Finanzierung

Blended Capital für Schweizer Scale-ups: Equity, Venture Debt und Förderung intelligent kombinieren

14. Mai 202611 min read

Das Wichtigste in Kürze

  • Blended Capital kombiniert Equity, Venture Debt und nicht rückzahlbare Förderung. In der Schweiz besonders attraktiv, weil Innosuisse, Bürgschaft und EU-Mittel überdurchschnittlich stark sind.
  • Faustregel für Schweizer Scale-ups: rund 70% Equity plus 30% Debt oder Förderung in der Wachstumsphase, je nach Cashflow und Sektor.
  • Eine einzelne Kostenposition darf nur aus einer Quelle gefördert werden. Doppelfinanzierung führt zur Rückforderung und kann die Glaubwürdigkeit bei Folgerunden zerstören.
  • Bürgschaft des Bundes erlaubt bis zu CHF 1 Mio. Kredit ohne Sicherheiten über BG Mitte, BG OST-SÜD oder CRC-PME, kombinierbar mit Innosuisse-Innovationsprojekten.
  • Venture Debt wird in der Schweiz hauptsächlich von Bootstrap Europe, Kreos Capital und EIB an VC-finanzierte Scale-ups vergeben, typisch ab CHF 3 Mio. ARR.

Schweizer Scale-ups in der Wachstumsphase finanzieren sich selten aus einer einzigen Quelle. Wer Equity einsetzt, wo Förderung möglich wäre, gibt teuer Anteile ab. Wer Förderung sucht, wo nur Equity reicht, verlangsamt das Wachstum. Blended Capital, die intelligente Kombination dieser Instrumente, ist in der Schweiz besonders mächtig, weil Innosuisse, Bürgschaft und seit 2025 wieder Horizon Europe überdurchschnittlich starke nicht-dilutive Quellen darstellen.

Dieser Artikel zeigt, wie ein Schweizer Scale-up den Stack zusammenstellt, welche Reihenfolge funktioniert, und welche Fehler die Folgefinanzierung gefährden.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel informiert allgemein über Finanzierungsstrategien. Er ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Förderverträge, Term Sheets und Kreditverträge sollten immer durch einen spezialisierten Schweizer Anwalt geprüft werden.

Was Blended Capital ist und warum es in der Schweiz besonders attraktiv ist

Blended Capital bezeichnet die parallele Nutzung mehrerer Finanzierungsarten innerhalb einer Wachstumsphase. Typische Bausteine sind Eigenkapital (Equity), Fremdkapital (Bankkredit, Venture Debt, Crowdlending) und nicht rückzahlbare Förderung (Innosuisse, EU-Programme, Stiftungen).

Die Schweiz weist zwei strukturelle Besonderheiten auf, die Blended Capital lohnender machen als in vielen anderen Ländern:

Starke nicht-dilutive Schiene. Innosuisse, das System der Bürgschaftsgenossenschaften (BG Mitte, BG OST-SÜD, CRC-PME, SAFFA) und seit der Re-Assoziierung an Horizon Europe im Januar 2025 wieder EIC Accelerator und Eurostars-3 stellen Förderbeträge bereit, die kein Eigenkapital kosten. Ein Schweizer Scale-up kann seriös einen Förderanteil von 20 bis 40% des Gesamtfinanzierungsvolumens anpeilen, ohne unrealistisch zu werden.

Vergleichsweise konservative VC-Bewertungen. Schweizer Seed- und Series-A-Bewertungen liegen im europäischen Mittelfeld. Wer Equity-Verwässerung mit Förderung und Debt teilweise ersetzen kann, behält für die spätere Series B oder C deutlich mehr Anteile.

Die 70/30-Logik: Faustregel für die Wachstumsphase

Eine bewährte Faustregel für Schweizer Scale-ups in der Skalierungsphase: rund 70% Equity, 30% Debt oder Förderung. Die genaue Mischung hängt von Cashflow-Profil und Sektor ab.

ProfilEquity-AnteilDebt-AnteilFörder-Anteil
Deep-Tech vor Marktreife60%0%40%
Hardware-Skalierung65%20%15%
SaaS mit ARR > CHF 3 Mio.60%30%10%
Industrieprojekt mit F&E55%25%20%
Bootstrapping-fähiges B2B40%50%10%

Richtwerte für die kumulierte Finanzierung über drei bis fünf Jahre, gemessen am Gesamtkapitalbedarf.

Die Logik dahinter: Equity finanziert Wachstum, das noch nicht zu Cashflow geführt hat. Debt finanziert Wachstum, das voraussehbar zu Cashflow führt (z.B. Working Capital, Sales-Skalierung). Förderung finanziert spezifische Aktivitäten, die ohne sie gar nicht stattfänden (Forschungsprojekte, Markteintritt EU).

Die einzelnen Instrumente im Stack

Equity: Angels, VC, Strategic

Eigenkapital ist der Kern. Schweizer Scale-ups in der Series A nehmen typischerweise CHF 2 bis CHF 10 Mio. von einem Lead-Investor plus Co-Investoren auf. Die führenden Schweizer VC-Fonds sind Redalpine, Lakestar, Founderful, btov, Verve und VI Partners. Hinzu kommen Corporate VCs wie Swisscom Ventures, Helvetia Venture Fund oder Roche Venture Fund.

Equity ist die teuerste Finanzierungsform, weil Anteile dauerhaft abgegeben werden. Sie ist aber die einzige Form, die echtes Risikokapital für unbewiesene Geschäftsmodelle bereitstellt.

Venture Debt

Venture Debt ist Fremdkapital für VC-finanzierte Wachstumsunternehmen, das parallel oder zwischen Equity-Runden aufgenommen wird. Die wichtigsten Anbieter für Schweizer Scale-ups:

  • Bootstrap Europe (Genf): EUR 1 bis 25 Mio. Tickets, Fokus auf europäische SaaS- und Tech-Unternehmen mit nachgewiesenem ARR
  • Kreos Capital (London, jetzt Teil von BlackRock): EUR 5 bis 50 Mio., grössere Scale-ups
  • European Investment Bank (EIB): Venture-Debt-Linien für Schweizer Scale-ups über das EIB Venture Debt Programm
  • Silicon Valley Bank Switzerland und HSBC Innovation Banking: aktiv für VC-finanzierte Unternehmen, oft Working-Capital-Linien plus optionale Wachstumskomponente

Typische Konditionen: Zinssatz 9 bis 13% p.a., Laufzeit 36 bis 48 Monate, plus 5 bis 15% Warrants (Bezugsrechte auf Aktien) als Kicker. Auszahlung in einer oder mehreren Tranchen, oft mit Tilgungsfreiheit für die ersten 6 bis 12 Monate.

Bürgschaft und klassischer Bankkredit

Die vier Schweizer Bürgschaftsgenossenschaften (BG Mitte mit BGM-CCC, BG OST-SÜD, CRC-PME für die Romandie und SAFFA für Gründerinnen) verbürgen bis zu 65% eines Bankkredits, mit einer absoluten Obergrenze von CHF 1 Mio. pro KMU. Der Bund haftet seinerseits für 65% des Bürgschaftsbetrags.

Konkret heisst das: eine Hausbank kann einen Kredit bis CHF 1 Mio. an ein Schweizer KMU ohne Sicherheiten vergeben, weil die Bürgschaftsgenossenschaft als Quasi-Garant einspringt. Bearbeitungsgebühr 1,25% einmalig plus 1,25% Bürgschaftskommission pro Jahr. Bewerbung läuft über easygov.swiss in 30 bis 60 Minuten Online-Formular.

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Innosuisse-Innovationsprojekte und Coaching

Innosuisse finanziert nicht das Startup direkt, sondern den akkreditierten Schweizer Forschungspartner (ETH, EPFL, FH, Empa etc.). Das Unternehmen erbringt Eigenleistungen von mindestens 50% der Gesamtprojektkosten. Typische Förderbeträge pro Innovationsprojekt liegen zwischen CHF 150'000 und CHF 500'000.

Für Startups ohne Forschungspartner gibt es seit 2018 das Innosuisse Startup Innovation Project mit bis zu 70% Förderquote direkt ans Startup. Mehr dazu im Artikel zur Innosuisse-Förderung.

EU-Mittel: EIC Accelerator und Eurostars-3

Seit der Re-Assoziierung der Schweiz an Horizon Europe am 1. Januar 2025 sind beide Programme wieder offen:

  • EIC Accelerator: bis EUR 2,5 Mio. Grant plus optional bis EUR 10 Mio. Equity-Investment durch den EIC Fund
  • Eurostars-3: 50% Förderung von Forschung- und Innovationsprojekten in internationalen Konsortien, Schweizer Beitrag läuft über Innosuisse

EU-Mittel können parallel zu Schweizer Förderung eingesetzt werden, sofern keine Kostenposition doppelt deklariert wird.

Stiftungen, Preise und regionale Förderung

Auf der Ebene unter den Bundesprogrammen existiert ein breites Feld:

  • Venture Kick (CHF 150'000 in drei Stufen für hochschulnahe Startups)
  • Gebert Rüf InnoBooster (CHF 150'000 für Venture-Kick-Stage-2-Alumni)
  • W.A. de Vigier Award (ab 2027 fünfmal CHF 120'000)
  • Kantonale Standortförderung (Zürich CHF 23 Mio. Innovationspaket 2025-28, Basel-Stadt CHF 67 Mio. bis 2031, Bern via BERNinvest)
  • Stiftung STI, Startfeld St. Gallen, AKS Luzern: zinslose Darlehen regional

Diese Mittel sind oft klein, aber kumulativ wirksam und liefern zusätzlich Validierungssignale für die nächste Equity-Runde.

Förderzyklen früh in den Finanzplan einbauen

Innosuisse-Innovationsprojekte brauchen von der Einreichung bis zur Vertragsunterzeichnung 5 bis 9 Monate. EIC Accelerator hat zwei Stichtage pro Jahr und einen Selektionsprozess von 6 bis 8 Monaten. Wer Förderung mitten in einer kritischen Cash-Phase einplant, verschätzt sich häufig. Förderanträge gehören 9 bis 12 Monate vor dem geplanten Mittelabfluss in die Pipeline.

Die Reihenfolge: Welches Instrument wann

Eine typische Sequenz für ein Schweizer Deep-Tech-Startup von der Gründung bis Series B:

PhaseEquityFörderungDebt
Pre-Seed (Jahr 0-1)F&F, Eigenmittel CHF 50-200kVenture Kick Stage 1+2 (CHF 50k)
Seed (Jahr 1-2)Angels CHF 500k-1,5 Mio.Innosuisse Innovationsprojekt (Forschungspartner), Venture Kick Stage 3, ggf. Stiftungen
Series A (Jahr 2-3)VC CHF 3-8 Mio.EIC Accelerator (Grant + Equity), Innosuisse-FolgeprojektBürgschaft CHF 500k-1 Mio. für Working Capital
Series B (Jahr 3-5)VC CHF 10-30 Mio.Eurostars-3 für internationale ExpansionVenture Debt CHF 3-8 Mio.
Scale (Jahr 5+)Growth Equity oder Late-Stage VCVenture Debt, klassische Bankfinanzierung

Die Logik: in jeder Phase wird die teuerste Finanzierungsform nur dort eingesetzt, wo billigere Alternativen nicht greifen. Verwässerung pro Equity-Runde sinkt damit, und der Cap Table bleibt für die nächste Runde gesund.

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Stacking-Regeln: was erlaubt ist und was nicht

Die wichtigste Regel des Blended Capital: eine Kostenposition darf nur aus einer Quelle gefördert werden. Doppelfinanzierung führt zur Rückforderung und kann bei Folgerunden harte Fragen auslösen.

Erlaubt:

  • Innosuisse finanziert den Forschungspartner, die Bürgschaft sichert einen Kredit für eigene Personalkosten ab
  • Eurostars-3 finanziert die internationale Konsortialarbeit, das Schweizer Innovationsprojekt finanziert parallel den nationalen Anteil mit anderem Scope
  • Venture Kick zahlt das Cash an die GmbH, Innosuisse zahlt parallel an die ETH für den Forschungspartner
  • Bürgschaft kombiniert mit Bankkredit für Maschinen, Venture Debt für Sales-Skalierung

Nicht erlaubt:

  • Personal X arbeitet zu 50% am Innosuisse-Projekt und wird gleichzeitig zu 100% in einem EIC-Antrag deklariert
  • Maschine wird über kantonale Investitionsförderung subventioniert und parallel über Bürgschaftskredit zu 100% finanziert
  • Beratungskosten werden in zwei verschiedenen Anträgen vollständig geltend gemacht

Im Förderantrag muss explizit angegeben werden, welche anderen Quellen das Projekt mitfinanzieren. Innosuisse fragt das ausdrücklich ab und prüft.

Häufiger Stack-Fehler: zu wenig Eigenleistung

Schweizer Förderprogramme verlangen praktisch immer Eigenleistungen von 30 bis 60% der Projektkosten. Werden im selben Zeitraum mehrere Förderprogramme angezapft, addieren sich diese Eigenleistungsanforderungen. Ein Startup, das gleichzeitig ein Innosuisse-Innovationsprojekt mit 50% Eigenleistung und ein EIC-Accelerator-Projekt mit 30% Eigenleistung fährt, muss diese Eigenleistungen klar trennen können, sonst wird es eng.

Wirkung auf den Cap Table: Beispielrechnung

Zwei Wege, eine Series-A-Runde von CHF 6 Mio. zu finanzieren:

Reines Equity:

  • CHF 6 Mio. von VC und Co-Investoren
  • Pre-Money-Bewertung CHF 18 Mio., Post-Money CHF 24 Mio.
  • Neue Investoren erhalten 25%
  • Gründeranteil sinkt von 65% auf 49%

Blended:

  • CHF 3,5 Mio. Equity von VC und Angels
  • CHF 1 Mio. Bürgschaftskredit für Working Capital
  • CHF 800'000 Innosuisse-Innovationsprojekt (an Forschungspartner)
  • CHF 700'000 Venture Kick Stage 3 plus W.A. de Vigier Award
  • Pre-Money-Bewertung CHF 18 Mio., Post-Money CHF 21,5 Mio.
  • Neue Investoren erhalten 16%
  • Gründeranteil sinkt von 65% auf 55%

Der Unterschied von 6 Prozentpunkten in der Gründeranteil-Erhaltung bedeutet in einer späteren Series B mit einer Bewertung von CHF 100 Mio. einen Unterschied von CHF 6 Mio. an Gründerwert.

Risiken und Fallstricke

Verrechnungssteuer bei Wandeldarlehen. Die 10/20/100-Regel der Schweiz: ein Schweizer Unternehmen mit mehr als 10 nicht-bankähnlichen Darlehensgebern (oder mehr als 20 in einer Anleihe) gilt steuerlich als Bank und muss 35% Verrechnungssteuer auf Zinsen abführen. Mehrere Wandeldarlehen im Blended Stack können diese Schwelle reissen. Mehr dazu im Artikel zur Verrechnungssteuer bei Wandeldarlehen.

Schuldengrenzen im Aktionärbindungsvertrag. Viele VC-Verträge verbieten Fremdkapital über einer bestimmten Schwelle ohne Zustimmung. Wer Bürgschaft und Venture Debt aufnimmt, muss prüfen, ob die kumulierte Schuldenhöhe die Vertragsgrenze überschreitet.

Innosuisse-IP-Klauseln. Verwertungsrechte aus einem Innosuisse-Projekt bleiben beim Schweizer Unternehmen, aber der Forschungspartner hat Publikationsrechte. In VC-Verträgen mit Exklusivitätsklauseln zur IP kann das zu Konflikten führen. Pre-Money klären.

Mantelhandel-Risiko. Wer in einer Restrukturierung Verlustvorträge mitnehmen will, riskiert deren Untergang bei zu starker Veränderung von Aktionariat und Geschäftstätigkeit. Bei stark gemischten Cap Tables und neuen Investoren in mehreren Tranchen sollte ein Steueranwalt prüfen.

Reporting-Aufwand. Jede Quelle verlangt eigenes Berichtswesen: Innosuisse monatliche Statusberichte, Bürgschaft jährliche Bilanz und GuV, Venture-Debt-Geber Quartalsberichte mit Covenants. Wer drei oder mehr nicht-Equity-Quellen parallel führt, braucht eine CFO-Struktur, die diese Anforderungen erfüllt.

Wann Blended Capital weniger Sinn macht

Nicht jedes Schweizer Startup profitiert von einem komplexen Stack. Folgende Profile fahren oft besser mit reiner Equity- oder reiner Bootstrapping-Strategie:

  • Reine B2C-Marken ohne Forschungsanteil und ohne Industrieanlagen finden bei Innosuisse keinen Anker
  • Bootstrapped Service-Unternehmen mit hohem Cashflow können auf Equity und Debt verzichten
  • Pre-Revenue-Startups ohne validierten Markt: Bürgschaft und Venture Debt sind nicht zugänglich, EU-Förderung erst nach Konsortialaufbau
  • Single-Founder ohne Team: der Reporting- und Antragsaufwand übersteigt schnell die Erträge

Hier ist eine fokussierte Equity-Strategie oder konsequentes Bootstrapping meist effizienter.

Checkliste: Blended-Capital-Stack aufsetzen

  1. Cashflow-Forecast über 24 Monate erstellen, monatliche Granularität
  2. Eigenleistungs-Kapazität ehrlich einschätzen: Personenstunden, Eigenmittel, Stock-Capacity
  3. Förderanträge 9 bis 12 Monate vor dem Mittelabfluss starten
  4. Aktionärbindungsvertrag auf Schuldengrenzen und Zustimmungsrechte prüfen
  5. Term Sheets paralleler Verhandlungen auf Anti-Dilutions, Liquidationspräferenzen, Drag-along abgleichen
  6. Verrechnungssteuer-Falle prüfen (10/20-Regel bei mehreren Darlehensgebern)
  7. Reporting-Kapazität intern oder über externen CFO sicherstellen
  8. Doppelfinanzierungs-Risiko pro Kostenposition explizit ausschliessen, dokumentiert im Finanzplan

Innosuisse

Schweizerische Agentur für Innovationsförderung

Nicht rückzahlbare Fördergelder

Innosuisse-Portal aufrufen

EasyGov Bürgschaft

Bürgschaftsantrag online über die Schweizer Bürgschaftsgenossenschaften

1,25% Bearbeitungsgebühr + 1,25% jährliche Kommission

EasyGov aufrufen

Venture Kick

Dreistufige Schweizer Startup-Förderung mit Coaching

Bis CHF 150'000 in drei Stufen

Venture Kick aufrufen

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Haeufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Blended Capital und Mezzanine-Finanzierung?
Blended Capital ist ein Sammelbegriff für die parallele Nutzung mehrerer Finanzierungsarten (Equity, Debt, Förderung) in einer Wachstumsphase. Mezzanine-Finanzierung ist ein spezifisches Instrument, das Eigen- und Fremdkapital in einem Vertrag vereint (z.B. nachrangiges Darlehen mit Wandeloption oder Erfolgsbeteiligung). Mezzanine kann Teil eines Blended-Capital-Stacks sein, ist aber nicht damit gleichzusetzen.
Darf ich gleichzeitig Innosuisse-Förderung und einen Bankkredit mit Bürgschaft beantragen?
Ja, das ist in der Schweiz üblich. Beide Programme fördern unterschiedliche Kostenpositionen: Innosuisse finanziert den Schweizer Forschungspartner, die Bürgschaft sichert einen Bankkredit ab, mit dem das Unternehmen seine eigenen Betriebskosten zahlt. Wichtig ist die saubere Trennung im Finanzplan, damit keine Kostenposition doppelt gefördert wird.
Ab welcher Phase macht Venture Debt für Schweizer Startups Sinn?
Venture Debt setzt in der Regel eine bestehende VC-Finanzierung voraus. Sinnvoll wird das Instrument typischerweise ab Series A oder spätestens Series B, wenn das Unternehmen mindestens CHF 3 Mio. ARR hat, eine Cash-Runway von 12 bis 18 Monaten und eine bekannte Investorenbasis vorweisen kann. Vorher sind Kreditgeber sehr zurückhaltend, weil die Ausfallwahrscheinlichkeit zu hoch ist.
Wie hoch ist der typische Anteil von Förderung im Blended Stack?
Bei deep-tech-orientierten Schweizer Scale-ups kann nicht rückzahlbare Förderung (Innosuisse, EIC, Eurostars, Stiftungen) bis zu 40% der gesamten Wachstumsfinanzierung über fünf Jahre ausmachen. Bei reinen SaaS-Unternehmen ohne Forschungsanteil ist der Förderanteil deutlich kleiner, oft unter 10%, weil die Förderkriterien nicht erfüllt sind.
Welche Reihenfolge der Instrumente ist sinnvoll?
Eine bewährte Sequenz: Pre-Seed mit Eigenmitteln und Venture Kick, Seed mit Angels und Innosuisse-Innovationsprojekt parallel, Series A mit VC und Bürgschaftskredit für Working Capital, Series B mit grösserer VC-Runde und Venture Debt zur Skalierung. Wichtig: Förderprogramme früh planen, weil Antragszeiten von drei bis sechs Monaten dazwischenkommen können.
Welche Verträge müssen für einen Blended Stack angepasst werden?
Der Aktionärbindungsvertrag muss vorsehen, dass Fremdkapital aufgenommen werden darf (Schuldengrenze, Zustimmungsrechte). Der Wandeldarlehensvertrag muss klären, wie sich Venture Debt auf die Wandlung auswirkt. Bei Innosuisse müssen IP-Klauseln im Konsortialvertrag mit anderen Investorenrechten kompatibel sein. Ein erfahrener Anwalt mit Venture-Capital-Hintergrund prüft die Konsistenz aller Verträge.
Sarah Brunner

Sarah Brunner

Steuer- und Sozialversicherungsrecht

Sarah Brunner schreibt zu MWST, AHV und der direkten Bundessteuer. Sie hat einen Abschluss in Steuerrecht und mehrere Jahre Beratungspraxis.