Venture Kick: CHF 10'000, CHF 20'000 und Kicker-Preis für Schweizer Uni-Startups

8. Mai 20265 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Venture Kick ist ein dreiphasiger Wettbewerb für Startups, die aus Schweizer Hochschulen oder Forschungsinstitutionen hervorgehen: Phase 1 (CHF 10'000), Phase 2 (CHF 20'000) und der Venture Kicker (bis CHF 130'000).
  • Bewerbungsberechtigt sind Startups, die aus ETH, EPFL, kantonalen Universitäten, Fachhochschulen oder anerkannten Schweizer Forschungsinstitutionen hervorgehen; mindestens ein Gründungsmitglied muss aus der Hochschule stammen.
  • Venture Kick ist mehr als Preisgeld: Bootcamps, Mentoring durch erfahrene Unternehmer und direkter Zugang zum Schweizer Investoren-Ökosystem sind oft wertvoller als die Geldpreise.
  • Die Venture-Kick-Stiftung nimmt keine Unternehmensanteile und verlangt keine Rückzahlung; das Preisgeld ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss.
  • Venture Kick ist komplementär zu Innosuisse: Innosuisse finanziert die F&E-Arbeit an der Hochschule; Venture Kick finanziert den Unternehmensaufbau. Viele Schweizer Deep-Tech-Startups kombinieren beide Programme.

Venture Kick ist der wichtigste Schweizer Startup-Wettbewerb für akademische Spin-offs: Finanziert von einer privaten Stiftung, bietet das Programm nicht nur bis zu CHF 150'000 Preisgeld, sondern vor allem intensives Coaching, Netzwerkzugang und eine direkte Brücke zum Schweizer Investoren-Ökosystem. Für Startups aus Schweizer Hochschulen ist Venture Kick ein zentraler Beschleuniger in der Frühphase.

Venture Kick: Wettbewerb für akademische Spin-offs

Venture Kick ist eine private Stiftungsinitiative (keine staatliche Förderung). Geldgeber sind Schweizer Unternehmer und Stiftungen. Das Programm nimmt keine Unternehmensanteile, verlangt keine Rückzahlung und hat keine kommerziellen Interessen an den geförderten Startups.

Die drei Phasen von Venture Kick

Venture Kick ist dreiphasig aufgebaut: Jede Phase kombiniert Preisgeld mit einem Bootcamp und setzt den Grundstein für die nächste Phase.

Phase 1: CHF 10'000 und Kicky-Bootcamp Teams reichen eine strukturierte Bewerbung ein (Executive Summary, Team, Markt, Technologie). Ausgewählte Teams pitchen vor einer Jury; die Gewinner erhalten CHF 10'000 und nehmen am eintägigen Kicky-Bootcamp teil. Das Bootcamp fokussiert auf Geschäftsmodell-Schärfung und Pitch-Vorbereitung.

Phase 2: CHF 20'000 und Startup Camp Phase-1-Gewinner können sich für Phase 2 bewerben; der Pitch ist detaillierter und umfasst Marktvalidierung, erste Kundengespräche und einen überarbeiteten Businessplan. Gewinner erhalten CHF 20'000 und nehmen am zweitägigen Startup Camp teil, bei dem erfahrene Mentoren intensives Einzelfeedback geben.

Venture Kicker: Bis CHF 130'000 und Finale Phase-2-Gewinner qualifizieren sich für den Venture Kicker, den jährlichen Hauptwettbewerb. Im Finale pitchen die besten Teams vor einem grossen Jury- und Publikum; die Gewinner erhalten den Kicker-Preis. Der Kicker-Abend ist gleichzeitig der grösste Schweizer Startup-Netzwerkanlass des Jahres.

Wer kann sich bewerben?

Venture Kick ist ausschliesslich für Startups zugänglich, die aus Schweizer Hochschulen oder anerkannten Forschungsinstitutionen hervorgehen:

  • Zulässige Herkunftsinstitutionen: ETH Zürich, EPFL, alle kantonalen Universitäten, Fachhochschulen (ZHAW, OST, FHNW, BFH, HES-SO, SUPSI, FHO), Paul Scherrer Institut (PSI), EMPA, Eawag und weitere Bundesforschungsanstalten.
  • Teamanforderung: Mindestens ein Gründungsmitglied muss seine Forschungs- oder Studientätigkeit an der Herkunftsinstitution absolviert haben oder aktuell dort tätig sein.
  • Firmensitz: Das Startup muss in der Schweiz domiziliert sein oder die Absicht haben, sich in der Schweiz zu gründen.
  • Gründungsphase: Auch Vorgründungsteams sind zugelassen; eine formelle GmbH-Gründung ist für Phase 1 noch nicht zwingend.

Nicht zugelassen: Startups ohne Hochschulbezug; Startups, die aus ausländischen Hochschulen hervorgehen; reine Handels- oder Dienstleistungsunternehmen ohne Forschungsgrundlage.

Was Venture Kick wirklich wert ist

Das Preisgeld ist sichtbar; der eigentliche Mehrwert ist es nicht. Venture-Kick-Alumni beschreiben drei Kategorien von Nutzen:

Netzwerkzugang: Die Venture-Kick-Community umfasst mehrere Hundert Alumni-Startups, aktive Investoren und strategische Partner. Der Kicker-Abend bringt jährlich die relevantesten Schweizer Startup-Investoren zusammen; für Phase-2- und Kicker-Teams ist der direkte Investorenkontakt ein substanzieller Vorteil.

Bootcamp-Qualität: Die Bootcamps sind intensiv und praxisorientiert; Mentoren sind erfahrene Gründer und Investoren, keine Akademiker. Teams berichten, dass das Bootcamp-Feedback ihr Pitch-Deck und ihre Marktpositionierung fundamental verändert hat.

Signalwirkung: Ein Venture-Kick-Preis signalisiert Qualität an Investoren; viele Schweizer VCs und Business Angels beobachten Venture-Kick-Gewinner aktiv. Für internationale Fundraising-Runden ist der Venture-Kick-Brand ein nachweisbares Qualitätssignal.

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Der Bewerbungsprozess

  1. Selbstcheck: Bewerbervoraussetzungen auf venturekick.ch prüfen; die Website listet alle Herkunftsinstitutionen und Bewerbungsrunden.
  2. Bewerbung einreichen: Strukturierter Online-Antrag (Executive Summary, Team-Biographien, Technologiebeschreibung, Marktanalyse, Finanzplan). Sprache: Englisch.
  3. Jury-Vorauswahl: Interne Jury-Sichtung; ausgewählte Teams werden zum Live-Pitch eingeladen.
  4. Live-Pitch Phase 1: 10-minütiger Pitch plus Fragen; Jury entscheidet am selben Tag.
  5. Bootcamp und Weiterentwicklung: Phase-1-Gewinner erhalten Coaching für die Phase-2-Bewerbung.
  6. Phase 2 und Kicker: Gleiche Struktur mit steigenden Ansprüchen und grösserem Preisgeld.

Bewerbungsrhythmus: Venture Kick schreibt mehrere Runden pro Jahr aus; genaue Termine auf venturekick.ch. Eine Ablehnung in einer Runde schliesst eine erneute Bewerbung in einer späteren Runde nicht aus.

Venture Kick im Vergleich zu anderen Programmen

MerkmalVenture KickInnosuisseStartup-Coaching Kantone
FinanzierungsartWettbewerbspreisProjektförderungBeratungsleistung
Preisgeld/FörderungBis CHF 150'000Bis CHF 2 Mio.+ (Hochschulkosten)Meist kostenlos
HochschulbindungObligatorischFür Projekte obligatorischNein
Anteile/RückzahlungNeinNeinNein
NetzwerkwertSehr hoch (Investor-Community)Mittel (Hochschulnetzwerk)Tief bis mittel
ZielgruppeAkademische Spin-offsF&E-orientierte UnternehmenAlle Startups

Wichtige Anlaufstellen

InstitutionAufgabeKontakt
Venture KickBewerbung, Programm-Informationenventurekick.ch
ETH Zürich EntrepreneurshipTransfer, Coaching, Vernetzungentrepreneur.ethz.ch
EPFL Innovation ParkInkubator, Netzwerk, Co-Workinginnovationpark.ch
InnosuisseErgänzende F&E-Förderunginnosuisse.ch

Venture Kick

Drei Phasen, bis CHF 150'000 Preisgeld, intensives Coaching und direkter Investorenzugang für Schweizer Uni-Startups

Kein Anteil, keine Rückzahlung

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Haeufige Fragen

Muss das Startup zum Bewerbungszeitpunkt bereits gegründet sein?
Nein; auch Teams in der Vorgründungsphase können sich bewerben, sofern die Geschäftsidee aus einer Schweizer Hochschule oder einem Forschungsinstitut stammt. Das Startup muss aber bis zur Phase-2-Teilnahme in der Schweiz gegründet sein. Ein GmbH-Eintrag ist für Phase 1 noch nicht zwingend erforderlich.
Wie oft kann man sich bei Venture Kick bewerben?
Teams können sich erneut bewerben, wenn sie in einer früheren Phase nicht weitergekommen sind; eine Bewerbung pro Runde ist möglich. Venture Kick empfiehlt, das Feedback aus einer Ablehnung zu nutzen und den Antrag zu überarbeiten. Die meisten erfolgreichen Teams haben sich zwei- bis dreimal beworben, bevor sie in Phase 1 ankamen.
Wie lange dauert der gesamte Venture-Kick-Prozess?
Von der Phase-1-Bewerbung bis zum Kicker-Preis können 12 bis 24 Monate vergehen; die genaue Dauer hängt von den Bewerbungsrunden und dem Fortschritt des Teams ab. Phase 1 und 2 werden in mehreren Runden pro Jahr ausgeschrieben; der Venture Kicker findet einmal jährlich statt.
Wer sitzt in der Venture-Kick-Jury?
Die Jury besteht aus erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten aus dem Schweizer Startup-Ökosystem; die genaue Zusammensetzung variiert je nach Runde. Juror-Profile sind auf der Venture-Kick-Website einsehbar. Die Jury bewertet Technologie, Marktpotenzial, Team und Umsetzbarkeit.
Ist Venture Kick nur für Tech-Startups?
Venture Kick fördert primär technologie- und wissenschaftsbasierte Startups aus Hochschulen; Social Enterprises und kreativwirtschaftliche Projekte ohne Technologiebezug sind in der Regel nicht förderberechtigt. Life Sciences, ICT, Cleantech, Medizintechnik und Deep Tech sind die dominanten Bereiche unter den Preisträgern.
Michael Bauer

Michael Bauer

Startup-Finanzierung und Investoren

Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.