Adrema vs. Remote: Lohn- und HR-Vergleich für Schweizer KMU 2026

10. Mai 20268 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Adrema ist eine Schweizer Lohnbuchhaltungssoftware für die korrekte Lohnabrechnung nach Schweizer Recht, primär für KMU mit Mitarbeitenden in der Schweiz und für Treuhandbüros.
  • Remote ist eine globale Employer-of-Record-Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, Mitarbeitende in über 180 Ländern einzustellen, ohne dort Rechtsentitäten aufzubauen.
  • Die beiden Lösungen adressieren weitgehend unterschiedliche Szenarien und stehen selten in direkter Konkurrenz zueinander.
  • Schweizer KMU mit rein lokaler Belegschaft nutzen Adrema; Unternehmen mit internationalen Remote-Teams wählen Remote.
  • Eine Kombination beider Lösungen ist für Unternehmen mit gemischten Teams sinnvoll: Adrema für Schweizer Mitarbeitende, Remote für internationale Teammitglieder.

Adrema und Remote lösen beide Aspekte der Mitarbeitendenverwaltung und -entlohnung, aber in gänzlich verschiedenen Kontexten. Adrema ist ein Schweizer Softwarewerkzeug, mit dem KMU und Treuhandbüros die Lohnabrechnung nach Schweizer Recht selbst oder für ihre Kunden durchführen. Remote ist eine globale Infrastruktur-Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, Mitarbeitende in fremden Ländern einzustellen und zu entlohnen, ohne dort eigene Gesellschaften zu gründen. Diese beiden Ansätze konkurrieren nur in einem sehr spezifischen Überschneidungsbereich: wenn ein Unternehmen entscheiden muss, ob es eine bestimmte Person lokal in der Schweiz (Adrema) oder international (Remote) beschäftigt.

Kurze Antwort

Adrema ist die richtige Wahl für Schweizer KMU mit Mitarbeitenden in der Schweiz, die eine bewährte, günstige Lohnlösung mit Schweizer Compliance suchen. Remote ist die richtige Wahl für Unternehmen, die internationale Talente einstellen möchten, ohne in jedem Land eigene Gesellschaften zu gründen. Beide Lösungen ergänzen sich für Unternehmen mit gemischten internationalen Teams.

Auf einen Blick: Adrema vs. Remote

KriteriumAdremaRemote
Primärer ZweckSchweizer Lohnbuchhaltung (in-house)Internationales Einstellen via EOR
GeschäftsmodellSoftwarelizenzEmployer of Record / SaaS
Geographischer FokusSchweiz180+ Länder
Wer verarbeitet den Lohn?Das Unternehmen oder TreuhänderRemote (vollständig)
Schweizer ComplianceVollständigVia EOR-Modell möglich
Internationale MärkteNein180+ Länder
MandantenverwaltungJa (für Treuhänder)Nein
Kosten bei 10 Schweizer MACHF 50 bis 150/MonatNicht optimal
Kosten bei 5 internationalen MANicht anwendbarUSD 1'500 bis 3'000/Monat
Compliance-VerantwortungBeim Unternehmen (Software-Tool)Bei Remote
Empfohlen fürKMU mit Schweizer BelegschaftUnternehmen mit internationalem Personalaufbau

Adrema: Die fokussierte Schweizer Lohnlösung

Adrema ist eine bewährte Schweizer Lohnbuchhaltungssoftware, die in erster Linie für zwei Anwenderprofile entwickelt wurde: kleine bis mittlere KMU, die ihre Lohnabrechnung selbst führen, und Treuhandbüros, die Lohnmandate für mehrere Kunden verwalten.

Was Adrema leistet

Adrema deckt die gesamte Schweizer Lohnabrechnung ab: Berechnung von AHV, IV, EO, ALV, FAK, UVG, KTG, BVG und Quellensteuer, Erstellung von Lohnausweisen nach ESTV-Standard, elektronische Übermittlung von AHV-Abrechnungen und Meldungen sowie die korrekte Berechnung der Quellensteuer für alle 26 Kantone. Das ist das Rückgrat jeder Schweizer Lohnabrechnung.

Stärken im Treuhänder-Segment

Adrema ist besonders stark im Treuhandsegment. Die Mandantenverwaltung ermöglicht es einem Treuhandbüro, Dutzende von Kundenmandaten in einer einzigen Softwareinstallation zu verwalten. Für jedes Mandat werden separate Lohndaten geführt; Abrechnungen, Lohnausweise und Meldungen werden mandantenspezifisch erstellt. Das ist ein bedeutender Produktivitätsvorteil gegenüber Lösungen, die keine Mandantenverwaltung kennen.

Eigenverantwortliche Lohnführung

Das Kernprinzip von Adrema ist die eigenverantwortliche Lohnführung: Das Unternehmen oder sein Treuhänder verarbeitet die Löhne, gibt Variablen ein und erstellt die Abrechnungen. Die Software stellt sicher, dass alle Berechnungen korrekt sind; die Verantwortung für die richtigen Eingabedaten liegt beim Nutzer. Das gibt dem Unternehmen volle Kontrolle und Transparenz über jeden Lohnbaustein.

Wo Adrema an Grenzen stösst

Adrema ist für die Schweiz optimiert. Für die Beschäftigung von Mitarbeitenden, die im Ausland wohnen und arbeiten, bietet Adrema keine Lösungen. Ein Schweizer Unternehmen, das eine Entwicklerin in Barcelona oder einen Kundenberater in Mailand beschäftigen möchte, braucht dafür eine andere Lösung.

Stärken von Adrema:

  • Vollständige Schweizer Lohnkompliance zu tiefen Kosten
  • Starke Mandantenverwaltung für Treuhandbüros
  • Einfache Bedienung für die Kernaufgabe Lohnabrechnung
  • Kein Internet-Outsourcing: Daten bleiben beim Unternehmen oder Treuhänder
  • Schnelle Einsatzbereitschaft und geringer Implementierungsaufwand

Grenzen von Adrema:

  • Keine Lösung für die Beschäftigung von Mitarbeitenden im Ausland
  • Kein vollständiges HR-System (keine Zeitwirtschaft, Spesen, Self-Service)
  • Für Unternehmen mit internationalem Team-Aufbau ungeeignet

Remote: Globale Beschäftigung als Dienstleistung

Remote wurde 2019 gegründet, um die strukturellen Hürden des internationalen Einstellens zu beseitigen. Der Kern des Angebots ist der Employer-of-Record-Service: Remote wird formal zum Arbeitgeber von Mitarbeitenden in Ländern, in denen das Kundenunternehmen keine eigene Rechtsentität hat.

Das EOR-Modell im Schweizer Kontext

Für ein Schweizer KMU, das z.B. eine Marketingspezialistin in den Niederlanden einstellen möchte, bietet Remote folgenden Prozess:

  • Das Unternehmen definiert Rolle, Gehalt und Arbeitsbedingungen
  • Remote erstellt den Arbeitsvertrag nach niederländischem Recht
  • Remote überprüft lokale Mindestlöhne, Sozialversicherungspflichten und gesetzliche Benefits
  • Remote verarbeitet monatlich das Gehalt, entrichtet alle Arbeitgeberbeiträge und stellt sicher, dass alle Meldepflichten erfüllt sind
  • Das Unternehmen zahlt Remote eine monatliche Rechnung: Gehalt plus Sozialleistungen plus EOR-Servicegebühr

Das Schweizer Unternehmen beschäftigt die Mitarbeiterin operativ, muss sich aber nicht um eine niederländische Gesellschaft, ein niederländisches Bankkonto oder niederländisches Steuerrecht kümmern.

Eigene Remote-Entitäten als Qualitätsmerkmal

Ein wichtiger Aspekt von Remote ist der Aufbau eigener lokaler Rechtsentitäten in den wichtigsten Märkten. Das unterscheidet Remote von Anbietern, die ausschliesslich über Drittpartner-Netzwerke arbeiten. In Ländern mit eigener Remote-Entität ist die Compliance robuster, da Remote tatsächlich als lokaler Arbeitgeber fungiert und nicht über Subkontraktor-Ketten.

Remote für welche Unternehmensphase?

Remote ist für Unternehmen in der Expansionsphase konzipiert:

  • Frühe Internationalisierung ohne eigene Auslandsentitäten
  • Rekrutierung globaler Talente für remote-first Teams
  • Aufbau internationaler Präsenz vor der Entscheidung für feste Markteintritte
  • Kleine bis mittlere Belegschaften verteilt über viele Länder

Das EOR-Modell hat eine natürliche wirtschaftliche Grenze: Ab einer gewissen Anzahl Mitarbeitender pro Land (oft 10 bis 15) wird die Gründung einer eigenen Gesellschaft günstiger als die kumulierten EOR-Gebühren. Dann wechseln Unternehmen häufig zu einer direkten Anstellungsstruktur mit lokaler Lohnbuchhaltung.

Stärken von Remote:

  • Internationale Einstellungen ohne eigene Auslandsentitäten möglich
  • Vollständige Compliance-Übernahme in 180+ Ländern
  • Modernes, nutzerfreundliches Portal für Mitarbeitende und HR
  • Schnelles Onboarding: in vielen Ländern innerhalb weniger Tage

Grenzen von Remote:

  • Deutlich teurer als lokale Lohnlösungen für Schweizer Mitarbeitende
  • Keine Lösung für tiefintegrierte Schweizer Lohnbuchhaltung
  • Bei grossen Belegschaften pro Land uneconomisch

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Zwei Welten, ein Unternehmen

Das Szenario, in dem Adrema und Remote gemeinsam eingesetzt werden, ist für wachsende Schweizer Startups typisch:

Typisches Profil: Ein Zürcher Fintech mit 15 Mitarbeitenden in der Schweiz, einer Entwicklerin in Portugal, einem Vertriebsmitarbeitenden in Deutschland und einer Designerin in Kroatien.

  • Für die 15 Schweizer Mitarbeitenden: Adrema (günstig, vollständige Schweizer Compliance, eventuell via Treuhänder)
  • Für die drei internationalen Mitarbeitenden: Remote (EOR in Portugal, Deutschland und Kroatien ohne eigene Gesellschaften)

Diese Kombination ist pragmatisch: Sie vermeidet die Kosten von drei Gesellschaftsgründungen im Ausland und hält gleichzeitig die Schweizer Lohnkosten tief. Mit Wachstum, etwa wenn die Anzahl der deutschen Mitarbeitenden auf 10 bis 15 steigt, kann eine eigene GmbH gegründet und Remote für diese Mitarbeitenden durch eine lokale Lösung ersetzt werden.

Direkte Kostengegenüberstellung

SzenarioAdremaRemote
10 Schweizer MA, Lohn monatlichCa. CHF 50 bis 100/MonatCa. CHF 3'000 bis 6'000/Monat (EOR in CH, unnötig)
5 MA in Deutschland (kein GmbH)Nicht möglichCa. USD 1'500 bis 3'000/Monat
2 MA in Spanien (kein S.L.)Nicht möglichCa. USD 600 bis 1'200/Monat
25 Schweizer MA + je 3 in DE, FR, ITAdrema für CH: CHF 80 bis 150/MonatRemote für 9 int. MA: USD 2'700 bis 5'400/Monat

Die Zahlen verdeutlichen: Für die Schweizer Mitarbeitenden ist Adrema klar effizienter. Remote zahlt sich für die internationalen Mitarbeitenden aus, solange die eigene Entitätsgründung in jedem Land unverhältnismässig wäre.

Empfehlung

Adrema wählen, wenn:

  • Das gesamte Team in der Schweiz beschäftigt ist
  • Ein Treuhandbüro mehrere Schweizer Lohnmandate effizient verwalten möchte
  • Kosteneffizienz bei der Schweizer Lohnabrechnung Priorität hat
  • In-House-Kontrolle über den Lohnprozess gewünscht wird

Remote wählen, wenn:

  • Das Unternehmen in anderen Ländern Mitarbeitende einstellen möchte, ohne Entitäten aufzubauen
  • Das Team remote-first aufgestellt ist und global Talente rekrutiert
  • Schnelle Compliance in neuen Märkten wichtiger ist als Kostenoptimierung bei grossen Belegschaften

Beide kombiniert nutzen, wenn:

  • Schweizer Kernbelegschaft mit internationalen Remote-Mitarbeitenden kombiniert wird
  • Die Schweizer Lohnbuchhaltung tief und günstig bleiben soll, während einzelne internationale Teammitglieder via Remote korrekt beschäftigt werden

Fazit

Adrema und Remote sind keine echten Konkurrenten, sondern Lösungen für komplementäre Szenarien. Adrema ist die bewährte, kosteneffiziente Wahl für Schweizer KMU, die ihre Lohnabrechnung lokal und eigenverantwortlich führen wollen. Remote ist die moderne Infrastruktur für den globalen Personalaufbau ohne eigene Auslandsentitäten. Für die grosse Mehrheit der Schweizer KMU, die ausschliesslich lokal beschäftigen, führt der Weg über Adrema. Für Unternehmen mit globalen Ambitionen ergänzen sich beide Lösungen natürlich.

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Haeufige Fragen

Kann ich Adrema für ausländische Mitarbeitende verwenden?
Adrema ist primär für die Schweizer Lohnbuchhaltung ausgelegt. Für Mitarbeitende mit Quellensteuer-Pflicht in der Schweiz (z.B. ausländische Mitarbeitende ohne Niederlassungsbewilligung C) deckt Adrema die Quellensteuerabrechnung für alle Kantone ab. Für Mitarbeitende, die im Ausland wohnen und arbeiten, ist Adrema nicht geeignet.
Kann Remote für Schweizer Mitarbeitende eingesetzt werden?
Technisch ja: Remote kann auch als Employer of Record in der Schweiz fungieren. Das ist aber für Schweizer Unternehmen mit eigener Schweizer Rechtsentität und Schweizer Mitarbeitenden in der Regel unvorteilhaft, da Adrema oder andere lokale Lohnlösungen deutlich günstiger und besser auf die Schweizer Anforderungen abgestimmt sind.
Was kostet Remote im Vergleich zu Adrema?
Adrema kostet als Softwarelizenz typischerweise zwischen CHF 50 und 200 pro Monat für kleine bis mittlere KMU. Remote verrechnet als Employer of Record pro Mitarbeitenden und Monat USD 299 bis 599. Bei 5 Remote-Mitarbeitenden sind das USD 1'500 bis 3'000 monatlich. Der Preisunterschied ist erheblich, der Mehrwert von Remote liegt aber im EOR-Modell für internationale Einstellungen.
Wie unterscheiden sich die Compliance-Ansätze von Adrema und Remote?
Adrema stellt die Software-Werkzeuge bereit, mit denen das Unternehmen oder sein Treuhänder eine gesetzeskonforme Schweizer Lohnabrechnung erstellt. Die Verantwortung für Korrektheit verbleibt beim Unternehmen. Remote übernimmt als Employer of Record die vollständige Compliance-Verantwortung im jeweiligen Land: falsche Berechnungen oder Meldungen sind Remote's Verantwortung, nicht die des Kundenunternehmens.
Michael Bauer

Michael Bauer

Startup-Finanzierung und Investoren

Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.