GmbH gründen in Frauenfeld: Thurgauer AgriFood-Cluster, Bodensee und günstige Steuern

6. Mai 20265 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Frauenfeld als Kantonshauptstadt des Thurgaus bietet mit ca. 13,4% eine günstige Gewinnsteuerlast, die deutlich tiefer liegt als in Zürich oder Bern.
  • Der Kanton Thurgau ist eine der wichtigsten Agrarregionen der Schweiz mit starker Lebensmittelverarbeitung; für AgriFood- und FoodTech-Startups gibt es direkten Zugang zu Pilotkunden in der Lebensmittelindustrie.
  • Das Handelsregisteramt des Kantons Thurgau ist zuständig; thurgauimpuls ist die kantonale Innovationsförderung für Startups und KMU.
  • Frauenfeld liegt zwischen Zürich (45 Minuten per Bahn), St. Gallen (45 Minuten) und dem Bodensee (30 Minuten); beide grossen Ökosysteme sind nutzbar.
  • Das Bodensee-Netzwerk mit Kreuzlingen, Konstanz und Vorarlberg ermöglicht Startups direkten Zugang zum deutschen und österreichischen Markt.

Frauenfeld ist kein Startup-Hotspot mit globalem Ruf, aber es ist einer der überschaubarsten Standorte der Deutschschweiz mit einer klar definierten Nische: Wer AgriFood, Lebensmitteltechnologie oder nachhaltige Landwirtschaftstechnik in der Schweiz entwickeln will, findet im Kanton Thurgau eine Dichte an Industrieakteuren, die in Zürich oder Bern nicht so erreichbar ist.

Frauenfeld: ca. 13,4% Gewinnsteuer, AgriFood-Cluster und Bodensee-Lage

Der Kanton Thurgau bietet eine kombinierte Gewinnsteuerlast von ca. 13,4% und ist Heimat eines starken Agrarlebensmittel-Netzwerks. Frauenfelds Lage zwischen Zürich, St. Gallen und dem Bodensee ermöglicht gleichzeitigen Zugang zum Deutschschweizer und DACH-Markt.

Handelsregisteramt und Gründungsprozess

GmbH- und AG-Gründungen mit Sitz im Kanton Thurgau werden beim Handelsregisteramt des Kantons Thurgau eingetragen.

Gründungsschritte in Frauenfeld:

  1. Firmennamen auf Zefix prüfen.
  2. Statuten ausarbeiten und Stammdaten festlegen.
  3. Öffentliche Beurkundung beim Thurgauer Notar.
  4. Stammkapital einzahlen (mindestens CHF 20'000 für GmbH).
  5. Einreichung beim Handelsregisteramt Kanton Thurgau über EasyGov oder per Post.
  6. Eintragungsdauer: in der Regel 5 bis 10 Arbeitstage.

Startup-Ökosystem und Ressourcen

thurgauimpuls: Die Innovationsförderungseinrichtung des Kantons Thurgau begleitet Startups und KMU bei der Entwicklung innovativer Projekte, koordiniert Innosuisse-Anträge und vermittelt Kontakte zu Forschungspartnern und Industrieunternehmen. Kostenlose Beratung für Thurgauer Unternehmen mit Fokus auf angewandte Innovation.

Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG): Die PHTG in Kreuzlingen bietet Forschung im Bildungsbereich. Für EdTech-Startups, die neue Lehr- und Lernansätze entwickeln, ist die PHTG ein möglicher Forschungspartner und Pilotierungsort.

Wirtschaftsförderung Kanton Thurgau: Die kantonale Wirtschaftsförderung berät Gründer bei der Ansiedlung im Kanton, vermittelt Netzwerkkontakte zu lokalen Unternehmen und informiert über kantonale und eidgenössische Förderprogramme.

ZHAW Winterthur (Pendeldistanz): Die ZHAW ist die nächste Fachhochschule mit breitem Technologieprofil und befindet sich 40 Minuten per Bahn von Frauenfeld entfernt. ZHAW Transfer vermittelt Innosuisse-Projekte und Spin-off-Unterstützung, die auch für Thurgauer Startups zugänglich sind.

Wichtige Branchen und Netzwerke

AgriFood und Lebensmitteltechnologie: Thurgau ist eine der bedeutendsten Obst- und Gemüsebauregionen der Schweiz. Zahlreiche Lebensmittelproduzenten, Keltereien und Verarbeitungsunternehmen sind im Kanton ansässig. Für Startups in Precision Agriculture, FoodTech oder nachhaltiger Verpackung sind diese Unternehmen direkte Pilotkunden und Entwicklungspartner.

Logistik und Supply Chain: Die zentrale Lage zwischen Zürich, St. Gallen und dem Bodensee macht den Kanton Thurgau zu einem wichtigen Logistik-Korridor. Mehrere Logistik- und Transportunternehmen sind im Thurgau angesiedelt; für Startups in Supply-Chain-Technologie oder Zustelllösungen gibt es direkte Ansprechpartner.

Maschinenbau und Fertigungstechnik: Thurgau hat eine solide Basis an KMU in Maschinenbau und Fertigung. Für Industrial-Tech-Startups bieten diese Unternehmen Pilotierungsmöglichkeiten, die in grossen Städten schwerer zugänglich wären.

Grenzüberschreitender Bodensee-Markt: Die Bodenseeregion verbindet die Schweiz, Deutschland und Österreich in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum. Für Startups mit Ambitionen im süddeutschen oder vorarlbergischen Markt ist Frauenfeld ein idealer Ausgangspunkt.

Büroviertel und Stadtteile für Startups

Frauenfeld Innenstadt: Zentrale Lage in der Kantonshauptstadt mit guter Bahnanbindung und moderaten Mietpreisen. Geeignet für Dienstleistungs- und B2B-Startups, die Kundenkontakt mit kantonalen Behörden oder regionalen Unternehmen suchen.

Frauenfeld Nord und Gewerbegebiet: Günstige Gewerbeflächen nördlich der Innenstadt mit Autobahnanschluss (A7 Richtung Zürich und Kreuzlingen). Sinnvoll für Startups mit Produktions- oder Lagerbedarf.

Kreuzlingen: Thurgauer Grenzstadt direkt an Konstanz (Deutschland). Niedrigere Mietpreise und direkter Zugang zum deutschen Markt; geeignet für Startups, die den Bodensee-Korridor als primären Markt nutzen.

Arbon und Romanshorn: Thurgauer Seegemeinden am Bodensee mit günstigen Gewerbeflächen und ruhiger Lage. Für frühe Teams, die Platz und Lebensqualität priorisieren und die Pendeldistanz nach Frauenfeld akzeptieren.

Weinfelden: Grössere Thurgauer Gemeinde 15 Minuten von Frauenfeld; günstigere Mietpreise und eigene Infrastruktur. Für Startups, die eine ruhigere Alternative zur Kantonshauptstadt bevorzugen.

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Acceleratoren und Netzwerkanlässe

thurgauimpuls Innovationsveranstaltungen: Regelmässige Netzwerkanlässe und Informationsabende der kantonalen Innovationsförderung. Direkter Zugang zu Thurgauer Unternehmen und Branchenvertretern aus Landwirtschaft, Lebensmittel und Industrie.

Bodensee Startup Events: Regelmässige Startup-Events in der Bodenseeregion (wechselnde Standorte in Konstanz, Kreuzlingen und Schaffhausen). Für Thurgauer Startups ein direkter Zugang zu einem trinationalen Gründernetzwerk ohne weite Anreise.

OLMA St. Gallen (Netzwerk-Zugang): Thurgauer AgriFood-Startups haben Zugang zu den jährlichen Schweizer Agrar- und Lebensmittelmessen wie der OLMA in St. Gallen (45 Minuten), die wichtige Kontaktpunkte mit Branchenakteuren und potenziellen Kunden bieten.

START Summit St. Gallen (Pendeldistanz): Der START Summit, die grösste studentisch organisierte Startup-Konferenz Europas, findet jährlich in St. Gallen statt (45 Minuten per Bahn). Für Frauenfelder Startups ein direkter Zugang zu internationalen Investoren und Gründern.

Venture Kick Ostschweiz: Venture Kick führt auch in der Ostschweiz regelmässige Juryentscheide durch. Frauenfelder Startups können über die Ostschweizer Pipeline am Förderprogramm teilnehmen.

ZHAW Startup Challenge Winterthur (Pendeldistanz): Der Startup-Wettbewerb der ZHAW ist in 40 Minuten erreichbar und für externe Teams mit Technologiebezug zu ZHAW-Forschungsgruppen offen.

Kosten und Infrastruktur

KostenfaktorFrauenfeld (Orientierung)
Bürofläche ZentrumCHF 110 bis CHF 200 / m² / Jahr
Co-Working DeskCHF 150 bis CHF 300 / Monat
Notarkosten GmbH-Gründungca. CHF 900 bis CHF 1'800
Handelsregistergebührca. CHF 600
Gewinnsteuerlast (kombiniert)ca. 13,4%

Für wen eignet sich Frauenfeld als Gründungsstandort?

Optimaler Fit: AgriFood- und FoodTech-Startups; Logistik- und Supply-Chain-Startups in der Bodenseeregion; Gründer aus Thurgau, die im Kanton bleiben und günstige Steuern mit Nähe zu Zürich und St. Gallen kombinieren wollen; Startups mit DACH-Markt-Fokus.

Weniger geeignet: Startups, die täglich ein dichtes städtisches Ökosystem brauchen; Deep-Tech-Teams mit ETH- oder EPFL-Bezug; Gründer, die FinTech oder Blockchain priorisieren (Zug und Zürich sind besser geeignet).

Wichtige Anlaufstellen

InstitutionAufgabeKontakt
Handelsregisteramt Kanton ThurgauGmbH/AG-Eintragungtg.ch/handelsregister
EasyGovDigitale Gründungseinreichungeasygov.swiss
thurgauimpulsKantonale Innovationsförderungthurgauimpuls.ch
Wirtschaftsförderung Kanton ThurgauAnsiedlungsberatungthurgau.ch/wirtschaft
PHTGEdTech-Forschungspartnerphtg.ch

EasyGov

Digitale GmbH-Gründung beim Handelsregisteramt Kanton Thurgau

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Haeufige Fragen

Was ist thurgauimpuls und wie kann ein Startup davon profitieren?
thurgauimpuls ist die Innovationsförderungseinrichtung des Kantons Thurgau. Sie berät Startups und KMU bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, begleitet Innosuisse-Anträge und vernetzt Gründer mit Forschungspartnern und Industrieunternehmen im Kanton. Die Beratung ist kostenlos für Thurgauer Unternehmen; der Fokus liegt auf angewandter Innovation und konkreten Projekten mit Industriepartnern.
Welche AgriFood-Tech-Möglichkeiten gibt es im Kanton Thurgau?
Thurgau wird als Obstgarten der Schweiz bezeichnet und beherbergt viele Lebensmittelproduzenten, Obstverarbeiter und landwirtschaftliche Zulieferunternehmen. Für Startups in Precision Agriculture, Lebensmitteltechnologie, nachhaltiger Verpackung oder FoodTech-Automatisierung bietet Thurgau direkten Zugang zu Pilotkunden in der Lebensmittelindustrie, die in anderen Schweizer Regionen kaum so konzentriert zu finden sind.
Wie ist Frauenfeld für Startups ausserhalb der Landwirtschaft?
Frauenfeld ist eine kleine Stadt (ca. 25'000 Einwohner), die von ihrer Lage zwischen Zürich und St. Gallen profitiert. Für Software-, Logistik- und Industrie-Tech-Startups ist die Stadt ein steuergünstiger Standort mit guter Bahnverbindung in beide grossen Städte. Das lokale Netzwerk ist überschaubar; die Ökosysteme in Zürich und St. Gallen sind in unter einer Stunde erreichbar.
Gibt es in Frauenfeld Co-Working oder Innovationszentren?
Frauenfeld hat kleinere Co-Working-Angebote. Das wichtigste Innovationsangebot ist thurgauimpuls mit Beratung und Netzwerkkontakten. Für Startups mit Bürobedarf bieten Frauenfelder Gewerbegebiete sehr günstige Mietpreise; grössere Co-Working-Hubs finden sich in Winterthur (40 Minuten) oder St. Gallen (45 Minuten).
Wie wichtig ist das Bodensee-Netzwerk für Thurgauer Startups?
Der Bodensee verbindet die Schweiz, Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern) und Österreich (Vorarlberg) in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum. Kreuzlingen, direkt an der Grenze, ist 30 Minuten von Frauenfeld entfernt; Konstanz liegt auf der anderen Seite des Übergangs. Für Startups, die gleichzeitig Schweizer Kunden und den deutschen Markt ansprechen wollen, ist Thurgau ein natürlicher Brückenkopf am Bodensee.
Thomas Kaufmann

Thomas Kaufmann

Spezialist für Unternehmensgründung

Thomas Kaufmann begleitet Gründer bei der Wahl der Rechtsform und dem Handelsregistereintrag. Zuvor war er als Notariatsgehilfe tätig.