es gibt keine externe Abhängigkeit; Daten können jederzeit exportiert oder migriert werden. Für Unternehmen, die ihre Buchhaltungsdaten nicht in einer fremden Cloud ablegen wollen, ist das ein ernstzunehmender Vorteil.

Plattformunabhängigkeit. Banana läuft nativ auf Windows, macOS und Linux, was unter Schweizer Buchhaltungslösungen selten ist. Die Software ist zudem in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.

Einfache Bedienung. Die tabellarische Oberfläche ist intuitiv für alle, die mit Excel oder Numbers vertraut sind. Die Einarbeitungszeit ist kurz; für einfache Buchführungsaufgaben reicht Banana ohne Schulung aus.

Ideal für Vereine und NGOs. Banana bietet spezifische Vereinsvorlagen und ist wegen der günstigen Lizenz eine sehr beliebte Lösung für Non-Profit-Organisationen, Sportvereine und Kulturverbände. Run my Accounts richtet sich primär an kommerzielle Unternehmen.

Tiefe Abhängigkeit, niedrige Fixkosten. Weil keine monatliche Servicepauschale anfällt, sind die Fixkosten minimal. Das ist besonders in der Startphase wichtig, wenn der Cashflow noch unregelmässig ist.

Schwächen

Zeitinvestition. Manuelle Buchführung kostet Zeit. Jede Transaktion muss erfasst, zugeordnet und überprüft werden. Für Unternehmerinnen und Unternehmer, deren Zeit im Kerngeschäft erheblich mehr wert ist als in der Buchhaltung, ist das ein Opportunitätskostenproblem, das leicht unterschätzt wird.

Buchhaltungskenntnisse erforderlich. Banana setzt ein Grundverständnis der doppelten Buchhaltung voraus: Soll und Haben, Kontenrahmen, MWST-Buchungen. Wer ohne dieses Wissen startet, riskiert fehlerhafte Buchungen, die beim Jahresabschluss Zeit und Treuhänderkosten verursachen.

Kein Lohnmodul. Sobald Mitarbeitende beschäftigt sind, muss die Lohnabrechnung separat gelöst werden.

Kein integrierter Buchführungsservice. Banana ist reine Software; wenn Buchungsfragen auftauchen, gibt es keine menschliche Unterstützung. Das Schweizer OR ist komplex; falsch gebuchte Positionen (z. B. Vorsteuerberechtigungen, aktivierungspflichtige Anlagen) können bei der Steuerdeklaration Probleme verursachen.

Run my Accounts: Buchführung als ausgelagerter Service

Konzept und Entstehungsgeschichte

Run my Accounts wurde 2007 in der Schweiz gegründet und war eines der ersten Unternehmen, das Buchhaltung als cloudbasierten Service anbot. Das Modell: Kunden senden ihre Belege über eine App oder per E-Mail ein; das Run-my-Accounts-Team verbucht diese zeitnah und stellt aktuelle Zahlen zur Verfügung. Für Startups ohne eigene Buchhaltungsfachleute ist das oft der einfachste Weg, die gesetzliche Buchführungspflicht zu erfüllen, ohne intern Kapazität aufzubauen.

Was Run my Accounts konkret macht

Im Alltagsbetrieb schicken Kunden ihre Eingangsrechnungen (Foto per App, PDF per E-Mail oder physisch per Post), Ausgangsrechnungen und Kontoauszüge an das Run-my-Accounts-Team. Die Buchhaltungsfachleute verbuchen diese zeitnah, in der Regel innerhalb weniger Werktage. Am Monatsende stehen Bilanz, Erfolgsrechnung und Offene-Posten-Liste im Kundenportal zur Verfügung, ohne dass der Kunde selbst etwas tun muss.

Stärken von Run my Accounts

Kein Buchhaltungs-Know-how nötig. Gründerinnen und Gründer ohne Buchhaltungshintergrund können ihren Betrieb voll auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Buchführung wird zuverlässig und korrekt erledigt; das Risiko von fehlerhaften Buchungen durch Unwissenheit entfällt.

Monatliche Berichte ohne Aufwand. Run my Accounts liefert monatlich aktuelle Berichte (Bilanz, Erfolgsrechnung, Offene Posten), ohne dass der Kunde etwas tun muss. Das gibt Gründerinnen und Gründern ein regelmässiges, verlässliches Bild der Unternehmenslage.

MWST und Compliance inklusive. Die MWST-Abrechnung wird vom Run-my-Accounts-Team vorbereitet und auf Wunsch bei der ESTV eingereicht. Fehler durch falsche Verbuchungen werden erheblich reduziert; das schützt vor unerwarteten Nachforderungen und Bussen.

Lohnbuchhaltung als Zusatz. Monatliche Lohnabrechnungen, AHV-Anmeldungen und Lohnausweise können als Zusatzservice hinzugebucht werden. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber Banana, das keine Lohnfunktion hat.

Skalierbarkeit des Services. Das Servicemodell wächst mit dem Unternehmen. Ein Startup mit 10 Buchungen pro Monat zahlt weniger als ein KMU mit 300 Buchungen; die Preisgestaltung folgt dem Belegvolumen, nicht einem Flat-Rate-Abonnement.

Koordination mit Revisoren. Run my Accounts übernimmt die Koordination mit externen Revisoren für Unternehmen, die der Revisionspflicht unterliegen. Das reduziert den Aufwand für die Unternehmensleitung zusätzlich.

Schwächen von Run my Accounts

Deutlich höhere Kosten. Run my Accounts kostet ein Vielfaches einer Banana-Lizenz. Für Kleinstunternehmen mit sehr wenigen Transaktionen ist der monatliche Servicebetrag oft nicht verhältnismässig.

Externe Datenhaltung. Buchhaltungsdaten liegen beim Anbieter in der Cloud. Wer vollständige Datensouveränität bevorzugt, ist mit Banana oder einer Desktop-Lösung besser aufgestellt.

Weniger Kontrolle über einzelne Buchungen. Wer jeden Buchungssatz selbst prüfen und verstehen will, ist als passiver Auftraggeber weniger nah am Buchführungsprozess. Die Buchungen werden von Dritten erstellt; Fehler sind selten, aber möglich.

Treuhänder für Jahresabschluss weiterhin nötig. Run my Accounts übernimmt die laufende Buchführung; der Jahresabschluss, die Steuererklärung und die Revision bleiben Aufgaben eines externen Treuhänders. Das wird von manchen Kunden zunächst unterschätzt.

Abhängigkeit vom Anbieter. Wer einmal auf Run my Accounts eingestellt ist, muss beim Wechsel die Übergabe der Buchhaltungsdaten koordinieren. Das ist zwar möglich, aber mit Aufwand verbunden.

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Wann eignet sich welche Lösung?

Banana Accounting wählen, wenn:

  • Buchhaltungs-Know-how vorhanden ist und die Buchführung selbst erledigt werden soll
  • das Budget in der Startphase minimal sein muss
  • die Datenkontrolle vollständig im eigenen Haus bleiben soll
  • das Unternehmen ein Verein oder eine NGO ohne kommerziellen Betrieb ist
  • macOS oder Linux als Betriebssystem eingesetzt wird
  • das Transaktionsvolumen gering ist (unter 50 Buchungen pro Monat)

Run my Accounts wählen, wenn:

  • die Zeit und Energie vollständig auf das Kerngeschäft konzentriert werden sollen
  • kein Buchhaltungs-Know-how im Unternehmen vorhanden oder gewünscht ist
  • aktuelle monatliche Zahlen ohne eigenen Aufwand bereitstehen sollen
  • das Unternehmen wächst und eine professionelle laufende Buchführung gewünscht ist
  • Lohnabrechnung und Buchhaltung aus einer Hand bezogen werden sollen
  • internationale Gründerinnen und Gründer das Schweizer Steuersystem nicht kennen

Kostenbetrachtung: der versteckte Preis der eigenen Buchführung

Der entscheidende Vergleichspunkt ist nicht nur der Listenpreis, sondern der Gesamtaufwand. Wer für die monatliche Buchführung im Schnitt acht Stunden aufwendet und den eigenen Stundenwert konservativ mit CHF 100 ansetzt, gibt faktisch CHF 800 pro Monat für Buchhaltung aus, auch wenn keine Software-Rechnung sichtbar ist. Bei einem höheren Stundenwert oder stärkerem Belegvolumen steigt dieser implizite Kostenblock weiter. Run my Accounts kann in diesem Szenario wirtschaftlich attraktiver sein als es auf den ersten Blick scheint.

Umgekehrt gilt: wer als Freelancer mit CHF 50 Stundenwert wenige Stunden pro Monat für Banana aufwendet, kommt günstiger als mit jedem Outsourcing-Modell. Die Entscheidung hängt also weniger vom Listenpreis als vom eigenen Stundenwert und dem tatsächlichen Buchführungsaufwand ab.

Von Run my Accounts zu einer internen Lösung wechseln

Viele Unternehmen starten mit Run my Accounts und wechseln irgendwann zu einer internen Lösung, wenn das Team wächst und eine eigene Buchhaltungsverantwortliche oder ein eigener Buchhalter eingestellt wird. Run my Accounts exportiert die Buchhaltungsdaten auf Anfrage; die gängigen Zielformate (CSV, XML) sind kompatibel mit den meisten Schweizer Buchhaltungssystemen. Der Übergang funktioniert am besten per Jahresende nach einem sauberen Abschluss.

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Haeufige Fragen

Was macht Run my Accounts genau?
Run my Accounts ist ein Schweizer Dienstleister, der laufende Buchhaltung als Service anbietet. Kunden senden ihre Belege digital (per App oder E-Mail), und das Run-my-Accounts-Team verbucht diese, führt die MWST-Abrechnung durch, erstellt Monatsberichte und koordiniert bei Bedarf mit dem Treuhänder oder Revisor. Der Service richtet sich an Startups und KMU, die keine eigene Buchhaltungskapazität aufbauen wollen.
Bekomme ich bei Run my Accounts auch Zugriff auf eine Software?
Ja; Run my Accounts betreibt eine cloudbasierte Plattform, über die Kunden jederzeit auf ihre aktuellen Zahlen, Berichte und Belege zugreifen können. Der Unterschied zu reiner Software: die Buchungen werden von Run-my-Accounts-Mitarbeitenden vorgenommen, nicht vom Kunden selbst.
Ist Banana Accounting für Vereine und NGOs geeignet?
Banana Accounting ist eine sehr verbreitete Lösung für Schweizer Vereine, Verbände und NGOs. Es gibt spezifische Vereinsvorlagen, und die günstige Lizenz macht Banana für Non-Profit-Organisationen besonders attraktiv. Run my Accounts richtet sich primär an Unternehmen mit kommerziellem Betrieb.
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich Run my Accounts kündige?
Run my Accounts exportiert die Buchhaltungsdaten auf Anfrage, so dass ein Wechsel zu einem anderen System oder Treuhänder jederzeit möglich ist. Bei Banana Accounting liegen alle Daten als lokale Datei auf dem eigenen Rechner; ein Wechsel ist ohne externe Abhängigkeit einfach möglich.
Deckt Run my Accounts auch die Lohnabrechnung ab?
Run my Accounts bietet neben der Buchhaltung auch Lohnbuchhaltung als Zusatzservice an. Das umfasst monatliche Lohnabrechnungen, AHV-Anmeldungen und Lohnausweise. Banana Accounting hat kein Lohnmodul; Lohn müsste separat gelöst werden.
Michael Bauer

Michael Bauer

Startup-Finanzierung und Investoren

Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.