Fördergelder Kanton Freiburg: Fri Up, blueFACTORY und Steuerbefreiung für Startups
Das Wichtigste in Kürze
- Fri Up ist die kantonale Wirtschaftsförderungsagentur Freiburgs: kostenlose Beratung für Neugründungen, Flächenvermittlung und Begleitung bei Steuerrulings und Tax-Holiday-Anträgen.
- Neue Unternehmen, die im Kanton Freiburg Arbeitsplätze schaffen, können eine kantonale Steuerbefreiung von bis zu 10 Jahren beantragen; die Bedingungen werden individuell mit dem Steueramt vereinbart.
- blueFACTORY ist das Freiburger Innovationsquartier auf dem Gelände der ehemaligen Cardinal-Brauerei: Labors, Co-Working, Startups und direkte Nähe zu HES-SO und Unifr.
- Die Universität Freiburg (Unifr) und die HES-SO Pérolles sind Innosuisse-Partnerhochschulen; Startups mit F&E-Anteil können Innovationsprojekte und Innovationsschecks (CHF 15'000) über diese Hochschulen beantragen.
- Freiburger Startups mit akademischem Hintergrund sind für Venture Kick zugelassen; Unifr zählt als anerkannte Schweizer Hochschule. Die Zweisprachigkeit (DE/FR) des Kantons ist ein Alleinstellungsmerkmal für nationale Markterschliessung.
Der Kanton Freiburg vereint als einziger Kanton der Schweiz offizielle Zweisprachigkeit mit einer vollständig zweisprachigen Universität und einem aufstrebenden Innovationsquartier im Herzen der Stadt. Für Startups ist Freiburg weniger als Steueroptimierungsstandort (Zug liegt vorne), aber als Brücke zwischen Deutschschweiz und Romandie, als Hochschulstandort mit Innosuisse-Zugang und als Standort des wachsenden blueFACTORY-Clusters relevant.
Fri Up: Erster Kontakt für alle Förderfragen im Kanton
Fri Up (friup.ch) ist die kantonale Wirtschaftsförderungsagentur Freiburgs. Alle öffentlichen Förderanfragen im Kanton laufen über Fri Up: Steuerbefreiungsanträge, Flächensuche, Hochschulvermittlung und Bundesförderungsberatung. Die Beratung ist kostenlos und zweisprachig.
Fri Up: Kantonale Wirtschaftsförderung
Fri Up (Promotion économique du Canton de Fribourg) ist die erste Anlaufstelle für Gründer und Unternehmen, die sich im Kanton Freiburg niederlassen wollen. Das Angebot ist breiter als reine Standortberatung:
Ansiedlungsberatung: Fri Up begleitet Unternehmen kostenlos bei der Wahl des richtigen Standorts im Kanton, der Flächensuche und der Vernetzung mit Behörden. Für internationale Unternehmen werden alle Dienstleistungen auch auf Englisch angeboten.
Steuerbefreiungsverfahren: Fri Up koordiniert den Prozess der kantonalen Steuerbefreiung für neue Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Steueramt. Ohne Fri Up ist der Weg zur Steuerbefreiung deutlich länger.
Hochschulvermittlung: Fri Up vermittelt Kontakte zu Unifr und HES-SO für Innosuisse-Projekte und Technologietransfer.
Netzwerk: Zugang zur Freiburger Wirtschaftscommunity, Events und Matchmaking mit potenziellen Partnern und Kunden.
Kantonale Steuerbefreiung: Bis zu 10 Jahre
Das Bundesrecht (Art. 23 Abs. 3 StHG) ermöglicht es Kantonen, neue Unternehmen von kantonalen und kommunalen Steuern zu befreien. Freiburg nutzt dieses Instrument aktiv für Unternehmen, die neue Arbeitsplätze schaffen:
| Kriterium | Anforderung |
|---|---|
| Unternehmenstyp | Wirtschaftliche Neugründung (keine Übernahme) |
| Arbeitsplätze | Schaffung von Arbeitsplätzen im Kanton (Mindestanzahl: fallabhängig) |
| Tätigkeit | Neue wirtschaftliche Tätigkeit, nicht nur Sitzverlegung |
| Laufzeit | Bis zu 10 Jahre kantonale/kommunale Steuerbefreiung |
| Bundessteuer | Bleibt geschuldet (ca. 8.5% effektiver Satz) |
Die Steuerbefreiung ist kein automatisches Recht, sondern wird im Ruling-Verfahren mit dem Steueramt vereinbart. Fri Up begleitet den Prozess. Besonders relevant für Startups in der Wachstumsphase, die über einen klaren Personalaufbauplan verfügen.
blueFACTORY: Innovationsquartier in der Stadt Freiburg
blueFACTORY ist das bedeutendste Infrastrukturprojekt der Freiburger Innovationsförderung. Auf dem 40 Hektar grossen Areal der ehemaligen Cardinal-Brauerei (direkt beim Bahnhof Freiburg) entsteht ein durchmischtes Quartier aus:
Startups und Scale-ups: Unternehmen aus Cleantech, Foodtech, ICT und Life Sciences haben sich auf dem Areal angesiedelt. Die geografische Nähe zu Unifr und HES-SO Pérolles (fussläufig) schafft organischen Wissenstransfer.
Forschungsinfrastruktur: Labors und Werkstätten werden schrittweise ausgebaut. Für Startups mit Hardwareanteil, Prototypenentwicklung oder Lebensmitteltechnologie bietet das Areal Infrastruktur, die in privaten Büros nicht verfügbar wäre.
Unternehmertum und Gemeinschaft: Regelmässige Events, Pitch-Formate und Netzwerkanlässe schaffen eine Community-Dynamik, die für frühe Startups wertvoller ist als die Infrastruktur selbst.
blueFACTORY vergibt keine Direktzuschüsse; der Wert liegt in Infrastruktur, Netzwerk und Nähe zu den Hochschulen.
Innosuisse-Förderung über Unifr und HES-SO
Die Universität Freiburg (Unifr) und die HES-SO Pérolles sind anerkannte Innosuisse-Partnerhochschulen. Das eröffnet Freiburger Startups zwei konkrete Förderwege:
Innovationsscheck (CHF 15'000): Freiburger KMU können über Unifr oder HES-SO einen Innosuisse-Innovationsscheck beantragen. Der Scheck deckt eine definierte Hochschulleistung (Machbarkeitsstudie, Technologiebewertung, Rezepturentwicklung). Kein Eigenanteil des Unternehmens auf den Scheckbetrag. Bearbeitungszeit: 4 bis 6 Wochen.
Innovationsprojekt (CHF 50'000 bis mehrere Mio.): Für grössere F&E-Kooperationen mit Unifr oder HES-SO. Innosuisse übernimmt bis zu 100% der zertifizierten Hochschulkosten. Für Foodtech-Startups mit Bezug zum Freiburger Agrar-Food-Cluster (Gruyère, Milchverarbeitung, Nachhaltige Landwirtschaft) ist die Kombination aus HES-SO-Pérolles-Labors und Innosuisse besonders naheliegend.
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Venture Kick: Weg für Unifr-Spin-offs
Startups, die aus der Universität Freiburg (Unifr) oder der HES-SO hervorgehen, sind für Venture Kick zugelassen. Unifr zählt als anerkannte Schweizer Hochschule; mindestens ein Gründungsmitglied muss an der Unifr geforscht oder studiert haben.
Der Venture-Kick-Prozess läuft über die nationale Plattform (venturekick.ch), nicht über kantonale Stellen. Fri Up kann bei der Erstorientierung helfen; die eigentliche Bewerbung ist unabhängig.
Bürgschaften und Kreditabsicherung
Freiburger Unternehmen können Bankdarlehen über die Bürgschaftsorganisationen des Bundes absichern. Die Bürgschaft deckt bis zu 80% des Kreditbetrags (max. CHF 1 Mio. über reguläre Bürgschaft; höhere Beträge über das ERG-System für Exportkredite). Für Startups, die Betriebsmittelkredite oder Investitionsfinanzierungen über Banken suchen, senkt die Bürgschaft die Hürde.
Fri Up berät bei der Wahl der richtigen Bürgschaftsorganisation (SAFRAM für die Westschweiz; Bürgschaftsgenossenschaft gewerbliche Wirtschaft).
Nationalprogramme mit Relevanz für Freiburg
| Programm | Relevanz für Freiburg | Antragsstelle |
|---|---|---|
| Innosuisse Innovationsscheck | Hoch (Unifr + HES-SO als Forschungspartner) | innosuisse.ch |
| Innosuisse Innovationsprojekt | Hoch (F&E mit Hochschulbezug) | innosuisse.ch |
| Venture Kick | Mittel (Unifr-Spin-offs) | venturekick.ch |
| Innosuisse Start-up Coaching | Mittel (Hightech-Startups) | innosuisse.ch |
| Bürgschaftsorganisationen | Hoch (KMU-Kreditabsicherung) | safram.ch |
Wichtige Anlaufstellen im Kanton Freiburg
| Institution | Aufgabe | Kontakt |
|---|---|---|
| Fri Up | Wirtschaftsförderung, Ansiedlung, Steuerbefreiung | friup.ch |
| blueFACTORY | Innovationsquartier, Flächen, Community | bluefactory.ch |
| UniTransfer Unifr | Spin-off-Begleitung, Technologietransfer | unifr.ch/unitransfer |
| HES-SO Pérolles | FH-Forschungspartner, Innosuisse-Projekte | hes-so.ch |
| Kantonales Steueramt FR | Steuerbefreiungsrulings | fr.ch/steueramt |
| Innosuisse | Bundesförderung F&E | innosuisse.ch |
Fri Up
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Haeufige Fragen
Wie beantrage ich eine Steuerbefreiung im Kanton Freiburg?
Was bietet blueFACTORY für Startups?
Wie stark ist das Startup-Ökosystem in Freiburg?
Kann ich als Deutschschweizer Gründer in Freiburg problemlos gründen?
Gibt es kantonale Bürgschaften oder Darlehen in Freiburg?
Thomas Kaufmann
Spezialist für Unternehmensgründung
Thomas Kaufmann begleitet Gründer bei der Wahl der Rechtsform und dem Handelsregistereintrag. Zuvor war er als Notariatsgehilfe tätig.