Innosuisse Förderung: Innovationsprojekte, Innovationsschecks und Start-up Coaching

8. Mai 20265 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Innosuisse finanziert Innovationsprojekte zwischen Schweizer Unternehmen und Hochschulen: die Hochschulkosten werden bis zu 100% übernommen; das Unternehmen trägt seine eigenen Projektkosten als Eigenleistung.
  • Der Innovationsscheck (CHF 15'000) ist das niederschwelligste Instrument: einfacher Antrag, kein dauerhaftes Kooperationsformat erforderlich, Bearbeitungszeit 4 bis 6 Wochen.
  • Das kostenlose Start-up Coaching begleitet Hightech-Startups mit zertifizierten Coaches in Business Development, Markterschliessung und Investorenansprache; Voraussetzung ist ein Hightech- oder wissensbasiertes Geschäftsmodell.
  • Alle Innosuisse-Förderungen sind nicht rückzahlbar; Innosuisse nimmt keine Unternehmensanteile und verlangt keine Umsatzbeteiligung.
  • Antragstellung über my.innosuisse.ch; Innovationsprojekte werden in 2 bis 3 Monaten bearbeitet. Startups ohne Hochschulkontakt können über Innosuisse einen geeigneten Forschungspartner vermittelt bekommen.

Innosuisse ist das wichtigste nicht-dilutive Förderinstrument des Bundes für technologieorientierte Schweizer Startups: Die Innovationsförderagentur finanziert Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Hochschulen, vergibt Innovationsschecks für erste Machbarkeitsstudien und bietet kostenloses Start-up Coaching für Hightech-Gründer. Wer ein Startup mit substanziellem F&E-Anteil aufbaut, sollte Innosuisse frühzeitig in seine Finanzierungsplanung einbeziehen.

Innosuisse: Fakten auf einen Blick

Innosuisse (Schweizerische Agentur für Innovationsförderung) ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes. Sie fördert wissens- und technologiebasierte Innovationen durch Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Alle Förderungen sind nicht rückzahlbar; Innosuisse nimmt keine Unternehmensanteile.

Die drei Hauptinstrumente von Innosuisse

Innosuisse bietet drei aufeinander aufbauende Instrumente: den Innovationsscheck als Einstieg, das Innovationsprojekt als Kernförderung und das Start-up Coaching als strategische Begleitung.

Innovationsscheck (CHF 15'000): Für Schweizer KMU, die erstmals mit einer Hochschule zusammenarbeiten wollen. Einfacher Antrag, keine dauerhafte Kooperationsvereinbarung, Bearbeitungszeit 4 bis 6 Wochen.

Innovationsprojekt (CHF 50'000 bis mehrere Mio.): Mehrjährige F&E-Kooperation zwischen Unternehmen und anerkannter Schweizer Hochschule. Innosuisse übernimmt bis zu 100% der zertifizierten Hochschulkosten.

Start-up Coaching (kostenlos): Strukturiertes Begleitprogramm für Hightech-Startups mit zertifizierten Coaches über 12 bis 24 Monate.

Innovationsprojekte: Das Kernförderinstrument

Ein Innosuisse-Innovationsprojekt verbindet ein Schweizer Unternehmen (Implementierungspartner) mit einer anerkannten Hochschule (Forschungspartner). Die Hochschule übernimmt den Forschungsteil; das Unternehmen steuert Anwendungswissen, Industriekontakte und Eigenleistungen bei.

Was Innosuisse finanziert: Die zertifizierten Kosten der Hochschule (Personalkosten der Forschenden, Sachmittel, Overhead gemäss Innosuisse-Richtlinien) werden bis zu 100% gedeckt. Die Unternehmenskosten (eigene Ingenieure, Prototypen, Testinfrastruktur) trägt das Unternehmen selbst; diese Eigenleistung zählt als Ko-Finanzierung und stärkt den Antrag.

Geeignete Forschungspartner: ETH Zürich, EPFL, alle kantonalen Universitäten sowie Fachhochschulen (ZHAW, OST, FHNW, BFH, HES-SO, SUPSI). Startups ohne bestehenden Hochschulkontakt können über das Innosuisse-Netzwerk einen passenden Forschungspartner finden.

Typische Projektgrössen: Kleine Pilotprojekte ab CHF 50'000 Hochschulkosten; mittlere Projekte CHF 200'000 bis CHF 800'000; grosse Projekte bis zu CHF 2 Mio. und mehr über 2 bis 3 Jahre.

Innovationsscheck: Der niederschwellige Einstieg

Der Innovationsscheck ermöglicht Schweizer KMU (bis 250 Mitarbeitende) einen unkomplizierten ersten Kontakt mit der Hochschulforschung. Das KMU beauftragt eine Schweizer Hochschule mit einer definierten Leistung (Machbarkeitsstudie, Technologiebewertung, Materialanalyse), Innosuisse zahlt der Hochschule direkt CHF 15'000. Das KMU zahlt keinen Eigenanteil auf den Scheckbetrag.

Ein Innovationsscheck kann in ein grösseres Innovationsprojekt münden, ist aber keine Voraussetzung dafür. Er eignet sich besonders für Startups, die zunächst prüfen wollen, ob eine Hochschulkooperation sinnvoll ist.

Start-up Coaching von Innosuisse

Das Innosuisse Start-up Coaching ist ein kostenloses, strukturiertes Begleitprogramm. Zertifizierte Coaches mit Unternehmens- und Investorenhintergrund begleiten Gründerteams in:

  • Business Development: Geschäftsmodell schärfen, Marktpositionierung, Skalierungsstrategien
  • Markterschliessung: Pilotkunden identifizieren, Vertriebsstrategie, internationale Expansion
  • Finanzierung: Investorenunterlagen vorbereiten, Pitch-Training, Finanzierungsrunden strukturieren

Voraussetzungen: Hightech- oder wissensbasiertes Geschäftsmodell, Schweizer Firmensitz, Früh- bis Wachstumsphase. Reine Handels- oder Dienstleistungsunternehmen ohne Technologiebezug sind in der Regel nicht zugelassen.

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Förderberechtigung: Wer kann Innosuisse-Förderung beantragen?

KriteriumAnforderung
UnternehmenssitzSchweiz (obligatorisch)
UnternehmensgrösseKeine Beschränkung; KMU bevorzugt
TechnologiebereichAlle Branchen mit F&E-Anteil
ForschungspartnerAnerkannte Schweizer Hochschule (zwingend für Innovationsprojekte)
GründungsalterKeine Mindest- oder Höchstgrenze
RechtsstatusGmbH, AG, Einzelunternehmen, Verein

Nicht förderberechtigt: reine Handelsunternehmen ohne F&E-Anteil; Unternehmen ohne Schweizer Sitz; Projekte ohne Schweizer Hochschulbeteiligung (Ausnahme: Innovationsscheck).

Der Antragsprozess Schritt für Schritt

  1. Selbstcheck: Projekt-Eignung prüfen über die Innosuisse-Website oder telefonische Vorabberatung durch den Kundendienst.
  2. Partnersuche: Geeignete Hochschule und Forschungsgruppe identifizieren; Innosuisse bietet aktive Vermittlungshilfe.
  3. Projektskizze: Gemeinsame Ausarbeitung mit dem Hochschulpartner; Innosuisse bietet Feedback-Gespräche vor der formellen Einreichung an.
  4. Antragstellung: Vollständiger Antrag über my.innosuisse.ch mit Projektbeschreibung, Kostenplan und Lebensläufen der Projektleitenden.
  5. Begutachtung: Externer Peer-Review durch eine Fachjury; Bearbeitungszeit: 2 bis 3 Monate.
  6. Entscheid und Vertragsunterzeichnung: Bei Genehmigung folgt der Fördervertrag; der Projektstart kann unmittelbar danach erfolgen.

Häufige Ablehnungsgründe: fehlender Innovationsgehalt, unklare kommerzielle Verwertungsperspektive, unvollständige Unterlagen, kein geeigneter Hochschulpartner nachgewiesen.

Kosten und Förderhöhen im Überblick

InstrumentFörderhöheEigenanteil UnternehmenBearbeitungszeit
InnovationsprojektCHF 50'000 bis CHF 2 Mio.+Eigene Projektkosten (Personal, Material)2 bis 3 Monate
InnovationsscheckCHF 15'000Kein Eigenanteil auf Scheckbetrag4 bis 6 Wochen
Start-up CoachingKostenlosZeit und Vorbereitung12 bis 24 Monate

Wichtige Anlaufstellen

InstitutionAufgabeKontakt
InnosuisseBeratung, Förderanträge, Partnervermittlunginnosuisse.ch
my.innosuisse.chOnline-Antragsportalmy.innosuisse.ch
EuresearchErgänzende EU-Forschungsförderungeuresearch.ch
KMU-Portal des BundesÜberblick über alle Bundesförderungenkmu.admin.ch

Innosuisse

Schweizer Innovationsförderung: bis 100% der Hochschulkosten, CHF 15'000 Innovationsscheck, kostenloses Coaching

Nicht rückzahlbar, keine Anteile

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Haeufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Innovationsprojekt und Innovationsscheck?
Ein Innovationsprojekt ist eine mehrjährige F&E-Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschule; Innosuisse übernimmt bis zu 100% der zertifizierten Hochschulkosten, das Unternehmen trägt seine eigenen Kosten. Der Innovationsscheck ist ein einmaliger Zuschuss von CHF 15'000 für eine erste Machbarkeitsstudie, ohne dauerhaftes Kooperationsformat. Der Scheck ist der einfachste Einstieg; das Innovationsprojekt ist das grössere Instrument für mehrjährige F&E-Vorhaben.
Muss das Unternehmen in der Schweiz registriert sein?
Ja, der Firmensitz muss in der Schweiz liegen und das Unternehmen muss wirtschaftlich in der Schweiz tätig sein. Ausländische Tochtergesellschaften mit Schweizer Niederlassung können grundsätzlich förderberechtigt sein, sofern die wirtschaftliche Aktivität in der Schweiz stattfindet. Eine Vorabklärung mit dem Innosuisse-Kundendienst ist empfehlenswert.
Wie lange läuft ein typisches Innosuisse-Innovationsprojekt?
Die meisten Innovationsprojekte haben eine Laufzeit von 12 bis 36 Monaten; kürzere Pilotprojekte ab 6 Monaten sind möglich. Verlängerungen sind bei begründetem Bedarf möglich. Projekte können in Phasen aufgeteilt werden, sofern die Fragestellung dies rechtfertigt.
Was passiert mit den Verwertungsrechten (IP) aus einem Innosuisse-Projekt?
Die IP-Regelung wird zwischen Unternehmen und Hochschule vertraglich vereinbart; Innosuisse schreibt kein Standard-IP-Modell vor. Üblicherweise erhält das Unternehmen ein exklusives oder nicht-exklusives Verwertungsrecht gegen eine Lizenzgebühr an die Hochschule. Eine frühzeitige Klärung der IP-Fragen vor Projektstart ist dringend empfohlen.
Kann ein Startup gleichzeitig Innosuisse-Förderung und Venture Kick beantragen?
Ja, beide Instrumente schliessen sich nicht aus. Viele Schweizer Deep-Tech-Startups kombinieren Innosuisse-Innovationsprojekte (Forschungsfinanzierung) mit Venture-Kick-Phasen (Unternehmensaufbaufinanzierung). Innosuisse finanziert die F&E-Arbeit an der Hochschule; Venture Kick finanziert den Unternehmensaufbau.
Michael Bauer

Michael Bauer

Startup-Finanzierung und Investoren

Michael Bauer analysiert Förderprogramme und Finanzierungsoptionen für Schweizer Startups. Er hat selbst ein Unternehmen gegründet.